Nachrichten 11.10.2026
Die wichtigsten Meldungen des Tages
Newsroom, 11.10.2026, 16:47
Der vierte mit der Regierungsbildung beauftragte Ministerpräsident in Bukarest, Luca Niculescu, setzt am Montag seine Gespräche mit den Vertretern der Parlamentsfraktionen fort. Ziel ist die Bildung einer neuen Regierung. Niculescu trifft sich mit den Führungsspitzen der USR, einer Mitte-rechts-Partei, mit Vertretern der parlamentarischen Gruppe der nationalen Minderheiten sowie mit den Vorsitzenden der souveränistischen Fraktion PACE – Întâi România. Bereits zuvor hatte der designierte Ministerpräsident Gespräche mit den Parteispitzen der Sozialdemokraten, der Nationalliberalen und des Demokratischen Verbands der Ungarn in Rumänien geführt. Der Vorsitzende der Sozialdemokraten, Sorin Grindeanu, erklärte, seine Partei unterstütze die Wiederherstellung einer stabilen parlamentarischen Mehrheit gemeinsam mit den Nationalliberalen und dem Ungarnverband. Zugleich sei die PSD bereit, Verantwortung für die Regierungsführung zu übernehmen. Der amtierende Interimsministerpräsident und Vorsitzende der Nationalliberalen, Ilie Bolojan, entgegnete, Rumänien brauche eine handlungsfähige Regierung. Die Weigerung seiner Partei, gemeinsam mit den Sozialdemokraten zu regieren, habe jedoch nichts mit verletztem Stolz oder parteipolitischem Kalkül zu tun. Vielmehr gehe es um die Lehren, welche die Liberalen im vergangenen Jahr gezogen hätten. Zur Erinnerung: Die von Ilie Bolojan geführte Regierung aus Nationalliberalen, USR und dem Ungarnverband wurde am 5. Mai durch ein Misstrauensvotum gestürzt. Für den Antrag stimmten die Sozialdemokraten, die zuvor selbst Teil der Regierungskoalition gewesen waren, sowie die nationalistische Oppositionspartei AUR.
Rumänien fordert, dass die Integration der europäischen Kapitalmärkte den rumänischen Unternehmen den Zugang zu Finanzierungen erleichtert und zugleich die Besonderheiten kleinerer und sich entwickelnder Märkte berücksichtigt. Der amtierende Finanzminister Alexandru Nazare teilte mit, dass er diese Position bei der ECOFIN-Sitzung in Luxemburg vorgestellt habe. Im Mittelpunkt standen die Verhandlungen über das europäische Maßnahmenpaket zur Integration und Beaufsichtigung der Kapitalmärkte. Nazare zufolge konnte Rumänien erweiterte Befugnisse für die nationalen Aufsichtsbehörden, Zugang zu Informationen über grenzüberschreitende Transaktionen rumänischer Anleger sowie vereinfachte Regeln für grenzüberschreitende Geschäfte erreichen. Der Minister betonte, Ziel sei es, mehr privates Kapital zu mobilisieren. Dadurch sollen rumänische Unternehmen ihre Investitionen leichter finanzieren und ihre Präsenz auf ausländischen Märkten ausbauen können.
Mehr als 12.500 Läuferinnen und Läufer aus über 50 Ländern nehmen an diesem Wochenende an der 19. Ausgabe des Bukarester Internationalen Marathons teil. Die vom Bucharest Running Club organisierte Veranstaltung macht die rumänische Hauptstadt zu einem wichtigen Austragungsort internationaler Laufwettbewerbe. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern stehen fünf verschiedene Wettbewerbe zur Auswahl, darunter der Marathon über 42 Kilometer und der Halbmarathon über 21 Kilometer. Neben dem sportlichen Aspekt hat die Veranstaltung auch einen karitativen Charakter: Mit dem Wettbewerb werden insgesamt 13 soziale Projekte unterstützt.
Ein von der NATO geführtes Manöver unter Leitung des in Rumänien stationierten Multinationalen Korps Südost findet derzeit auf dem Truppenübungsplatz Cincu in Zentralrumänien sowie an weiteren Standorten im Land statt. Das multinationale Militärmanöver „Carpathian Arc 2026“ dauert bis zum 14. Oktober. Daran beteiligt sich auch das vorgeschobene Brigade-Führungselement, das als sekundäres Ausbildungsziel dient und durch französische Kräfte verstärkt wird. Die Übung steht im Zusammenhang mit den Beschlüssen des NATO-Gipfels von Madrid aus dem Jahr 2022. Diese sehen eine Stärkung der Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit des Bündnisses vor. Dazu gehört auch, die multinationalen Kampfgruppen an der Ostflanke bei Bedarf und am jeweiligen Einsatzort auf Brigadestärke aufstocken zu können. Frankreich unterstützt diese Bemühungen durch die schnelle Verlegung militärischer Fähigkeiten, darunter zusätzliche Kräfte zur Unterstützung der NATO-Kampfgruppe in Rumänien. Über die operative Bedeutung hinaus bietet die Übung auch Gelegenheit, die Arbeit des vorgeschobenen Brigade-Führungselements im vergangenen Kalenderjahr zu bewerten.
Die Botschafter der EU-Mitgliedstaaten beraten heute über eine Kürzung des von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen künftigen mehrjährigen EU-Haushalts um acht Prozent. In den kommenden Tagen soll das Thema beim Europäischen Gipfel erörtert werden. Die Zahl wurde von der irischen EU-Ratspräsidentschaft als Kompromissvorschlag eingebracht. Damit soll ein Ausgleich zwischen den sogenannten sparsamen Mitgliedstaaten unter Führung Deutschlands, die deutlich stärkere Ausgabenkürzungen fordern, und einer von Italien angeführten Ländergruppe geschaffen werden. Zu dieser Gruppe gehört auch Rumänien. Diese Staaten wollen vor allem die Finanzierung der Landwirtschaft und der ärmeren Regionen schützen. Wie der Korrespondent von Radio Rumänien aus Brüssel berichtet, wäre der Haushalt selbst nach dieser Kürzung noch rund 30 Prozent größer als der derzeitige. Die geringsten Kürzungen, nämlich drei Prozent, sind für die Kohäsionspolitik, die Landwirtschaft und die Fischerei vorgesehen. Diese Bereiche sollen zusammen rund 914 Milliarden Euro erhalten. Dagegen sollen die Mittel für Wettbewerbsfähigkeit, Forschung und Verteidigung um 13 Prozent auf 456 Milliarden Euro sinken. Die irische Ratspräsidentschaft schlägt außerdem ein Paket neuer Eigenmittel vor, das dem EU-Haushalt schätzungsweise 55 Milliarden Euro jährlich einbringen soll. Für die Verabschiedung des mehrjährigen Finanzrahmens ist die einstimmige Zustimmung aller 27 Mitgliedstaaten erforderlich. Anschließend muss auch das Europäische Parlament dem Haushalt zustimmen.
In Westrumänien kühlt es sich zunehmend ab. Der Himmel ist bewölkt, und zeitweise regnet es in weiten Teilen des Landes. Örtlich kommt es zu Schauern und Gewittern. Die Niederschlagsmengen erreichen zehn bis 15 Liter pro Quadratmeter, örtlich begrenzt auch mehr als 20 Liter pro Quadratmeter. Der Wind weht schwach bis mäßig, in höheren Gebirgslagen frischt er jedoch deutlich auf. Besonders in den Südkarpaten und den Karpaten der Biegung erreichen die Böen Geschwindigkeiten von 70 bis 90 Stundenkilometern. Auch im Osten und Südosten des Landes sind örtlich Windböen von 40 bis 50 Stundenkilometern zu erwarten. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 15 und 30 Grad Celsius. Die höchsten Werte werden im Süden und Südosten des Landes gemessen. In Bukarest wurden zur Mittagszeit 24 Grad Celsius gemessen.