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Gala des zivilen Engagements: Bürgerliche Initiativen von 2017 ausgezeichnet

Das Zentrum für Ressourcen für öffentliche Beteiligung (CERE) hat unlängst im Rahmen einer Gala die gelungensten Bürgerinitiativen des Jahres 2017 gewürdigt..

Gala des zivilen Engagements: Bürgerliche Initiativen von 2017 ausgezeichnet
Gala des zivilen Engagements: Bürgerliche Initiativen von 2017 ausgezeichnet

, 02.05.2018, 17:30

Die zahlreichen Proteste im letzten Jahr und in diesem Jahr, die unter dem Hashtag „#REZIST“ stattfanden, sind bereits im In- und Ausland bekannt und Ausdruck des in den letzten Jahren immer stärker werdenden bürgerlichen Engagements. Aber nicht nur diese Art von Bürgergeist, die sich um gro‎ße Korruptionsthemen dreht, wurde kürzlich erwähnt, sondern auch eine andere Art von Aktivismus. Ein Aktivismus, der auf Petitionen beruht, Ausdauer zeigt und versucht, den Dialog mit den Entscheidungsträgern einzuleiten. Einige dieser Aktivisten werden von der NGO Zentrum für Ressourcen für öffentliche Beteiligung“ (CERE) unterstützt, die im Rahmen der Gala der öffentlichen Beteiligung seit neun Jahren die ausdauerndsten und kreativsten unter ihnen belohnt.



In diesem Jahr wurde mit der Vergabe der Preise für Projekte von 2017 versucht, beide Kategorien von Aktivismus zu feiern: die massiven Stra‎ßenproteste und die kleinen Initiativgruppen, die sich mit sozialen Themen wie Wohnbedingungen in den Stadtvierteln, Bildung und Gerechtigkeit in Schulen und Umweltschutz befassen. Über das Thema der diesjährigen Gala haben wir mit Oana Preda, der Geschäftsführerin von CERE, gesprochen.



Wir haben die diesjährige Gala um das Konzept der Solidarität herum aufgebaut und gedacht, dass Solidarität für diese beiden Arten von Aktivisten ein Weg wäre, einander zu kennen und zusammen zu kämpfen. Wir haben in den letzten Jahren mehr und mehr Bürger und Bürgergeist, immer mehr Aktivismus, immer mehr kampfbereite Menschen gesehen. Leider hat die Änderung der Einstellung der Menschen auf der Ebene der Behörden noch keine tiefgreifenden Veränderungen bewirkt. Es gibt derzeit einen gewissen Pessimismus in der Luft, aber die Menschen sind entschlossen, Widerstand zu leisten.“



Unter den Menschen, die sich wehrten und sogar ihre Meinung von den Behörden hören lie‎ßen, sind auch die Mütter des Verbandes SAMAS. Sie haben den Nationalen Rat für audiovisuelle Medien überzeugt, in den Werbepausen des Fernsehens eine Botschaft aufzunehmen, die die Mütter auffordert, das Baby bis zu sechs Monate lang ausschlie‎ßlich zu stillen. Diese Botschaft ist ein äu‎ßerst wichtiger Sieg, da laut UNICEF in Rumänien nur 12% der Säuglinge in der ersten Stunde der Geburt gestillt werden und das Stillen ausschlie‎ßlich an der Brust in den ersten sechs Lebensmonaten bei weniger als 16% der Babys vorkommt. Lassen Sie uns eines der Mitglieder des SAMAS-Vereins, Eli Roman, bei der Gala der öffentlichen Beteiligung hören.



TV-Sender sind immer noch scheu, solche Botschaften von öffentlichem Interesse auszustrahlen. Wir wollten den Müttern eine ermutigende Botschaft senden. Es ist nicht einfach, zu stillen, aber es ist nicht unmöglich. Wir geben niemandem die Schuld. Wenn eine Mutter sich entscheidet, nicht zu stillen, dann ist es ihre ausschlie‎ßliche Wahl, aber, meine Damen, Mütter und Väter, Sie wissen, dass es ehrwürdig ist, Ihrem Kind ihre beste lebenswichtige Flüssigkeit zu geben.“




Eine ebenso lebenswichtige Flüssigkeit ist Wasser aus den Bergquellen. Ovidiu Mihuţ, ein leidenschaftlicher Fischer, hat sich mit anderen Fischern für die Kampagne gegen Wüstenbildung im Făgăraş-Gebirge und illegalen Erwerb von staatlichen Grundstücken zusammengeschlossen. Ovidiu Mihuţ hat die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die negativen Umweltauswirkungen von Mikrowasserkraftwerken in geschützten Berggebieten gelenkt. Durch den Rückgriff auf das EU-Recht wurde die Europäische Kommission darüber hinaus auf die Einleitung eines Vertragsverletzungsverfahrens gegen Rumänien aufmerksam gemacht, weil es seinen Verpflichtungen zur Erhaltung natürlicher Lebensräume bei der Genehmigung von Mikrowasserkraftwerken in unserem Land nicht nachgekommen ist. Ovidiu Mihuţ:



Wir sind keine Organisation, wir sind einfache Bürger, und wir möchten sagen, dass wir zu den Ersten gehören, die die Tatsache enthüllen, dass der Bau dieser Mikrokraftwerke in Naturschutzgebieten nur ein Bereicherungs-Schema privater Personen ist und die einfachen Bürger dafür zahlen. Die wirtschaftliche Effizienz dieser Mikrokraftwerke kann mit der Effizienz einer Uhrenbatterie verglichen werden, die zum Starten einer Lokomotive verwendet wird. Es ist uns gelungen, zu zeigen, dass diese kleinen Wasserkraftwerke eine Menge Korruption verbergen.“




Wie wichtig Ausdauer ist, um eine Forderungen bekannt zu machen, hat auch Oana Vasiliu, durch die Kampagne Revolution im sozialen Heim Canta“ bewiesen. In den Sozialwohnungen dieses Stadtviertels von Iaşi sind die Lebensbedingungen unmenschlich und Oana Vasiliu hat sie direkt erlebt:



Ich bin aus dem Heim Canta geflohen. Ich habe dort 7 Jahre lang mit meinen drei Kindern gelebt. Es ist sehr schwer, dort zu leben, es ist hart. Es gibt viele kranke Menschen, Menschen mit Behinderungen, Kinder mit Epilepsie und Autismus, die immer noch dort in 9 Quadratmeter gro‎ßen Zimmern leben. Die lokalen Behörden lehnen jeglichen Haustausch mit Canta ab. Ich habe über 7 Jahre Anfragen gestellt, also bin ich da rausgekommen. Aber diejenigen, die in Canta zurückgelassen wurden, kämpfen mit einer fortwährenden Verweigerung, wahrscheinlich weil sie nicht wissen, wie sie sich verteidigen können. Mit Hilfe von Journalisten habe ich ihnen in dem Sinne geholfen, dass sie ihre Rechte kennen. Es gibt unter ihnen Selbstmörder, und es ist unmenschlich, dass die lokalen Behörden das wissen und nichts dagegen tun.“




Wenn in Iaşi die Bürgerkampagne die Information nur an die Öffentlichkeit brachte, wurde in Constanţa die öffentliche Verwaltung durch eine Kampagne dazu bewegt, das erste Notfallberatungs- und Aufnahmezentrums für Opfer häuslicher Gewalt zu öffnen. Dies war möglich dank der Vereinigung Ohneworte“, die durch die Kampagne Karawane des Wandels“ die Öffentlichkeit für das Phänomen der häuslichen Gewalt sensibilisiert und darüber informiert hat. Über die Arbeit des Vereins spricht jetzt Simona Voicescu:



Es wurde ein Heim eröffnet, eine lokale Hotline wurde kostenlos eröffnet, aber alles wurde mit viel Aufwand erledigt. Wir wurden in Constanţa aggressiv empfangen, und nach der Eröffnung, als wir nach Informationen über dieses Zentrum fragten, wurden wir gebeten, eine schriftliche Anfrage zu stellen, auf die wir innerhalb von 30 Tagen eine Antwort erhalten würden.“




Auf Druck der Bürgerorganisationen, der öffentlichen Meinung und der lokalen Medien wurde die Eröffnung dieses Zentrums jedoch nach nur 25 Tagen beschlossen. Aus diesem Grund hat CERE auch diese Kampagne im Rahmen der Gala der öffentlichen Beteiligung ausgezeichnet.

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