Nachrichten 22.07.2026
Die wichtigsten Meldungen im Überblick
Newsroom, 22.07.2026, 20:31
Senat und Abgeordnetenkammer in Bukarest kommen ab Montag für eine Woche zu einer außerordentlichen Tagung zusammen. Der Vorsitzende der Sozialdemokraten und der Abgeordnetenkammer, Sorin Grindeanu, hatte die Sondersitzung gefordert, um ausstehende Projekte im Rahmen des nationalen Aufbauplans PNRR zu verabschieden. Auch Senatspräsident Mircea Abrudean von der Liberalen Partei rief zur politischen Verantwortung auf, damit die noch ausstehenden PNRR-Reformen verabschiedet werden. Zudem sei ein neues Gesetz zur Bezahlung im öffentlichen Dienst nötig, um Ungleichheiten zu beseitigen. Das Vorhaben wurde am Dienstag jedoch vom Berufungsgericht Bukarest gestoppt. Das Gericht setzte das Gesetzgebungsverfahren auf Antrag von Gewerkschaften aus dem Gesundheitswesen aus. Das Arbeitsministerium kündigte bereits an, gegen die Entscheidung vorzugehen. Sechs Reformen mit einem Gesamtwert von mehr als 4,5 Milliarden Euro müssen in den kommenden Wochen verabschiedet werden. Andernfalls droht Rumänien, die entsprechenden EU-Mittel zu verlieren.
Der Brand auf einem unter liberianischer Flagge fahrenden Gastanker, der am Dienstagmorgen vor der rumänischen Schwarzmeerküste offenbar von Drohnen getroffen wurde, ist noch nicht gelöscht. Die rumänische Schifffahrtsbehörde erklärte, dass angesichts der Lage und des Zustands des Schiffes sowie seiner Ladung von knapp 4000 Tonnen Propan die Gefahr einer schweren Explosion bestehe. Für Touristen, die Bevölkerung und das Leben an der Küste bestehe jedoch keine Gefahr. Der Tanker war aus Ägypten kommend auf dem Weg zum ukrainischen Hafen Reni. An Bord waren 17 Besatzungsmitglieder. Nach Angaben der Besatzung wurde das Schiff beim Durchqueren der rumänischen ausschließlichen Wirtschaftszone von drei Drohnen getroffen. Der Tanker wurde schwer beschädigt, die Besatzung evakuiert.
Feuerwehrleute haben nach heftigen Regenfällen in mehreren Ortschaften im Kreis Prahova im Süden Rumäniens Wasser aus überschwemmten Häusern und Grundstücken abgepumpt. Nach Angaben der Hydrologen besteht an mehreren Flüssen in der Südhälfte sowie im Zentrum und Osten des Landes weiterhin Überschwemmungsgefahr. Bereits am Sonntag hatte eine heftige Flutwelle mit Baumstämmen, Steinen und Sand im Ferienort Bușteni im Prahova-Tal für Zerstörungen gesorgt. Ein schweres Unwetter zog am Dienstag auch über Craiova im Südwesten hinweg. Die Feuerwehr musste sich um Dutzende Notfälle kümmern. Meist ging es darum, umgestürzte Bäume von Straßen und geparkten Autos zu entfernen. Zudem musste Wasser aus Häusern und Höfen abgepumpt und von Wind abgedeckte Dächer gesichert werden. Es fielen 52 Liter Regen pro Quadratmeter, die Windböen erreichten bis zu 94 Kilometer pro Stunde.
Die extreme Hitzewelle in Europa hält an und lässt die Zahl der Waldbrände steigen. In Spanien kämpft die Region Guadalajara mit dem verheerendsten Brand des Jahres auf fast 30.000 Hektar. Dutzende Ortschaften sind betroffen. Mehr als 800 Feuerwehrleute wurden in der Nähe der Stadt Soria eingesetzt, die rund 150.000 Einwohner hat und möglicherweise evakuiert werden muss. Auch am Mittwoch wird in Spanien eine neue Hitzewelle erwartet, mit Rekordtemperaturen von bis zu 47 Grad. In Griechenland besteht wegen der hohen Temperaturen in den Regionen Attika, Mittelgriechenland und auf der Peloponnes große Waldbrandgefahr. Zwei französische Feuerwehrleute sind bei einem Einsatz gegen einen Brand in der Nähe des Flughafens von Bordeaux im Südwesten Frankreichs ums Leben gekommen. Experten warnen, dass Europa, wo die Temperaturen doppelt so schnell steigen wie im weltweiten Durchschnitt, die wirtschaftlichen Folgen der Erderwärmung nicht länger ignorieren könne. Die anhaltende Hitze führt zu einem Rückgang der Kapitalinvestitionen und der Arbeitsproduktivität und damit zu einem Umfeld, das von Stagflation geprägt ist.
Das französische Parlament verbietet Minderjährigen unter 15 Jahren die Nutzung sozialer Netzwerke. Als erstes Gesetz dieser Art in Europa soll es die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen schützen. Die Betreiber sozialer Netzwerke müssen ein oder mehrere Systeme zur Altersüberprüfung einführen. Das neue Gesetz verbietet außerdem Mobiltelefone an französischen Gymnasien. An Grundschulen gilt ein solches Verbot bereits. Die Schulordnungen können jedoch Ausnahmen vorsehen. Frankreich beschloss das Gesetz nach einer zunehmenden Zahl von Warnungen vor den schädlichen Auswirkungen sozialer Netzwerke auf Kinder und Jugendliche. Auch andere europäische Länder erwägen entsprechende Regelungen.