Nachrichten 16.09.2026
Die wichtigsten Meldungen des Tages
Newsroom, 16.09.2026, 17:08
Konsultationen. Der rumänische Präsident Nicuşor Dan hat für Donnerstag Konsultationen mit Vertretern der im Parlament vertretenen politischen Parteien und Fraktionen anberaumt, um einen Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten zu benennen. Das Staatsoberhaupt hatte diese Nominierung verschoben, da sich die Parlamentsparteien nicht auf eine Lösung einigen konnten, die eine parlamentarische Mehrheit gesichert hätte. Die derzeit oppositionelle PSD (linksgerichtet) signalisiert ihre Bereitschaft, in die Regierung einzutreten. Die PNL und die USR – beides Mitte-Rechts-Parteien, die gemeinsam mit der UDMR die Übergangsregierung bilden – lehnen eine Regierungsbeteiligung an der Seite der Sozialdemokraten ab. PSD, PNL und USR schließen vorgezogene Neuwahlen nicht aus – eine Idee, die von der AUR, einer populistischen und nationalistischen Oppositionspartei, bereits seit Beginn der politischen Krise befürwortet wird. Zur Erinnerung: Anfang Mai hatte das Parlament einem von PSD und AUR initiierten Misstrauensantrag gegen das Kabinett des liberalen Ministerpräsidenten Ilie Bolojan zugestimmt; dieser führt die Regierungsgeschäfte seither kommissarisch weiter.
IAEO. Die amtierende rumänische Außenministerin Oana Ţoiu nimmt bis Freitag an der 70. Generalkonferenz der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) in Wien teil. Wie das Außenministerium in Bukarest mitteilte, wird Ţoiu in ihrer Rede vor dem Plenum Rumäniens nachdrückliche Unterstützung für eine friedliche, sichere und verantwortungsvolle Nutzung der Kernenergie im Einklang mit internationalen Standards und Vorgaben bekräftigen. Auf der Agenda der rumänischen Vertreterin steht unter anderem ein Gespräch mit IAEO-Generaldirektor Rafael Mariano Grossi über Fragen der Nichtverbreitung von Kernwaffen. Der rumänischen Delegation gehören laut Außenministerium auch Vertreter des Energieministeriums sowie von Institutionen an, die im Bereich der Kernenergie tätig sind.
Protest. Der am Dienstag in der Hauptstadt abgehaltene Protest von Landwirten und Viehzüchtern eskalierte und führte zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften. Während die Polizei Tränengas einsetzte, rissen einige der Teilnehmer die Absperrgitter nieder. „Ereignisse wie jene bei der Demonstration auf dem Victoriei-Platz werden nicht von Hirten organisiert, die friedlich protestieren wollen, sondern von Hooligans“, erklärte der Präfekt von Bukarest, Andrei Nistor. Nach Angaben der Bukarester Gendarmerie wurden insgesamt 47 Personen, die an dem Protest teilgenommen und sich ungebührlich verhalten hatten, auf Polizeiwachen gebracht. Innenminister Cătălin Predoiu verurteilte die Gewalt und die Angriffe auf Sicherheitskräfte. Er betonte, dass sein Ministerium das Recht auf Protest und die Meinungsfreiheit respektiere, solange diese im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen ausgeübt würden.
Verschuldung. Nach Angaben der Rumänischen Nationalbank (BNR) stieg die Gesamtverschuldung Rumäniens gegenüber dem Ausland in den ersten sieben Monaten des Jahres um mehr als 6,4 Milliarden Euro auf fast 235 Milliarden Euro an. Im selben Zeitraum überstieg das Leistungsbilanzdefizit die Marke von 16 Milliarden Euro, verglichen mit gut 15,7 Milliarden Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Zudem gingen die ausländischen Direktinvestitionen in den ersten sieben Monaten dieses Jahres auf rund 1,13 Milliarden Euro zurück – ein deutlicher Abfall gegenüber den fast 5 Milliarden Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres, wie die BNR meldet.
Rede zur Lage der Union. Europa sehe sich einer „offen feindseligen Welt“ gegenüber, erklärte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in ihrer Rede zur Lage der Union. Sie wies darauf hin, dass auf dem Kontinent zugleich ein Angriffskrieg geführt werde, der globale Wettbewerb von einem Ringen um industrielle Kapazitäten geprägt sei und eine Informationskampagne darauf abziele, das Vertrauen in die Europäische Union zu untergraben. Von der Leyen betonte zudem, die EU sei derzeit die einzige Instanz, die die Souveränität der Europäer gewährleisten könne, und das Schicksal des Kontinents müsse in deren Händen bleiben. Auch die Handelsbeziehungen zu China sowie die Herausforderungen des Klimawandels und die Bemühungen zu dessen Bewältigung waren zentrale Themen der Rede von Ursula von der Leyen.
Feuerwehrkräfte. Rumänische Feuerwehrleute haben ihren Einsatz in Griechenland beendet, bei dem sie die dortigen Behörden bei der Bekämpfung von Waldbränden unterstützt hatten. Seit Anfang August waren 120 Feuerwehrleute im Schichtdienst nahe Athen gemeinsam mit griechischen Einsatzkräften stationiert und leisteten Hilfe für Gemeinden, die von Waldbränden bedroht waren. Vom 1. August bis zum 15. September war die Abteilung für Notsituationen des Innenministeriums im Rahmen eines von der Generaldirektion für Europäischen Katastrophenschutz und Humanitäre Hilfe organisierten Programms zur Vorabstationierung von Einsatzkräften in Griechenland tätig. Das von der EU finanzierte Hilfsprogramm sollte Gemeinden in ganz Europa unterstützen, die von den verheerenden Waldbränden der vergangenen Jahre schwer getroffen worden waren.
Volley.Die rumänische Volleyball-Nationalmannschaft der Männer bestreitet heute in Cluj-Napoca (im Nordwesten des Landes) ihr letztes Gruppenspiel bei der Europameisterschaft, die vom 9. bis 26. September gemeinsam von Italien, Bulgarien, Finnland und Rumänien ausgerichtet wird. In den ersten vier Spielen der Gruppe D musste sich Rumänien Lettland (1:3 Sätze) und Deutschland (2:3) geschlagen geben, besiegte jedoch die Schweiz (3:1) und die Türkei (3:1). In der aktuellen Tabelle belegt Frankreich den ersten Platz, gefolgt von Deutschland und Rumänien. Die besten vier Mannschaften ziehen in das Achtelfinale ein.