Nachrichten 23.07.2026
Die wichtigsten Meldungen des Tages
Dora Mihălcescu, 23.07.2026, 18:17
Rumäniens Senatoren und Abgeordnete werden kommende Woche ihre Ferien für eine außerordentliche Parlamentssitzung unterbrechen. Einberufen wurden sie in erster Linie, um die im Rahmen des nationalen Aufbau- und Resilienzplans (PNRR) eingegangenen Gesetzesvorhaben zu debattieren und zur Abstimmung zu stellen. Das umstrittenste Gesetzesvorhaben aus diesem letzten, über den PNRR zugesagten Reformpaket, das bis Ende August verabschiedet werden muss, ist das Besoldungsgesetz für den öffentlichen Dienst, das bereits Proteste ausgelöst hat. Zu den Rechtsakten, über die zwischen den Parlamentsparteien noch Kontroversen bestehen, zählt auch der Gesetzentwurf zur Reform der Nationalen Integritätsbehörde.
Rumänien rückt auf der neuen NATO-Investitionskarte für die Ostflanke in den Fokus. Die Allianz plant umfangreiche Investitionen in ihre militärische Energieinfrastruktur. Der Nordatlantikrat hat den gemeinsamen Finanzierungsplan für die Jahre 2027 bis 2031 gebilligt. Teil des Programms ist die Modernisierung der Energieversorgung der NATO. Das Gesamtvolumen beträgt 27 Milliarden Euro. Davon sollen mehrere Milliarden nach Rumänien fließen. Vorgesehen sind der Bau und die Modernisierung von Treibstoffdepots, Versorgungsnetzen und Kraftstoffpipelines – vor allem im Osten und Südosten des Bündnisgebiets. Damit will die NATO sicherstellen, dass Truppen im Krisen- oder Verteidigungsfall schneller verlegt, betankt und versorgt werden können. Für Rumänien ist die Entscheidung von besonderer Bedeutung. Das Land liegt an der NATO-Ostflanke und am Schwarzen Meer. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine gilt die Region als strategisch besonders wichtig. Der Hafen von Constanța, der Luftwaffenstützpunkt Mihail Kogălniceanu und die militärische Verkehrsinfrastruktur spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie sind Teil der Strategie der Allianz, Truppen und militärisches Gerät rasch an die Ostflanke zu verlegen. Deshalb investiert die NATO auch gezielt in die Treibstoffinfrastruktur.
Rumäniens Präsident Nicuşor Dan empfängt heute die Präsidentin der Republik Indien, Droupadi Murmu, die sich noch bis Samstag zu einem Staatsbesuch in Bukarest aufhält. Einer Mitteilung der Präsidialverwaltung zufolge werden die offiziellen Gespräche die Festigung der erweiterten bilateralen Partnerschaft, den Ausbau der zwischenmenschlichen Beziehungen durch eine Intensivierung des kulturellen, akademischen und sportlichen Austauschs sowie in den Bereichen Forschung und Innovation und darüber hinaus die Vertiefung der bilateralen wirtschaftlichen Zusammenarbeit betreffen. Am Freitag findet ein bilaterales Wirtschaftsforum statt, das von den beiden Staatsoberhäuptern eröffnet wird und an dem Vertreter der Wirtschaft aus Rumänien und Indien sowie der rumänischen Behörden teilnehmen werden.
Rumäniens Meister Universitatea Craiova (Süden) ist am Mittwochabend auswärts im Hinspiel der zweiten Qualifikationsrunde der Fußball-Champions-League von Levski Sofia aus dem Nachbarland Bulgarien mit 1:0 (1:0) besiegt worden. Das Rückspiel findet am 29. Juli in Craiova statt. Der Sieger dieses Duells trifft in der dritten Qualifikationsrunde der Champions League auf den Gewinner der Begegnung zwischen Omonia Nikosia und Kairat Almaty (1:0 im Hinspiel), der Verlierer spielt in der dritten Qualifikationsrunde der Europa League gegen den Verlierer der Partie zwischen dem aserbaidschanischen Klub Sabah FC und der finnischen Mannschaft KuPS Kuopio (1:0 im Hinspiel). Drei weitere rumänische Mannschaften treten im dritten europäischen Wettbewerb an. In der zweiten Qualifikationsrunde der Conference League trifft FCSB auf die Letten von FK Auda, CFR Cluj duelliert sich mit den Armeniern von Alaschkert, und U Cluj bestreitet ein Doppel gegen die Norweger von SK Brann.
In Rumänien waren 33 Ortschaften aus neun Kreisen sowie die Hauptstadt Bukarest von den Unwettern vom Mittwoch betroffen. Nach Angaben des Generalinspektorats für Notsituationen pumpten die Feuerwehrleute Wasser aus Hunderten von Häusern, Höfen und Kellern sowie von mehreren Straßen ab. Sie entfernten von den Dächern einiger Gebäude gelöste Bauteile und Dutzende umgestürzte Bäume. Auch Autos wurden beschädigt. Im Kreis Prahova (Süd-Mitte), der bereits am Sonntag von starken Regenfällen betroffen war, wurden mehrere Wohnungen in einem Wohnblock überflutet und die Bewohner evakuiert. Das Inspektorat für Notsituationen kündigte in der vergangenen Nacht in einem sozialen Netzwerk Einsätze zum Abpumpen von Wasser in vier Ortschaften des Kreises an. Bis heute Mittag galt für die Flüsse in den Kreisen Constanţa und Tulcea (Südosten) die rote Warnstufe wegen Überschwemmungsgefahr.
In Rumänien steigen die Temperaturen im Vergleich zum vorangegangenen Zeitraum an, vor allem im Süden, im Zentrum und im Osten, bleiben aber allgemein unter den für die Jahreszeit üblichen Werten. Der Himmel ist wechselnd bewölkt, doch vor allem am Nachmittag und am Abend wird der Grad der atmosphärischen Instabilität im Bergland und im Vorgebirge sowie im Süden und Norden des Landes hoch sein, wo örtlich Regenschauer (im Mittel 5 bis 15 l/m²), Blitzentladungen, auffrischender Wind, Sturmböen (Böen im Allgemeinen von 45 bis 50 km/h) und vereinzelt Hagel auftreten werden. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen 20 und 30 Grad Celsius. Heute gilt für mehrere Kreise im Norden, Westen, Nordwesten und im Zentrum-Süden eine gelbe Wetterwarnung wegen atmosphärischer Instabilität, auffrischenden Windes, Sturmböen und mengenmäßig beträchtlicher Platzregen.