Nachrichten 23.10.2026
Die wichtigsten Meldungen des Tages
Newsroom, 23.10.2026, 18:15
Nach den schweren Vorfällen der vergangenen Tage hat Ministerpräsident Luca Niculescu am Freitag die Arbeitsgruppe zur Prävention und Bekämpfung von Gewalt an Schulen einberufen. An der Sitzung nahmen mehrere Minister teil. „Die fast drei Millionen Schülerinnen und Schüler, die täglich in rund 6.000 Schulen in Rumänien lernen, müssen den notwendigen Schutz durch die Behörden erhalten. Wir haben heute ein Maßnahmenpaket mit dringenden Schritten beschlossen, um auf die Schwere der jüngsten Ereignisse zu reagieren. Ich versichere Eltern und Schülern sowie Lehrkräften, dass alle zuständigen Institutionen ihnen zur Seite stehen, um diesem zunehmend verbreiteten Phänomen entgegenzuwirken“, erklärte Luca Niculescu. In der kommenden Woche ist ein Treffen mit Vertretern der Lehrkräfte, der Schülerschaft und der Eltern geplant. Dabei soll der Nationale Plan zur Prävention und Bekämpfung von Gewalt an Schulen dringend überarbeitet werden.
Der rumänische Präsident Nicușor Dan wirft Russland vor, den Krieg in der Ukraine ausweiten und europäische Staaten durch Drohnenangriffe provozieren zu wollen – auch im Schwarzmeerraum. In einem Interview mit Bloomberg erklärte er, Rumänien habe über das europäische SAFE-Programm militärische Ausrüstung bestellt und bei seinen Verbündeten sowie der NATO vorübergehende Unterstützung beantragt. Das Europäische Parlament hat die EU unterdessen aufgefordert, eine Marineoperation im Schwarzen Meer zu prüfen. In Bukarest befasste sich der Oberste Verteidigungsrat mit Maßnahmen zum Schutz der Hoheitsgewässer, kritischer Infrastruktur und der Handelsschifffahrt.
Rumänien braucht die Kompetenzen, die Rumäninnen und Rumänen erworben haben, die sich entschieden haben, im Ausland zu leben oder zu studieren. Das erklärte Staatspräsident Nicușor Dan bei der Eröffnung des Forums der jungen Rumäninnen und Rumänen aus aller Welt in Bukarest. Die Veranstaltung findet in diesem Jahr zum sechsten Mal statt. Mehr als 150 junge Menschen aus Rumänien und der Diaspora nehmen sechs Tage lang an verschiedenen Aktivitäten teil. Ziel ist es, konkrete Lösungen für Probleme zu entwickeln, die junge Menschen betreffen. Am Samstag und Sonntag stehen Schulungen zu öffentlicher Politik und Lobbyarbeit auf dem Programm. Anschließend arbeiten die Teilnehmenden in Teams gemeinsam mit Moderatoren an konkreten Vorschlägen zu Themen, die für junge Menschen von Bedeutung sind. Dazu gehören unter anderem Bildung, Arbeitsmarkt, Justiz und die Beziehungen zur rumänischen Diaspora. Am Montag und Dienstag werden die Vorschläge gemeinsam mit Experten für öffentliche Politik analysiert. Die jungen Teilnehmenden sollen ihre Lösungsansätze weiterentwickeln und sich auf die abschließende Präsentation vorbereiten. Am Mittwoch, dem letzten Tag des Forums, stellen sie ihre Vorschläge Vertretern der Zivilgesellschaft und der Wirtschaft vor. Diese haben die Möglichkeit, die Initiativen zu bewerten und ihr Interesse an deren Unterstützung und Umsetzung zu bekunden.
Neun Seeleute sind nach einem Schiffsunglück am Freitag im Schwarzen Meer gerettet worden. Ein unter ausländischer Flagge fahrendes Handelsschiff war von Drohnen getroffen worden. Nach Angaben der rumänischen Schifffahrtsbehörde bestand die Besatzung aus 13 Personen, darunter zehn ukrainische und drei aserbaidschanische Staatsangehörige. Ein Besatzungsmitglied kam ums Leben, drei weitere werden vermisst. Das gesunkene Schiff „Khoryv“, das unter der Flagge der Komoren fuhr, wurde rund 13 Seemeilen vor dem rumänischen Hafen Constanța getroffen. Als Reaktion auf den Angriff erklärte der rumänische Außenminister Dan Neculăescu in einem Beitrag in den sozialen Medien, Russlands völkerrechtswidriger Angriffskrieg gegen die Ukraine eskaliere weiter. Dies beeinträchtige unmittelbar den kommerziellen Schiffsverkehr im Schwarzen Meer. Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zeigte sich angesichts einer erneuten Eskalation durch Russland im Schwarzen Meer zutiefst besorgt. „Diese rücksichtslosen Angriffe gefährden das Leben unschuldiger Menschen und stellen eine offene Missachtung des Völkerrechts dar“, schrieb die Kommissionspräsidentin in den sozialen Medien. Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Angriffen ein, die in den vergangenen Wochen Handelsschiffe im Schwarzen Meer zum Ziel hatten.
Rumäniens Ministerpräsident Luca Niculescu hat die zuständigen Ministerien aufgefordert, ihre Bemühungen zu beschleunigen, um die letzten Auszahlungen im Rahmen des Nationalen Aufbau- und Resilienzplans, kurz PNRR, abzuschließen. Bei einer Sitzung am Freitag mit Vertretern der zuständigen Ministerien lag der Schwerpunkt auf der Prüfung der Zahlungsanträge Nummer fünf und sechs. Außerdem ging es darum, Maßnahmen zur Beschleunigung der Prüfung festzulegen sowie technische und gesetzliche Probleme im Zusammenhang mit der Europäischen Kommission zu beheben. „Die Einwerbung von Mitteln aus dem PNRR bleibt eine absolute Priorität. Jeder erreichte Meilenstein bedeutet direkte Investitionen in Krankenhäuser, Schulen, Kinderkrippen und moderne Infrastrukturnetze für die Bürgerinnen und Bürger. Die rumänische Wirtschaft ist dringend auf europäische Gelder angewiesen. Wir müssen die Verfahren zur Ausschöpfung der PNRR-Mittel rasch abschließen“, erklärte Luca Niculescu. Bislang hat Rumänien rund 13,3 Milliarden Euro aus dem Aufbau- und Resilienzplan erhalten. Das entspricht etwa 66 Prozent der Summe, die Rumänien nach der Neuverhandlung des Plans zugewiesen wurde.
Rumänien erhält von der Europäischen Kommission mehr als eine Million Impfdosen gegen die Pest der kleinen Wiederkäuer und die Pocken bei Schafen und Ziegen. Die Impfungen sollen die Krankheiten eindämmen und die Voraussetzungen schaffen, um Handelsbeschränkungen schrittweise aufzuheben. Die Exportbeschränkungen für lebende Schafe und Ziegen gelten derzeit bis zum 31. Dezember. Sie verursachen erhebliche Verluste für die rumänischen Züchter, die im vergangenen Monat in Bukarest dagegen protestiert hatten.
In Bukarest wird das internationale Forum zum Wiederaufbau der Ukraine fortgesetzt. Finanzminister Alexandru Nazare zufolge werden dafür in den kommenden zehn Jahren Investitionen von nahezu 600 Milliarden US-Dollar benötigt. Rumänien wolle sich mit gemeinsamen Projekten in den Bereichen Infrastruktur, Energie und Wirtschaft beteiligen. Außenminister Dan Neculăescu betonte die Bedeutung engerer Verbindungen zwischen Rumänien, der Republik Moldau und der Ukraine. Der ukrainische Botschafter in Bukarest rief außerdem zu Spenden für medizinische Ausrüstung auf.
In Rumänien ist es heute in weiten Teilen regnerisch. In höheren Lagen fällt teilweise Schneeregen. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen 9 und 21 Grad. In Bukarest bleibt es kalt und überwiegend bewölkt, bei zeitweiligem Regen und Höchstwerten von 15 bis 16 Grad.