Nachrichten 26.06.2026
Die wichtigsten Meldungen des Tages
Newsroom, 26.06.2026, 18:38
Der rumänische Präsident Nicușor Dan erwartet heute die Vorsitzenden der ehemaligen Regierungskoalition – PSD, PNL, USR und UDMR – zu weiteren Gesprächen in Bukarest. Ziel ist eine politische Vereinbarung zur Unterstützung einer neuen Regierung. Bei den Verhandlungen am Vortag konnte jedoch noch keine Einigung erzielt werden. PSD-Chef Sorin Grindeanu erklärte dennoch, dass erste Fortschritte erreicht wurden. Demnach hätten sich die Parteien auf die Grundprinzipien eines politischen Abkommens verständigt. Im Mittelpunkt stehen die makroökonomischen Ziele Rumäniens, der Nationale Aufbau- und Resilienzplan, der OECD-Beitritt sowie das europäische SAFE-Programm. Offen bleiben weiterhin die Regierungsform und die Frage, wer das Amt des Ministerpräsidenten übernehmen soll. Die Sozialdemokraten haben Sorin Grindeanu nominiert. Die USR lehnt jedoch eine reine PSD-Regierung ab und bevorzugt ein Rotationsmodell. Dieses sieht vor, dass zunächst eine Regierung aus PNL, USR und UDMR gebildet wird, die von der PSD unterstützt wird. Im kommenden Jahr würden die drei Parteien im Gegenzug eine von der PSD geführte Regierung mittragen. Sowohl die PSD als auch Präsident Nicușor Dan haben diesen Vorschlag jedoch zurückgewiesen. Unterdessen haben die Liberalen den Europaabgeordneten Siegfried Mureșan, stellvertretenden Vorsitzenden der PNL und der Europäischen Volkspartei, als Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten vorgeschlagen. Dieser Vorschlag wird von USR und UDMR unterstützt.
Das rumänische Haushaltsdefizit hat sich in den ersten Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nahezu halbiert. Es liegt derzeit bei 1,75 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, nachdem es im vergangenen Jahr noch 3,35 Prozent betragen hatte. Das teilte das Finanzministerium mit. Die Staatseinnahmen stiegen um 9,2 Prozent. Ausschlaggebend waren vor allem höhere Einnahmen aus der Mehrwertsteuer, den Steuern und den Sozialversicherungsbeiträgen. Gleichzeitig gingen die Staatsausgaben um 1,5 Prozent zurück. Finanzminister Alexandru Nazare erklärte auf Facebook, dass in den kommenden Wochen Gespräche mit internationalen Ratingagenturen stattfinden werden. Die aktuellen Haushaltszahlen seien ein wichtiges Argument dafür, dass Rumänien seinen Kurs der Haushaltskonsolidierung fortsetzen könne. Mit der Europäischen Kommission hat sich Rumänien auf ein Haushaltsdefizit von 6,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bis zum Jahresende verständigt.
Der nächste Gipfel der NATO-Ostflanke wird in Rumänien stattfinden. Das kündigte Präsident Nicușor Dan bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit den Staats- und Regierungschefs an, die am Donnerstag am Treffen des Formats im polnischen Danzig teilgenommen hatten. Im Mittelpunkt der Beratungen standen die sicherheitspolitischen Herausforderungen an der Ostflanke des Bündnisses. Zudem wurden die wichtigsten Themen festgelegt, die beim NATO-Gipfel Anfang kommenden Monats in Ankara auf der Tagesordnung stehen sollen. Präsident Nicușor Dan betonte, dass sich Rumänien insbesondere für eine stärkere Berücksichtigung der südlichen Ostflanke und der strategischen Bedeutung des Schwarzen Meeres einsetzen werde. Am Rande des Treffens zeichnete der rumänische Präsident den ehemaligen polnischen Staatspräsidenten und Bürgerrechtler Lech Wałęsa mit dem Nationalorden „Stern Rumäniens“ im Großkreuz aus.
Rumänien feierte am Freitag den Tag der Nationalflagge. In Bukarest wurde der Feiertag mit einer feierlichen Zeremonie auf dem Piața Tricolorului begangen. Bei der vom Verteidigungsministerium organisierten Veranstaltung wurde die Nationalflagge von einem Militärgeistlichen gesegnet und anschließend unter den Klängen der Nationalhymne am Fahnenmast gehisst. Ähnliche Zeremonien fanden am Freitag auch in den Garnisonsstädten im ganzen Land statt. Die verwundeten Soldatinnen und Soldaten des Teams Invictus Rumänien begehen den Tag mit einer Besteigung des Parângul Mare. Höhepunkt der Aktion war das Entfalten einer 100 Meter langen Nationalflagge durch Soldaten, Invictus-Freiwillige und Zivilisten – als Symbol für den nationalen Zusammenhalt.
Rumänien und elf weitere Mitgliedstaaten der Europäischen Union fordern die Europäische Kommission auf, die Anwendung der neuen Vorschriften zur Verringerung von Methanemissionen um drei Jahre zu verschieben. Nach Ansicht der zwölf Staaten wäre die Umsetzung der neuen Regeln zum jetzigen Zeitpunkt nur schwer zu bewältigen. Zudem könnte sie die Versorgung Europas mit Erdgas und Erdöl gefährden – in einer Phase, in der die internationalen Energiemärkte ohnehin von Unsicherheit geprägt sind. Das Thema stand am Freitag auf der Tagesordnung des Treffens der EU-Energieminister in Luxemburg.
In Venezuela läuft nach den beiden schweren Erdbeben ein Wettlauf gegen die Zeit. Rettungskräfte suchen nach Überlebenden, die unter den Trümmern eingestürzter Gebäude verschüttet sind. Nach Angaben der Behörden werden Hunderte Menschen noch vermisst. Mehr als 250 Gebäude wurden beschädigt oder vollständig zerstört. Betroffen sind unter anderem mindestens acht Krankenhäuser, der Sitz des Venezolanischen Roten Kreuzes sowie die französische Botschaft in Caracas. Zehntausende Haushalte sind zudem ohne Strom- und Wasserversorgung. Die vorläufige Zahl der Todesopfer liegt derzeit bei 235. Die Behörden befürchten jedoch, dass die Opferzahl noch deutlich steigen könnte und möglicherweise in die Tausende geht. Das erste Erdbeben mit einer Stärke von 7,2 ereignete sich am Mittwochabend. Das Epizentrum lag rund 160 Kilometer von der Hauptstadt Caracas entfernt. Weniger als eine Minute später folgte ein zweites Beben der Stärke 7,5 – das stärkste Erdbeben, das Venezuela seit fast 130 Jahren erlebt hat.
In Rumänien gelten heute Hitzewarnungen. Ab Mittag tritt für mehrere Kreise im Westen und Nordwesten des Landes die Warnstufe Orange in Kraft. Dort werden außergewöhnlich hohe Temperaturen, starke Hitze und eine hohe Wärmebelastung erwartet. Die Höchstwerte liegen zwischen 33 und 37 Grad. Für die übrigen Landesteile gilt die Warnstufe Gelb. Dort steigen die Temperaturen auf bis zu 34 Grad Celsius. Nach Angaben der Meteorologen wird die Hitzewelle, die derzeit weite Teile Europas erfasst hat, am Wochenende auch Rumänien erreichen. Dann werden Spitzenwerte von bis zu 39 Grad Celsius erwartet. Eine leichte Abkühlung zeichnet sich erst gegen Ende der kommenden Woche ab.