Lehrerprotest in Rumänien: Boykott der nationalen Probetests angekündigt
Die Lehrer in Rumänien wollen die nationalen Probetests boykottieren.
Bogdan Matei, 09.03.2026, 23:08
Die Gewerkschaften im rumänischen Bildungssystem nehmen ihre Proteste gegen die Sozial- und Gehaltspolitik der Regierung mit neuer Intensität wieder auf. Die Schüler der Abschlussklassen – der 8. Klasse der Mittelschule und der 12. Klasse der Gymnasien – bereiten sich auf die sogenannten Probesimulationen der nationalen Abschlussprüfungen vor. Diese sollen jedoch von den Lehrkräften boykottiert werden, kündigte der Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft „Spiru Haret“, der Lehrer Marius Nistor, an.
Er erklärte, dass sich eine sehr große Zahl von Lehrern in einem in den Schulen organisierten Referendum für die Nichtteilnahme an diesen Tests ausgesprochen habe. Nistor fügte hinzu, dass diese Entscheidung vor dem Hintergrund wachsender Unzufriedenheit über die Sparmaßnahmen der Regierungskoalition sowie wegen des Fehlens eines echten Dialogs mit den Behörden getroffen worden sei.
Die Probetests für die nationale Abschlussprüfung der Achtklässler sind für den Zeitraum vom 16. bis 18. März geplant, jene für das Abitur zwischen dem 23. und 26. März. „Selbstverständlich können sie verschoben werden, aber bis dahin sollte diese Regierung die Botschaft der Beschäftigten im Bildungssystem verstehen: Man kann Sparmaßnahmen nicht unbegrenzt hinnehmen“, erklärte Nistor.
Die Gewerkschaftsführer sind zudem unzufrieden darüber, dass bislang kein Treffen mit dem neuen Bildungsminister stattgefunden hat. Es scheint kein besonders glücklicher Beginn der Amtszeit des neuen Ministers Mihai Dimian zu sein, der erst vor einer Woche vereidigt wurde.
Dimian ist seit 2024 Rektor der „Ștefan cel Mare“-Universität in Suceava im Norden des Landes. Zuvor koordinierte er von 2012 bis 2024 als Prorektor die wissenschaftliche Forschung dieser Universität. In den Jahren 2006 bis 2016 war er Assistenzprofessor beziehungsweise außerordentlicher Professor mit Promotionsrecht an der Howard University in Washington, D.C., in den Vereinigten Staaten.
Mehrere Monate lang war das Bildungsministerium interimistisch von Premierminister Ilie Bolojan geleitet worden, nachdem der Minister Daniel David Ende vergangenen Jahres zurückgetreten war – ebenfalls infolge einer Welle von Protesten seitens der Lehrer und Studenten.
Der Beginn des Schuljahres in Rumänien war bereits von Protesten der Lehrkräfte geprägt, die mit den Änderungen im Maßnahmenpaket zur Reduzierung des Haushaltsdefizits unzufrieden sind, für das die Regierung im Parlament die Verantwortung übernommen hatte. Am 8. September 2025 fand in einigen Schulen des Landes kein Unterricht statt, und die Lehrer weigerten sich, an den Eröffnungsfeierlichkeiten teilzunehmen. Sie protestierten dagegen, dass sie mehr Unterrichtsstunden geben müssen, die Klassen größer werden und sie gleichzeitig weniger verdienen.
Den Lehrern schlossen sich auch die Studenten an. Auch sie lehnen die im vergangenen Jahr verabschiedeten Maßnahmen ab, die zu einer Kürzung der Stipendienfonds sowie zur Abschaffung bestimmter Ermäßigungen im lokalen und im Eisenbahnverkehr geführt haben.