Rumänien fordert stärkere EU-Verteidigung und mehr Aufmerksamkeit für die Schwarzmeerregion
Der rumänische Verteidigungsminister Radu Miruță hat in Brüssel für mehr Aufmerksamkeit gegenüber der Schwarzmeerregion plädiert.
Ştefan Stoica, 05.03.2026, 21:25
Der rumänische Verteidigungsminister Radu Miruță hielt sich am Mittwoch in Brüssel auf, wo er mit der Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola, zusammentraf. In den Gesprächen hob der rumänische Offizielle die Bedeutung hervor, die Verteidigungsdimension auf Ebene der Europäischen Union zu stärken. Gleichzeitig unterstrich er die Notwendigkeit angemessener Mittelzuweisungen im künftigen Mehrjährigen Finanzrahmen, um die Finanzierung der europäischen Verteidigungsindustrie zu unterstützen.
Der Verteidigungsminister plädierte für einen verstärkten europäischen Ansatz zur Vereinfachung der Verfahren und Instrumente im Verteidigungsbereich, damit die Mitgliedstaaten europäische Mittel effizienter nutzen können. Auf der Tagesordnung stand auch die Initiative SAFE – Action for the Security of Europe –, die für Rumänien sowohl im Hinblick auf die Stärkung der industriellen und technologischen Verteidigungsbasis als auch auf die Erhöhung der Resilienz in der Schwarzmeerregion von Bedeutung ist.
Die beiden Offiziellen erörterten außerdem den rumänischen Vorschlag, für eine Fortführung des SAFE-Programms eine Verordnung auszuarbeiten, die eine genaue Kartierung der bestehenden industriellen Einrichtungen vorsieht und diese direkt in das Programm einbezieht.
Darüber hinaus diskutierten Minister Miruță und Präsidentin Metsola über die Gefahr der Desinformation sowie über technische Lösungen für dieses Phänomen. Vor dem Hintergrund der Aggression der Russischen Föderation gegen die Ukraine sowie der breiteren Auswirkungen der Instabilität in anderen Regionen – darunter im Nahen Osten – bekräftigte Radu Miruță die Bedeutung einer verstärkten Aufmerksamkeit für die Schwarzmeerregion. Er betonte die Notwendigkeit eines kohärenten und einheitlichen Ansatzes auf europäischer und euro-atlantischer Ebene in enger Abstimmung mit der NATO.
Die Gespräche bestätigten erneut die strategische Bedeutung der Ostflanke der NATO für die euro-atlantische Sicherheit. Der rumänische Verteidigungsminister hob den substantiellen Beitrag Rumäniens zu Maßnahmen zur Stärkung der Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit des Bündnisses hervor sowie das feste Engagement des Landes für höhere Investitionen im Verteidigungsbereich.
Im Hinblick auf die Ukraine bekräftigte der rumänische Offizielle die konsequente Unterstützung Rumäniens für die Unabhängigkeit, Souveränität und territoriale Integrität dieses Staates. Miruță unterstrich die Bedeutung der Fortsetzung humanitärer, finanzieller und militärischer Hilfe sowie der Unterstützung für den europäischen Integrationskurs Kiews.
Das Treffen zwischen Radu Miruță und Roberta Metsola bestätigte erneut das gemeinsame Engagement für die Stärkung der europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik in einem internationalen Umfeld, das von komplexen und dynamischen Herausforderungen geprägt ist.