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Tarifkonflikt: Lehrkräfte streiken heute

Das zweite Semester dieses Schuljahres begann mit einem weiteren Streik der Lehrkräfte.

Tarifkonflikt: Lehrkräfte streiken heute
Tarifkonflikt: Lehrkräfte streiken heute

, 19.01.2022, 13:35


Die rumänischen Bildungsgewerkschaften haben in der ersten Woche des zweiten Schulhalbjahres ihre Proteste wieder aufgenommen. Im Vordergrund steht die Entscheidungen der Behörden, die Gehälter um lediglich 4,5 % anzuheben. Die Beschäftigten im Bildungswesen fordern von der Regierung, dass sie, die in einem Gesetz aus dem Jahre 2017 festgelegt Gehälter erhalten. Diesem nach, hätten sie bereits vor zwei Jahren eine Gehaltserhöhung von 16 % erhalten sollen. Die Gewerkschafter fordern au‎ßerdem, dass 6 % des Bruttoinlandsprodukts für die Finanzierung des Bildungswesens bereitgestellt werden. Sie wollen Zuschläge für die Arbeitsbedingungen erhalten, Überstunden bezahlt bekommen und dass die Zahl der Lehrerinnen und Lehrer erhöht wird.




Obwohl sie Ende letzten Jahres mit einem Generalstreik im Bildungswesen beginnend mit dem 10. Januar drohten, geschah aufgrund der Ferien zunächst nichts. Simion Hăncescu, Vorsitzender des Verbands der freien Gewerkschaften im Bildungswesen, sagte, dass die Wut der Lehrkräfte angesichts der fehlenden Reaktion der Behörden stetig zunimmt. Es haben sich viele Missstände aufgestaut. Am 6. Dezember überreichten wir der rumänischen Regierung einen Antrag mit 163.000 Unterschriften, in dem die Umsetzung des Gesetzes 153 beginnend mit dem 1. Januar 2022 gefordert wird. Leider reagierten die Behörden überhaupt nicht darauf. Es folgten für drei Tage Proteste vor der Regierung. Der Regierungschef schwieg. Letzte Woche stellten wir für einen Tag Streikposten auf. Nun haben wir beschlossen, eine Form des Protests zu wählen, an dem mehr Menschen teilnehmen. Wir wollen einen Generalstreik.“




Gemä‎ß dem Vorsitzenden des Verbands der Bildungsgewerkschaften Spiru Haret“, Marius Nistor, sind nicht nur die Lehrerinnen und Lehrer unzufrieden. Ich möchte klarstellen, dass wir nicht nur von Lehrern und Lehrkräften sprechen. Wir sprechen über das gesamte Personal einer Schule: Lehrkräfte, Hilfskräfte und nicht lehrendes Personal, also alle unsere Kollegen, unabhängig von ihrer Position in der Schule“.




Bildungsminister Sorin Cîmpeanu ist der Ansicht, dass die Gehälter der Lehrkräfte motivierend sein müssen und sagt, er verstehe, dass die Lehrkräfte wegen der Nichtumsetzung des Gesetzes von 2017 protestieren. Dennoch appellierte der Minister an ihr Verständnis. Er glaube, dass die gro‎ße Mehrheit von ihnen die Schülerinnen und Schüler nicht im Stich lassen werde, die schon wegen Corona vom Online-Unterricht betroffen sind. Nach den bisherigen Erhöhungen, so der Minister, hat ein angehender Lehrer ein Nettogehalt von 2.597 Lei, also etwas mehr als 500 Euro, und ein Lehrer mit mehr als 40 Dienstjahren – 4.398 Lei, also fast 900 Euro. Laut Cîmpeanu könnten zu diesen Gehältern noch Zulagen hinzukommen.





Die Lehrerinnen und Lehrer sind nicht die einzigen im Bildungsbereich, die mit den Entscheidungen der Behörden unzufrieden sind. Neulich protestierten einige Schülerinnen und Schüler gegen die Kürzung von Schulstipendien. Doch das konnte den Bildungsminister nicht umstimmen.

Foto: wqqh87ok4g / pixabay.com
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