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Rückblick auf die Woche 31.08.2026 – 04.09.2026

Jahrestreffen der rumänischen Diplomatie /// Schlussstrich für PNRR /// EU-Ratspräsident Antonio Costa in Bukarest /// Russlands Vorgehen sorgt in den EU-Hauptstädten für Entrüstung /// Tag der rumänischen Sprache erstmals in drei Ländern gefeiert

Sguardo sulla settimana
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, 05.09.2026, 13:08

Jahrestreffen der rumänischen Diplomatie
Am Jahrestreffens der rumänischen Diplomatie in Bukarest haben diese Woche die Leiter der diplomatischen Vertretungen und Konsulate im Ausland, ausländische Botschafter und hochrangige Staatsvertreter teilgenommen. Das diesjährige Treffen stand unter dem Motto „Diplomatie als Anker in einer Welt im Wandel“. Im Mittelpunkt der Gespräche standen Wirtschaftswachstum, Sicherheit sowie die Stärkung des Vertrauens und der Beziehungen zur rumänischen Diaspora.
Die Stärkung der Sicherheit, die rumänischen Gemeinschaften außerhalb der Landesgrenzen und die Wirtschaftsdiplomatie seien die drei Ziele der rumänischen Außenpolitik, hat Präsident Nicuşor Dan in seiner Ansprache vor dem diplomatischen Korps erklärt. Rumänien leiste einen Beitrag zur transatlantischen Sicherheit, zur Sicherheit der Ostflanke und der eigenen Region, sagte er. Dan sprach auch über die großen Vorhaben zur regionalen Vernetzung und kündigte an, dass die Förderung von Erdgas aus dem Offshore-Projekt Neptun Deep im kommenden Jahr anlaufen werde. Darüber hinaus verwies der Präsident auf die dringende Lösung für einige administrative Altlasten, etwa die Situation einiger Konsulatsgebäude und die verspätete Rotation der Diplomaten. Zugleich bekräftigte er Rumäniens Unterstützung für die Aufnahme der Republik Moldau und der Ukraine in die Europäische Union und sagte, die Beziehungen zu Chișinău blieben für die rumänische Außenpolitik von außerordentlicher Bedeutung. Die geschäftsführende Außenministerin Oana Ţoiu erklärte ihrerseits, der Beitrittsprozess Rumäniens zur Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sei in diesem Jahr eines der wichtigsten Ziele der rumänischen Diplomatie. Unter allen Staaten, die sich im Beitrittsprozess befinden, habe Rumänien die größten Fortschritte gemacht, sagte sie.

Schlussstrich für PNRR
Der Nationale Aufbau- und Resilienzplan, das europäische Paket aus Reformen und öffentlichen Investitionen für die Zeit nach der Pandemie, ist zu Ende gegangen. Noch bis zum letzten Tag, dem 31. August, sind in Rumänien fertige Projekte abgenommen und von der Regierung Rechtsakte verabschiedet worden, um möglichst viele eingegangene Verpflichtungen und Meilensteine zu erfüllen. In Târgu Mureş ist ein neues herzchirurgisches Zentrum eröffnet worden, und auf der Moldau-Autobahn A7 ist ein weiterer, knapp 50 Kilometer langer Abschnitt für den Verkehr freigegeben worden.
Die PNRR-Mittel beliefen sich auf 13,5 Milliarden Euro an nicht rückzahlbaren Zuschüssen und rund sieben Milliarden Euro an Darlehen. Insgesamt sei es Rumänien gelungen, mehr als 90 Prozent der von der Europäischen Union über dieses Programm bereitgestellten nicht rückzahlbaren Mittel abzurufen und zu investieren, so der kommissarische Ministerpräsident Ilie Bolojan. Rumänien bleiben wichtige Investitionen in die große Infrastruktur, darunter modernisierte und elektrifizierte Bahnstrecken, Krankenhäuser und Schulen in fast allen Kreishauptstädten sowie Projekte zur Steigerung der Energieeffizienz, sagte Bolojan. Zugleich seien allerdings beträchtliche Mittel verloren gegangen, etwa 770 Millionen Euro wegen des Scheiterns der Reform der Löhne im Staatssektor oder knapp 100 Millionen Euro wegen unvollständiger Maßnahmen im Bereich der Dekarbonisierung. Von den mehr als 15.000 zugesagten Investitionen sind fast 4.500 Projekte nicht abgeschlossen oder noch nicht abgenommen worden. Im Vergleich zu den anderen EU-Staaten liegt Rumänien beim tatsächlich ausgezahlten Anteil der PNRR-Mittel am Ende der Rangliste und hat nur rund 61 Prozent der insgesamt zugewiesenen Gelder gesichert. Spitzenreiter beim Abruf der PNRR-Mittel sind Spanien und Italien mit 90 bis 100 Prozent, gefolgt von Portugal und Griechenland mit einer Abrufquote von 80 bis 85 Prozent.

EU-Ratspräsident Antonio Costa in Bukarest
Der rumänische Präsident Nicuşor Dan hat am Donnerstag den Präsidenten des Europäischen Rates, Antonio Costa, empfangen, der sich zu Gesprächen über die Prioritäten und Anliegen Rumäniens in Bukarest aufgehalten hat. Dan sagte, das wichtigste Thema des Gesprächs sei die Verhandlung über den künftigen EU-Haushalt für den Zeitraum 2028 bis 2034 gewesen. Rumänien trete für einen „ambitionierten“ Haushalt mit umfangreichen Mitteln für die Bereiche Kohäsion und Landwirtschaft ein, die es dem Land ermöglichen sollen, den Rückstand gegenüber den anderen europäischen Staaten zu verringern.
Antonio Costa erklärte seinerseits, die jüngsten Verletzungen des rumänischen Luftraums sowie die Zwischenfälle mit Seedrohnen seien „zutiefst besorgniserregend“. Brüssel werde weiterhin an der Seite Rumäniens stehen, weil es verstehe, dass die Sicherheit Rumäniens die Sicherheit Europas insgesamt sei. Wir müssen bei unseren Bemühungen um einen gerechten und dauerhaften Frieden in der Ukraine geschlossen auftreten, sagte Costa. Darüber hinaus äußerte er seine Dankbarkeit für die „starke Unterstützung, die Rumänien der Republik Moldau auf ihrem Weg zur EU-Integration gewährt“. Der Präsident des Europäischen Rates reiste am Donnerstag außerdem nach Bulgarien und Griechenland. Zuvor hatte er die Slowakei, Estland, Lettland, Litauen, Tschechien, Ungarn, Kroatien und Luxemburg besucht.

 

Russlands Vorgehen sorgt in den EU-Hauptstädten für Entrüstung
Das rumänische Außenministerium hat den russischen Botschafter in Bukarest, Wladimir Lipaew, im Kontext des Drohnenvorfalls vom vergangenen Monat am Flughafen Leipzig einbestelt. Die kommissarische Außenministerin Oana Ţoiu erklärte, Bukarest stehe solidarisch an der Seite Deutschlands und der anderen europäischen Lönder, die neben Rumänien ihrerseits mit hybriden Aktivitäten, Einmischungen und „unbesonnenen und anhaltenden Provokationen“ Russlands konfrontiert seien.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte, Vorfälle wie die russischen Drohnensabotageakte in Deutschland seien zur „neuen Normalität“ geworden und stellten eine neue Eskalation der russischen Aktivitäten auf dem Gebiet der Europäischen Union dar. Wäre der Angriff erfolgreich gewesen, „hätte er enorme Schäden und möglicherweise sogar den Verlust von Menschenleben verursacht“, sagte sie. NATO-Generalsekretär Mark Rutte erklärte seinerseits, Russland werde „zunehmend unbesonnener“, während es seinen groß angelegten Angriff auf die Ukraine fortsetze. Die Geschlossenheit der Verbündeten sei jedoch „unerschütterlich“. Mehrere Mitgliedstaaten bestellten Vertreter Moskaus ein, nachdem die deutsche Polizei die DNA von zwei Männern mit russischem Pass identifiziert hatte, die die mit Sprengstoff bestückte Drohne zum Flughafen Leipzig gebracht haben könnten.

Tag der rumänischen Sprache erstmals in drei Ländern gefeiert
Der Tag der rumänischen Sprache ist diese Woche, am 31. August, in Rumänien, der Republik Moldau und erstmals auch in der Ukraine gefeiert worden. Eine Festveranstaltung fand gleichzeitig an der Rumänischen Akademie und an der Akademie der Wissenschaften der Republik Moldau statt. Im Bukarester Senat wurde außerdem eine Veranstaltung zur rumänischen Handschrift unter dem Titel „Großes nationales Diktat“ veranstaltet, an der Kinder und Erwachsene aus unterschiedlichen Bereichen teilgenommen haben. Sie wurden aufgefordert, einen diktierten Auszug aus dem Tagebuch von Königin Maria aufzuschreiben.
Eine ähnliche Veranstaltung fand in Chișinău statt. Mehr als 2.500 Menschen versammelten sich im Zentrum der moldauischen Hauptstadt und schrieben einen Auszug aus dem Werk des Schauspielers, Regisseurs, Dramatikers und Humoristen Gheorghe Urschi ab, der als „König des Humors“ der Republik Moldau bezeichnet wird. Auch in Tschernowitz in der Ukraine wurde der Tag der rumänischen Sprache begangen. Vertreter der örtlichen Verwaltung, rumänische Diplomaten in der Ukraine und Mitglieder der rumänischen Gemeinschaft in der Region legten Kränze an den Bildnissen von Taras Schewtschenko und Mihai Eminescu nieder. Schewtschenko gilt als Nationaldichter der Ukraine, Eminescu als einflussreichste Persönlichkeit der rumänischen Literatur.
„Wir erleben einen historischen Moment, denn zum ersten Mal feiern Rumänien, die Republik Moldau und die Ukraine am selben Tag den Tag der rumänischen Sprache“, erklärte der rumänische Botschafter in Kiew, Victor Micula. Er begrüßte die Entscheidung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, die rumänische Sprache offiziell anzuerkennen und diesen Feiertag auch im Nachbarland einzuführen.

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