Boris Gurzhy (Junior Enterprises Europe): Europa wieder wettbewerbsfähig machen
Das globale Dorf war diesmal in Brüssel, wo neulich die neue Ausgabe der jährlich organisiertn Veranstaltung des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses (EWSA) stattgefunden hat. Ziel der diesjährigen Ausgabe von „Your Europe, Your Say!“ – Dein Europa, deine Meinung - war es, das Thema „Sinnvolle Verbindungen, aktive Beteiligung und demokratisches Engagement“ zu beleuchten.
Radio România Internațional, 31.03.2026, 10:57
Rund 140 Teilnehmer, darunter Gymnasiasten und ihre Lehrer sowie junge Erwachsene aus Jugendorganisationen, haben in interaktiven Workshops, Netzwerktreffen und gemeinsamen Diskussionen darüber nachgedacht, wie sich junge Menschen stärker demokratisch einbringen und einen inklusiven Dialog führen können. Boris Gurzhy von der Organisation Junior Enterprises Europe hat die jungen Leute dazu aufgerufen, ihre Stimme zu erheben – auch in Fragen der Europäischen Union – statt darauf zu warten, einfach zu Entscheidungsprozessen eingeladen zu werden.
Eugen Cojocariu hat mehr zum Selbstverständnis der Junior Enterprises Europe erfahren.
BG: Junior Enterprises Europe ist die europäische Dachorganisation von Junior Enterprises: das sind studentische Organisationen, die ausschließlich von Studierenden betrieben werden und die Projekte machen für Unternehmen, für Einzelpersonen und auch für Institutionen. Das große Thema bei diesen Junior Enterprises ist, unternehmerische Fähigkeiten in den Studierenden auszubilden. Ich bin der Überzeugung, dass diese Umbrella-Organisation, in der ich arbeite, die über 35.000 Studenten in 16 Ländern mit über 325 Junior Enterprises umfasst, dass die Mitglieder, die dort aktuell in ihren Studentenorganisationen arbeiten, die nächste Generation von europäischen Führungskräften ist.
EC: Mit welchen aktuellen Themen sind die EU-Behörden im Moment beschäftigt?
BG: Es gibt viele Vorschläge aktuell von der Europäischen Kommission, die sehr relevant sind für die nächste Generation.Das reicht von Nachhaltigkeit über Digitales und vieles mehr.
Allerdings, was mich am meisten interessiert, auch wegen meiner Arbeit, ist das Thema Unternehmertum. Und: Wie machen wir Europa wirklich wieder wettbewerbsfähig? Wie machen wir Europa wieder zu dem Ort, wo Gründer nicht nur ihr Unternehmen erschaffen, sondern dann auch hochziehen und skalieren?
Dazu gibt es eine Reihe von Vorschlägen, die die Europäische Kommission machen wird. Einer davon, der mich am meisten interessiert, ist das sogenannte 28. Regime, was eine Rechtsform sein soll für Unternehmen, EU-weit in allen 27 Ländern vereinheitlicht und leicht digital betretbar.
EC: Die Teilnehmer haben Vorschläge für die nächste EU-Jugendstrategie vorgestellt. Sie haben die EU-Institutionen aufgefordert, ihren Wohnbedürfnissen, den Herausforderungen im digitalen Bereich und ihrem Potenzial im politischen und gesellschaftlichen Leben deutlich mehr Aufmerksamkeit zu schenken.
BG: Ich wünsche mir für die nächste EU Youth Strategy, dass wieder mehr Fokus gesetzt wird auf NGOs, die in dem Jugendfeld agieren, und dass es vor allem konkrete Maßnahmen gibt, um sie wieder zu festigen, sei es mehr Funding oder auch einfach eine höhere Recognition dafür, was diese Student NGOs machen und den Beitrag, den sie zu europäischen Entscheidungsprozessen leisten.
EC: Alles in allem war es für Boris Gurzhyi von Junior Enterprises Europe ein gelungenes Event, wie er abschließend feststellte.
BG: Ich liebe es immer, bei Events anwesend zu sein, wo viele junge Leute sind, weil man wirklich den Unterschied merkt zu anderen Veranstaltungen, und die Motivation, der Drive, auch die Inspiration, die diese jungen Menschen mit sich bringen, lassen einen optimistisch sein über die Zukunft der Europäischen Union.