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Wirtschaft: Kompliziertes Lagebild, große Herausforderungen

Die rumänische Wirtschaft hat mit internen und externen Herausforderungen zu kämpfen. Die sogenannten Zwillingsdefizite bereiten den Entscheidungsträgern in Bukarest erhebliche Probleme. Um die seit Jahren anhaltende Schieflage zu korrigieren, müssen Maßnahmen ergriffen werden, die in der Bevölkerung wenig Zustimmung finden.

Wirtschaft: Kompliziertes Lagebild, große Herausforderungen
Wirtschaft: Kompliziertes Lagebild, große Herausforderungen

, 03.04.2026, 13:24

Rumänien ist bereits seit der Zeit vor der Pandemie in einem EU-Verfahren wegen übermäßigen Haushaltsdefizits, doch auch ohne Pandemie ist das Defizit in den letzten Jahren weiter gestiegen – vor allem wegen hoher Staatsausgaben und einer vergleichsweise schwachen Steuererhebung. Das setzt auch die Staatsverschuldung unter Druck.

Gleichzeitig zeigt das Leistungsbilanzdefizit eine starke Abhängigkeit von externer Finanzierung. Beide Defizite hängen eng zusammen: Ein hohes Haushaltsdefizit treibt den Binnenkonsum an, was die Importe steigen lässt und das Leistungsbilanzdefizit weiter vergrößert. Das macht die Wirtschaft anfälliger für externe Schocks und Schwankungen an den internationalen Finanzmärkten.

Um die Ungleichgewichte zu verringern, sind höhere Staatseinnahmen, effizientere Ausgaben und eine stärkere heimische Produktion sowie mehr Exporte nötig. Die Regierung hat sich in Brüssel verpflichtet, das Haushaltsdefizit in diesem Jahr von 9 Prozent (2025) auf 6,2 Prozent zu senken. Ein schmerzhafter Prozess.

Nach Daten der Nationalbank wächst die Auslandsverschuldung monatlich um rund zwei Milliarden Euro. Zwar lag das Defizit Anfang 2026 unter dem Vorjahreswert, doch eine dauerhafte strukturelle Korrektur bleibt entscheidend, um das Vertrauen ausländischer Investoren zu sichern. Der Wirtschaftsexperte Dragoș Cabat vom Verband der Finanzanalysten CFA – Rumänien sagt:
„Die Berichtigung des Defizits ist weiterhin dringend. Wir befinden uns im Defizitverfahren und haben uns vor einigen Jahren verpflichtet, dieses zu senken. Es gab einen Siebenjahresplan, der nicht eingehalten wurde, auch wegen eines Wahljahres. Aber jetzt gab es erste Schritte: 2025 konnten wir das Defizit im Vergleich zu 2024 etwas senken und wir müssen auf diesem Kurs bleiben, denn wir haben das unseren Partnern in der EU versprochen. Das Defizit lag bei 9 Prozent, jetzt ist es bei 7; das Ziel für dieses Jahr sind 6,2 Prozent. Langfristig müssen wir auf höchstens 3 Prozent kommen, wie es in der EU vorgesehen ist. Dafür müssen die Staatsausgaben sinken und gleichzeitig die Einnahmen steigen.“

Die Nationalbank warnt, dass Rumänien Fortschritte verlieren könnte, wenn das Defizit nicht rasch korrigiert wird. Es geht um internationale Glaubwürdigkeit, den Zugang zu Finanzierung und das Kreditrating im Investmentbereich, ergänzt Cabat:
„Die Risiken zeichnen sich ja deutlich ab. Erstens verlieren wir erneut an Vertrauen bei unseren europäischen Partnern. Angesichts des Defizitverfahrens könnten sie uns die EU-Mittel kürzen, was die rumänische Wirtschaft stark treffen würde. Zweitens könnten die Ratingagenturen unser Länderrating senken, wenn wir sehen, dass wir immer nur versprechen, aber nie wirklich Wort halten. Dann würden Investoren die rumänische Staatsverschuldung teurer finanzieren – oder gar nicht mehr. Für Rumänien würde es deutlich schwieriger und teurer, sich Geld zu leihen.“

Zusätzlichen Druck und neue Komplikationen erzeugt die geopolitische Lage: der seit vier Jahren andauernde Krieg an der Grenze, dessen Ende sich nicht abzeichnet, sowie die Eskalation im Nahen Osten. Die Nationalbank warnt, ein Krieg mit Iran könnte die Wirtschaft stark belasten – etwa durch steigende Energiepreise, schwächere Wachstumsaussichten und größere Unsicherheit an den Finanzmärkten. Wie Zentralbankchef Mugur Isărescu betont, kann der Konflikt, wenn er lange andauert, schwere Folgen für die Wirtschaft haben – nicht nur in Rumänien. Trotzdem müsse die Haushaltskonsolidierung weitergehen, fordert er.
Auch Cabat sieht einen komplizierten Kontext und findet die Lage angespannt. In einer ohnehin unausgewogenen Wirtschaft, mit schwachem Wachstum oder sogar Rezessionsrisiko, würden externe Schocks immer besonders stark durchschlagen. Und diese Voraussetzungen treffen auf das heutige wirtschaftliche Lagebild Rumäniens durchaus zu.

 

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