Hörerpostsendung 15.02.2026
Heute mit Zuschriften von unseren Hörern Michael Lindner, Carsten Fenske und Felix Prankel.
Sorin Georgescu, 15.02.2026, 18:09
Liebe Freunde, herzlich willkommen zur Hörerpostsendung von RRI! Im Studio begrüßt Sie auch an diesem Sonntag S.G.
Vor zwei Tagen, nämlich am 13. Februar, wurde der Weltradiotag begangen, auch als Radio-Welttag oder als weltweiter Tag des Radios bekannt – alles klingt etwas sperrig im Deutschen, da es bei Komposita oder Genitiv-Konstruktionen nicht immer klar ist, welches Wort wichtiger ist. Jede Sprache hat halt ihre Stilblüten. Im Englischen heißt es – etwas natürlicher – World Radio Day, allein die getrennte Schreibweise macht es etwas eingängiger. Und im Rumänischen wird’s wieder umständlich – gleich vier Wörter braucht man dafür: Ziua Internațională a Radioului – wörtlich: Internationaler Tag des Rundfunks.
Linguistischer Spaß beiseite: Wir haben dieses Jahr zwar keine Sondersendung vorbereitet – der 13. Februar fiel ja auf einen Freitag – und da ist man mit den Gedanken schon beim Wochenende –, doch zwei treue Hörer haben sich die Mühe gemacht, uns sehr freundliche und ergreifende Zeilen zu diesem Anlass zu senden. Ich verlese sie in der Reihenfolge des Eintreffens per E-Mail:
Michael Lindner (aus Gera, in Thüringen), schickte uns folgende Zeilen schon am 8. Februar:
Liebe Freunde in Bukarest!
Der 13. Februar steht vor der Tür, für mich ein ganz besonderer Tag. Warum? Ganz einfach, er ist mein ganz persönlicher Feiertag geworden, zu Ehren meines DX-Hobbys, der WELTRADIOTAG! Deshalb möchte ich euch meine Gedanken mitteilen, die ihr auch in eurer Sendung veröffentlichen dürft.
Seit 1971 bin ich aktiver Kurzwellenhörer. Was damals zufällig als Hobby begann – das Suchen am Skalenknopf, das Lauschen auf ferne Stimmen, das Staunen über andere Länder und Kulturen – wurde für mich zu einem bunten Fenster zur Welt. Radio war für mich immer mehr als Unterhaltung: Es war Verbindung, Information und ein Gefühl von globaler Gemeinschaft. Aber auch Träumerei, die große weite Welt eines Tages bereisen zu können.
Über Jahrzehnte habe ich das Weltgeschehen über den Äther verfolgt: politische Umbrüche, Kriege, Friedensverhandlungen, technische Fortschritte, kulturelle Begegnungen. Kurzwelle bedeutete, die Welt direkt zu hören – ungefiltert, oft authentischer als gedruckte Nachrichten. Im real existierenden Sozialismus in der ehemaligen DDR war das Radio ein Ausstieg aus dem sozialistischen Alltag. Die Radiosignale entführten mich imaginär in eine andere Welt, in eine freie Welt.
Heute höre ich immer noch – aber mit einem anderen Gefühl und aus anderen Gründen. Aus dem Hobby ist große Sorge geworden. Die Spannungen in der Welt nehmen zu, und mit jeder Nachricht wächst die Angst um den Weltfrieden. Das Radio, einst ein Symbol für Verständigung und Dialog, überträgt nun oft Warnungen, Konflikte und Unsicherheit bis hin zu Hetze.
Gerade deshalb bleibt Radio wichtig. Es verbindet Menschen über Grenzen hinweg, gibt Stimme, wo sonst Stille wäre, und erinnert uns daran, dass Kommunikation ein Schlüssel zum Frieden ist.
Am Weltradiotag denke ich daran, wie viel dieses Medium mir gegeben hat – und hoffe, dass Radio weiterhin Brücken baut, statt Misstrauen und Gräben zu vertiefen. Radio kann viel mehr als nur Unterhaltung.
Und just danach schickte uns Carsten Fenske aus seinem beliebten Sommer- wie Winterquartier an der Ostsee folgende Zeilen, die an alle noch verbliebenen Kurzwellensender gerichtet waren:
Liebe Radiomacher in Albanien, Belarus, Polen, Rumänien, Taiwan, Tschechien, der Türkei und Vietnam,
zum Weltradiotag am 13. Februar wünsche ich Ihnen alles Gute und bedanke mich für Ihre unermüdliche Präsenz im Äther.
Es ist Ihr Verdienst, wenn Sie mir mit Ihren Programmen die Welt ein Stück näher bringen und vor allem, dass Ihr Land in meinem Bewusstsein einen festen Platz gefunden hat. Kein Tag, an dem ich nicht mindestens zwei bis drei Stationen abhöre.
Jedes Funkhaus sendet mir und vielen anderen Hörern, mit seiner ganz eigenen Art, einen bunten, audiophilen Blumenstrauß und trägt damit zum besseren Verständnis des jeweiligen Landes bei. Gerade in Zeiten der politischen Unruhe und Konflikte ist es immer gut, sich die Meinungen und Auffassungen anderer Länder, quasi direkt von der Quelle, zu holen. Das missfällt natürlich einigen deutschen Schmalspur-Denkern, und so wird man nicht müde, alles und jedes, was nicht ins teutonische Konzept passt, zu diffamieren und herabzuwürdigen. Allen voran sind es die öffentlich-rechtlichen Medien unseres Landes, welche sich hier unrühmlich hervortun. Darum finden sie sich auch nicht in der Liste der Jubilare wieder.
Ihnen aber, liebe Radiomacher, in der großen, weiten Welt, einen DAUMEN HOCH und weiter so!
Mit herzlichen Grüßen Ihr Hörer Carsten Fenske
Liebe Freunde, herzlichen Dank für Ihre liebenswürdigen Zeilen! Herr Fenske fügte zur Erinnerung noch einige Zeilen über den Ursprung des Weltradiotags hinzu:
Der Welttag des Radios (englisch World Radio Day; kurz: Weltradiotag) wird am 13. Februar begangen. Er fand 2012 zum ersten Mal statt. Die Generalkonferenz der UNESCO hat den Weltradiotag in Erinnerung an die Gründung des United Nations Radio am 13. Februar 1946 ausgerufen. Der Beschluss fiel auf der Generalkonferenz vom 3. November 2011 auf Anregung Spaniens.
Immer wieder, wenn man denkt, das Kurzwellen-Hobby sei dem Tode geweiht, finden dennoch neue Hörer zu uns. So etwa schrieb uns Felix Prankel (aus Rotenburg, Niedersachsen) folgendes:
Sehr geehrtes Team,
vielen Dank, dass Sie den deutschen Sprachraum mit aktuellen Informationen aus Rumänien versorgen. Als Neuling im Kurzwellenhören bin ich heute bei Sonnenaufgang auf Ihren Sender gestoßen und habe mir das Morgenprogramm aufmerksam angehört.
Mein Radio ist ein Low-End-Weltempfänger mit analogem Tuning von TCM
(Baujahr ca. 2002), und ich habe die interne Teleskopantenne verwendet.
An einigen Standorten war die Empfangsqualität sehr gut, mit einem hohen Signal-Rausch-Verhältnis. Störungen durch andere Sender waren nicht wahrnehmbar. Selbst in Innenräumen konnte ich die Nachrichten noch einigermaßen gut verstehen. Allerdings waren Ausbreitungsbedingungen und Schwund deutlich spürbar, sodass ich die Frequenz mehrfach fein nachjustieren musste. Mit einem hochwertigeren Empfänger wären die Ergebnisse vermutlich noch besser. Insgesamt würde ich die Empfangsqualität mit 4 von 5 Sternen bewerten.
Ich hoffe, dieser Empfangsbericht ist hilfreich, und werde Ihren Sender gerne wieder einschalten!
Vielen Dank für das Feedback, lieber Herr Prankel, und herzlich willkommen in den Reihen unserer Hörer!
Weitere Empfangsberichte erhielten wir in der vergangenen Woche von Stefan Rüger (Deutschland) und Siddhartha Bhattacharjee (Indien).
Liebe Leute, das war’s für heute, S.G. dankt Ihnen für die Aufmerksamkeit – bis nächsten Sonntag!