Abfallmanagement in Rumänien
Rumänien zeigt derzeit zwei völlig verschiedene Gesichter, wenn es um Umweltschutz und Nachhaltigkeit geht. Während die öffentliche Verwaltung beim Recycling von Haushaltsabfällen immer noch vor riesigen Problemen steht, legt die Privatwirtschaft ein beeindruckendes Tempo vor.
Daniel Onea und Adina Olaru, 09.02.2026, 20:35
Ein aktueller Bericht von Anfang 2026 liefert Zahlen, die aufhorchen lassen: Rumänische Unternehmen haben im vergangenen Jahr sagenhafte 94,1 Prozent ihres gemeldeten Abfalls recycelt. Das zeigen die zentralisierten Daten der Plattform „Registrul Deșeurilor“ (Abfallregister).
Man kann sagen: 2025 war ein echter Wendepunkt für die ökologische Verantwortung der Unternehmen. Die gemeldete Müllmenge ist im Vergleich zu 2024 um über 700 Prozent explodiert – auf fast eine halbe Million Tonnen. Dieser Anstieg zeigt deutlich: Die Firmen wollen raus aus der Grauzone, rein in die Legalität und nutzen dafür verstärkt digitale Lösungen.
Valentin Krancevik, Mitbegründer der Plattform „Registrul Deșeurilor“, erklärt die ersten, entscheidenden Schritte, die jedes Unternehmen gehen muss, um gesetzeskonform zu handeln. Alles beginnt damit, die eigene Verantwortung zu erkennen.
„Zuallererst gilt: Jede Firma, die an ihrem Hauptsitz oder einer Arbeitsstelle aktiv ist, muss ihr Abfallmanagement regeln. Der zweite Schritt ist das Identifizieren und Kodieren des Mülls. Wir müssen ganz genau wissen: Welchen Abfall produziert mein Geschäft eigentlich? Und hier heißt es aufpassen: Das betrifft jede Art von Müll, also auch den ganz normalen Hausmüll.
Danach muss alles getrennt gesammelt werden. Und zwar an einem speziell dafür eingerichteten Platz – überdacht und auf betonierter Fläche. So verhindern wir, dass Schadstoffe in den Boden sickern, falls mal etwas ausläuft.
Nächster Punkt: Verträge mit autorisierten Entsorgern. Für den Hausmüll rufen wir die städtische Müllabfuhr. Haben wir aber Abfälle, die dort nicht mitgenommen werden, brauchen wir separate Verträge mit spezialisierten Firmen.
Auf Basis der Belege, die wir von den Entsorgern bekommen, müssen wir dann jeden Monat unsere Abfallbilanz ausfüllen. Die muss regelmäßig an die Behörden und in einem speziellen Format an die Nationale Umweltschutzagentur gemeldet werden.“
Die Statistik zeigt hier eine gewaltige Kluft zwischen der Effizienz der Privatwirtschaft und den Schwierigkeiten der Behörden. Während die Unternehmen, die diese Schritte befolgen, eine Verwertungsquote von fast 97 Prozent melden, stagniert das kommunale Recycling landesweit bei mageren 11 bis 13 Prozent. Zum Vergleich: Der EU-Durchschnitt liegt bei 48 Prozent.
Diese Realität beweist: Wenn es klare Kontrollmöglichkeiten, einfache digitale Meldewege und verständliche Anleitungen gibt, dann funktioniert die Einhaltung der Regeln fast wie von selbst. Die Ergebnisse aus dem Jahr 2025 machen Hoffnung: Rumänien hat das Potenzial, auf europäischem Niveau zu performen – zumindest, was die Wirtschaft betrifft.