Auf dem Weg zu klimaneutralen Städten in Rumänien
Rumänien stellt die Weichen für eine grüne Zukunft: Mit dem Start von „M100“ wurde ein innovativer Mechanismus ins Leben gerufen, der rumänische Städte auf ihrem Weg zur Klimaneutralität begleiten soll. Doch M100 ist keine starre Behörde, sondern ein Projekt, das auf Kooperation und praktischen Nutzen setzt.
Daniel Onea und Adina Olaru, 27.01.2026, 19:06
Adrian Curaj ist der Generaldirektor der Exekutivagentur für die Finanzierung von Hochschulbildung, Forschung und Innovation. Er erklärte uns, was hinter dieser Initiative steckt:
„M100 ist eine Ressourcen-Plattform, keine neue Institution. Es ist einfach ein Ort für Städte, die sich auf den Weg der Transformation hin zur Klimaneutralität und Smartness machen wollen. Hier finden sie Fachwissen, können Best-Practice-Beispiele austauschen und – was besonders wichtig ist – hier finden sie gebündelte Finanzierungsmöglichkeiten für ihre Projekte.“
Das europäische Ziel ist ehrgeizig: Die vollständige Klimaneutralität – ein Zustand, in dem menschliches Handeln die Natur so wenig wie möglich belastet. Der Zeitplan steht bereits. Rumänien hat sich den Bemühungen der Europäischen Kommission angeschlossen, die bereits 100 „smarte“ Städte für eine Pilotmission ausgewählt hat. Darunter befinden sich auch drei rumänische Städte: Klausenburg (Cluj-Napoca), Suceava und die Hauptstadt Bukarest.
Doch die Ambition von M100 geht weit über diese erste Auswahl hinaus. Für Adrian Curaj hängt der nationale Erfolg davon ab, alle verfügbaren Kräfte zu mobilisieren – unabhängig von der Größe der Gemeinden:
„Alle diese Städte streben die Klimaneutralität bis 2030 oder 2040 an. Das bedeutet in der Praxis eine Stadt, die die Natur so wenig wie möglich beeinträchtigt. Auf EU-Ebene gibt es diese Mission für 100 Städte. Rumänien hat am Auswahlverfahren teilgenommen, drei Städte sind dabei. Aber wir haben uns gefragt: Schön, dass das auf Ebene der EU-Kommission passiert, aber was machen wir hier bei uns? Drei Städte sind repräsentativ, aber ist das alles, was Rumänien leisten kann? Nein! Deshalb haben wir diesen Mechanismus, diese Plattform namens M100 erfunden – mit dem klaren Ziel, keine Stadt auf diesem Weg zurückzulassen.“
Das Besondere an M100 ist der rumänische Ansatz, Entscheidungsträger und Bürger direkt zusammenzubringen. Sechs Ministerien sind aktiv beteiligt, was für eine politische Kohärenz sorgt, die bei Großprojekten oft fehlt. Dabei wird der Wandel nicht nur durch die technologische Brille gesehen, sondern vor allem durch die soziale. Adrian Curaj betont die zentralen Dimensionen:
„Erstens haben wir die Ministerien direkt mit an Bord – sechs Ministerien unterstützen diesen Hub, was eine einheitliche Politik garantiert. Zweitens sagen wir ganz deutlich: Die gesamte Unterstützung und die Transformation der Städte sind auf den Bürger und die Gemeinschaft ausgerichtet. Dieser inklusive Ansatz ist entscheidend – egal ob Großstadt oder Kleinstadt, für uns sind sie alle wichtig. Genau so ist M100 entstanden.“
Mit diesem einheitlichen Ansatz übernimmt Rumänien nicht nur europäische Standards, sondern schafft ein eigenes Modell der Solidarität zwischen den Städten. Damit wird das Fundament für gesündere, intelligentere und letztlich grünere Lebensräume für alle Bürger gelegt.