Recycling von Altbatterien
Wir nutzen immer mehr elektronische Geräte – und produzieren dadurch stetig mehr Altbatterien. Sind sie einmal leer, werden sie zu Abfall, der streng gemanagt werden muss. Landen sie einfach im Hausmüll, können die enthaltenen Schwermetalle und Chemikalien den Boden und unser Grundwasser vergiften. Sammelt und recycelt man sie aber richtig, lassen sich wertvolle Ressourcen retten.
Daniel Onea und Adina Olaru, 23.07.2026, 10:48
Wir nutzen immer mehr elektronische Geräte – und produzieren dadurch stetig mehr Altbatterien. Sind sie einmal leer, werden sie zu Abfall, der streng gemanagt werden muss. Landen sie einfach im Hausmüll, können die enthaltenen Schwermetalle und Chemikalien den Boden und unser Grundwasser vergiften. Sammelt und recycelt man sie aber richtig, lassen sich wertvolle Ressourcen retten.
Die Zahlen sprechen für sich: Aus 100 Kilo Altbatterien kann man bis zu 65 Kilo Rohstoffe wie Zink, Kupfer, Kobalt oder Nickel zurückgewinnen und direkt wieder in der Industrie einsetzen.
Damit das landesweit klappt, haben Branchenorganisationen eigene Systeme aufgebaut. ECOTIC, der erste Verband der rumänischen Elektro- und Elektronikhersteller, hat dafür ein großes Sammelnetzwerk entwickelt. Verbandspräsident Valentin Negoiță erklärt, wie die Privatwirtschaft das in die Hand genommen hat:
„Uns ist klar, dass Batterien die Umwelt belasten und Wasser sowie Böden vergiften können. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass sie auch einen echten wirtschaftlichen Wert haben. Durch Sammeln und Recyceln fließen diese Metalle zurück in künftige Produktionsprozesse. Da hat sich in letzter Zeit viel getan. Vor 15, 20 Jahren gab es noch keine öffentliche Sammelinfrastruktur, also haben wir von ECOTIC investiert. Wir haben große Einzelhandelsketten und Supermärkte mit Sammelboxen für Batterien, Glühbirnen und Leuchtstoffröhren ausgestattet. So kann sie jeder ganz bequem direkt im Laden abgeben.“
Während Supermärkte also kleinen Elektroschrott annehmen, hinken große öffentliche Infrastrukturprojekte hinterher. Durch den europäischen Wiederaufbau- und Resilienzplan stehen Rumänien eigentlich Gelder für rund 600 moderne Wertstoffhöfe zur Verfügung. Dort sollen Bürger verschiedenste Abfälle kostenlos abgeben können. Valentin Negoiță zieht eine nüchterne Bilanz:
„Landesweit kommen wir momentan auf höchstens fünf oder sechs dieser Wertstoffhöfe. Angekündigt und über EU-Mittel finanzierbar waren eigentlich knapp 600, die bis heute offen und betriebsbereit sein könnten. Ich sage ‚bis heute‘, weil die Finanzierungsperiode im Herbst dieses Jahres ausläuft. Neben den fünf, sechs, die es schon gibt, werden wir vermutlich noch 50, vielleicht 100 weitere sehen – was ja nicht schlecht ist. Aber es geht viel Geld verloren. Weit über eine halbe Milliarde von der einen Milliarde, die wir von der EU-Kommission bekommen haben, um diese moderne Sammelinfrastruktur aufzubauen und in Betrieb zu nehmen, die unseren Gemeinden wirklich helfen würde.“
Trotz dieser bürokratischen Hürden gibt es Grund zur Hoffnung. Das private Sammelnetz zeigt, dass solche Systeme durchaus effizient funktionieren können – und auch die Bürger machen immer besser informiert und aktiver mit.