Nachrichten 17.05.2026
Die wichtigsten Meldungen des Tages
Newsroom und Florin Lungu, 17.05.2026, 18:00
Rumäniens Präsident Nicusor Dan wird am Montag Gespräche mit den Parlamentsparteien führen, um eine neue Regierung zu bilden, teilte die Präsidialverwaltung in Bukarest mit. Diese neue Gesprächsrunde folgt auf die Absetzung der selbsternannten prowestlichen Minderheitsregierung aus PNL-USR-UDMR unter Führung des Liberalen Ilie Bolojan durch ein Misstrauensvotum am 5. Mai. Präsident Dan zufolge konzentrieren sich die Gespräche auf die Bildung einer Mehrheit, da er davon ausgeht, dass es ohne eine parlamentarische Mehrheit zur Unterstützung einer neuen Regierung bald zu Spannungen zwischen Legislative und Exekutive kommen wird. Der Präsident deutete an, dass am Ende der Gespräche nächste Woche keine Ernennung eines Premierministers bekannt gegeben wird.
Rumänien behält sein Investment-Grade-Rating, und die Behörden werten diese Entscheidung als wichtiges Vertrauenssignal für die Wirtschaft. Der amtierende Finanzminister Alexandru Nazare erklärt, die Bewertung von Standard & Poor’s bestätige die Wirkung der bisher ergriffenen Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung in einem schwierigen politischen und wirtschaftlichen Umfeld und mahnt zur Fortsetzung der Haushaltsdisziplin und der Reformen. Die Ratingagentur warnt, dass sie Rumäniens Rating herabstufen könnte, sollte die aktuelle Regierungskrise andauern. Laut der Agentur würde eine solche Situation die Chancen des Landes verringern, sein Haushaltsdefizit bis 2027 zu reduzieren. Die Agentur weist zudem darauf hin, dass Verzögerungen bei der Einwerbung europäischer Fördermittel in den nächsten zwei Jahren das Wirtschaftswachstum beeinträchtigen und die Haushaltskonsolidierung erschweren würden, während gleichzeitig die Zahlungsbilanzrisiken steigen. Standard & Poor’s warnt außerdem vor möglichen externen Belastungen, wie etwa einer Verlängerung der Energiekrise im Zuge des Nahostkonflikts. Diese Entwicklungen könnten sich mittelfristig negativ auf die Inflation in Rumänien auswirken, so die Agentur. Andererseits wird behauptet, dass sich der Ratingausblick von negativ auf stabil verbessern könnte, wenn die Haushalts- und Außenhandelsdefizite deutlich reduziert und die Wirtschaft sich erholt.
Nach vier Jahren Abwesenheit kehrte Rumänien zum Eurovision Song Contest zurück und erreichte mit Alexandra Căpitănescu den dritten Platz. Experten lobten die kraftvolle, spannungsgeladene und ausdrucksstarke Darbietung des Liedes „Choke Me“ durch die 22-Jährige. Damit erreichte Rumänien sein bisher bestes Ergebnis beim Eurovision Song Contest, das zuvor Luminiţa Anghel mit „Trupa Sistem“ im Jahr 2005 und Paula Seling mit „Ovi“ im Jahr 2010 erzielt hatten. Kurz nach Bekanntgabe der Publikumswertung lag Rumänien an der Spitze, wurde aber schließlich von Israel und Bulgarien überholt. Bulgarien gewann den Wettbewerb nach einer dreijährigen Pause, in der es aufgrund wirtschaftlicher Probleme nicht teilgenommen hatte. Bulgarien wurde von Dara mit dem Lied „Banagaranga“ vertreten. Die Presse berichtet, dass der Produzent des Siegerliedes der Rumäne Cristian Tarcea ist, bekannt unter dem Künstlernamen „Monoir“ und sehr populär im osteuropäischen Dance-Pop-Genre.
Eine von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) einberufene Kommission fordert, den Klimawandel zu einer gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite zu erklären – der höchsten Alarmstufe. Die unabhängige Beratungsgruppe mahnt die WHO zu sofortigem Handeln. Die Botschaft der europaweiten Kommission ist düster: Der Klimawandel ist keine zukünftige Bedrohung, die bewältigt werden muss, sondern eine akute Krise. Der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge, bezeichnete die Situation als gesundheitliche Notlage, Sicherheitsbedrohung und wirtschaftliche Zeitbombe zugleich. Jedes Jahr der Verzögerung verschärft die Kosten, argumentiert die Kommission. Die Gesundheit heutiger und zukünftiger Generationen wird durch extreme Hitze, Luftverschmutzung, Überschwemmungen und die Ausbreitung von Infektionskrankheiten beeinträchtigt. Die jüngste Mitteilung der WHO betrifft den Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda, der eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite darstellt. Die WHO gab die Erklärung am Sonntag ab und teilte mit, dass der Ausbruch die Kriterien für eine Pandemie nicht erfülle.