06.06.2026
Die wichtigsten Meldungen im Überblick
Newsroom, 06.06.2026, 21:08
Nach der E xplosion einer Seedrohne im Hafen von Constanța am Schwarzen Meer hat Präsident Nicușor Dan fehlende militärische Ausrüstung für neue Bedrohungen als Ursache genannt. Die Technologie sei erst mit dem Krieg in der Ukraine entstanden, sagte er nach einer Sitzung mit Vertretern von Armee und Rettungsdiensten in Constanța. Der Staatspräsident bestätigte, dass es sich um eine ukrainische Seedrohne handelte. Die Verantwortung für die Situation liege jedoch bei Russland. Die rumänischen Behörden hätten rechtzeitig und richtig gehandelt und die geltenden Verfahren eingehalten. Verletzte habe es nicht gegeben. Dan kündigte an, dass Verteidigungs- und Innenministerium ihre Aufklärungs- und Überwachungsmissionen während der Sommersaison verstärken werden, um die Sicherheit an der rumänischen Schwarzmeerküste zu gewährleisten. Zudem wolle er den Vorfall direkt mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj besprechen. Notwendig sei ein bilaterales Protokoll für den Umgang mit solchen Fällen. Der Präsident verwies außerdem auf eine für den 10. Juni geplante NATO-Sitzung zur Lage im Schwarzen Meer auf Antrag Rumäniens, wo mit den Verbündeten die Sicherheitslage in der Region sowie neue Bedrohungen durch See- und Luftdrohnen erörtert werden sollen.
Erst vor einer Woche war eine russische Drohne vom Typ Geran-2 auf ein Wohnhaus in Galați gestürzt und explodiert. Dabei wurden zwei Menschen verletzt und Sachschäden verursacht.
Staatspräsident Nicușor Dan hat die Ernennung von Eugen Tomac zum designierten Ministerpräsidenten verteidigt. Seine erste Option sei eine politische Regierung gewesen, erklärte Dan. Keine Partei habe jedoch eine tragfähige Mehrheit vorgelegt. Tomac sei die beste Wahl, weil er als Politiker Verhandlungsgeschick mitbringe, zugleich aber unabhängig von den Parlamentsparteien sei. Der Europaabgeordnete kündigte nach seiner Ernennung an, keine politische Regierungsmannschaft vorzuschlagen, sondern ausschließlich Fachleute. Liberale, Reformisten und Magyarenpartei haben bereits Vorbehalte gegen eine Expertenregierung geäußert. Die Sozialdemokraten zeigen sich gesprächsbereit, knüpfen ihre Unterstützung jedoch an Bedingungen beim Regierungsprogramm und bei der Wiederaufnahme lokaler Investitionen. Die AUR will sich nicht an der Einsetzung einer neuen Regierung beteiligen. Tomac hat nun zehn Tage Zeit, sein Regierungsprogramm und die Ministerliste vorzulegen. Für die Bestätigung im Parlament benötigt er mindestens 233 Stimmen.
Rumänien hat nach Einschätzung von Investitions- und Europaminister Dragoș Pîslaru erstmals seit Langem reale Chancen, den Nationalen Wiederaufbau- und Resilienzplan erfolgreich abzuschließen. Der Wirtschafts- und Finanzausschuss der Europäischen Union hat am Freitag den vierten Zahlungsantrag im Umfang von 2,62 Milliarden Euro positiv bewertet. Alle Meilensteine und Zielvorgaben wurden ohne finanzielle Kürzungen oder Aussetzungen anerkannt. Pîslaru erklärte in einem sozialen Netzwerk, Rumänien habe damit die Marke von 60 Prozent Mittelabruf überschritten und steuere auf insgesamt fast 13 Milliarden Euro für Investitionen und Reformen zu. Der kommissarische Finanzminister Alexandru Nazare forderte eine beschleunigte Umsetzung der Projekte und Reformen. Nach dem europäischen Zeitplan müssen alle Vorgaben des PNRR bis zum 31. August 2026 erfüllt sein. Der letzte Zahlungsantrag muss spätestens am 30. September 2026 bei der Europäischen Kommission eingereicht werden.
Mehr als die Hälfte der Mittel aus dem europäischen Verteidigungsprogramm SAFE wird nach Angaben des kommissarischen Wirtschaftsministers Irinel Darău an rumänische Unternehmen fließen. Ausländische Auftragnehmer seien verpflichtet, rumänische Firmen in verschiedene Produktionsschritte einzubinden. Rumänien erhält insgesamt 16,7 Milliarden Euro aus dem Programm für schnelle Investitionen in die Verteidigungsindustrie und Verteidigungstechnologie. Das Verfassungsgericht hat am Donnerstag eine Klage der Opposition gegen die Eilverordnung zur Umsetzung des Programms zurückgewiesen. Der Chef der Kanzlei des Ministerpräsidenten und nationale SAFE-Koordinator Mihai Jurca begrüßte die Entscheidung. SAFE ermögliche es Rumänien, die militärische Ausstattung zu modernisieren, die Sicherheit zu stärken und langfristige industrielle Kapazitäten im Land aufzubauen.
Papst Leo XIV hat am Samstag in Madrid seine siebentägige Staatsvisite in Spanien begonnen. Im Mittelpunkt der Reise stehen soziale Themen und die Migration. Erwartet werden zahlreiche Gläubige. Das Programm umfasst Besuche in Montserrat und Barcelona. Dort wird der Papst den neuesten Turm von Gaudis Kathedrale Sagrada Família einweihen. Die weltberühmte Basilika gilt inzwischen als höchste Kirche der Welt. In den letzten beiden Tagen reist Leo XIV. auf die spanischen Inseln Teneriffa und Gran Canaria vor der Westküste Afrikas. Geplant sind Treffen mit Migranten und Hilfsorganisationen.