Nachrichten 09.08.2026
Die wichtigsten Meldungen im Überblick
Newsroom, 09.08.2026, 16:14
Die Versenkung von vier Lastkähnen in der Donau ist abgeschlossen. Damit soll der Betrieb des Kernkraftwerks Cernavodă im Südosten Rumäniens gesichert werden. Der geschäftsführende Verteidigungs- und Verkehrsminister Radu Miruță teilte mit, dass der Wasserstand im Bereich des Kraftwerks um acht Zentimeter gestiegen sei. Der zusätzliche Wasserdurchfluss sichere den Betrieb von Reaktor 2 nach der aktuellen Prognose für mindestens weitere neun Tage. Hydrologen erwarten, dass die Donau nach einer Phase der Stagnation wieder allmählich mehr Wasser führen wird. Bis zum kommenden Samstag soll der Durchfluss auf rund 1.500 Kubikmeter pro Sekunde steigen. Rumänien befindet sich den gesamten August über im Energiealarm. Grund ist die anhaltende Dürre, die die Stromerzeugung erheblich beeinträchtigt. Wegen des extrem niedrigen Donaupegels wurde Reaktor 1 des Kernkraftwerks Cernavodă bereits abgeschaltet. Um auch einen Ausfall von Reaktor 2 zu verhindern, wurden neben weiteren Maßnahmen eine Felsbarriere kontrolliert gesprengt und vier mit Steinen beladene Lastkähne versenkt. Gleichzeitig rufen die Behörden Bevölkerung, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen zum freiwilligen Stromsparen auf.
Auch der Tourismus leidet unter dem niedrigen Wasserstand der Donau. Viele Binnenhäfen sind derzeit nicht nutzbar, mehr als 70 Prozent der Flusskreuzfahrten wurden abgesagt. Reiseveranstalter verzeichnen erhebliche wirtschaftliche Verluste. Die Handelsschifffahrt ist nur eingeschränkt möglich, weil Schiffe ihre Ladung reduzieren müssen. Auch für die Bewässerung gelten Einschränkungen. Zudem warnen Fachleute vor Schäden für die Wasserfauna. Der niedrige Pegel und der Sauerstoffmangel gefährden die Ökosysteme.
Das rumänische Außenministerium steht nach eigenen Angaben in engem Kontakt mit den bulgarischen Behörden, nachdem am Samstag eine Militärdrohne in Bulgarien nahe der rumänischen Grenze und unweit einer Verdichterstation der Transbalkan-Gaspipeline abgestürzt und explodiert war. Menschen kamen nicht zu Schaden, Sachschäden wurden nicht gemeldet. Der Vorfall führte jedoch dazu, dass die ukrainische Botschafterin fuer Montag ins bulgarische Außenministerium einbestellt wurde. Bulgarische Behörden erklärten, es habe sich um eine ukrainische Drohne des Typs Maya gehandelt. Kiew betonte, Bulgarien sei nicht vorsätzlich angegriffen worden, und kündigte eine Untersuchung an.
Die rumänische Kataster- und Grundbuchbehörde ANCPI ihr IT-System in den kommenden Tagen schrittweise wieder in Betrieb nehmen. Das teilte die Behörde rund einen Monat nach einem schweren Cyberangriff mit, der den gesamten Betrieb lahmgelegt hatte. Nach Angaben des Amts blieben die Eigentumsregister und die Eintragungen von Immobilienrechten unversehrt. Es gebe auch keine Hinweise darauf, dass die Angreifer Zugriff auf diese Daten hatten. Die Regierung in Bukarest kündigte zusätzliche Maßnahmen zum Schutz der IT-Infrastruktur an, damit die wieder freigeschalteten Systeme sicherer sind. Der Cyberangriff auf die als kritische Infrastruktur eingestufte Behörde hatte unter anderem den Zugang zu Katasterdiensten blockiert und den rumänischen Immobilienmarkt weitgehend zum Stillstand gebracht.