Rumänien beteiligt sich an EU-Verteidigungsprogrammen
Die Europäische Union hat fünf große gemeinsame Verteidigungsprojekte auf kontinentaler Ebene genehmigt.
Florin Lungu und Ştefan Stoica, 29.09.2026, 12:00
Der Rat der Europäischen Union hat die ersten fünf europäischen Projekte von gemeinsamem Interesse im Bereich Verteidigung genehmigt. Diese können nun aus dem EU-Haushalt finanziert werden und zielen auf Verteidigungsmaßnahmen im Weltraum, in der Luft und auf See ab, insbesondere gegen Drohnen. Laut EU-Rat ermöglichen Verteidigungsprojekte von gemeinsamem Interesse den europäischen Ländern die Zusammenarbeit bei wichtigen Verteidigungsinitiativen, die für einen einzelnen Mitgliedstaat zu umfangreich und komplex wären. Rumänien beteiligt sich an allen fünf Projekten.
Ein Projekt mit dem Namen DECODER zielt auf die gemeinsame Entwicklung und Beschaffung von Drohnen und Drohnenabwehrsystemen ab und beinhaltet auch den Ausbau der europäischen Industriekapazitäten. Ein zweites Projekt ist das europäische integrierte Luft- und Raketenabwehrprojekt, das die Vernetzung nationaler Sensor-, Abfang-, Führungs- und Kontrollsysteme zum Ziel hat. Ebenfalls in diesem Bereich angesiedelt ist Eastern Flank Watch, das Luft- und Drohnenabwehr mit Überwachungssystemen, militärischer Mobilität und Landkapazitäten kombiniert.
Ein viertes Projekt betrifft den maritimen Bereich. Rumänien beteiligt sich an der Entwicklung von Systemen zur maritimen Überwachung und zum Schutz der Unterwasserinfrastruktur, einschließlich Kabeln und Pipelines. Das letzte Projekt trägt den Namen SPACE und konzentriert sich auf Satellitenkommunikation, Überwachung und Aufklärung, einschließlich Frühwarnung und Navigation. Die Europäische Union hat 325 Millionen Euro aus dem Europäischen Verteidigungsindustrieprogramm für den Start und die Umsetzung dieser Projekte bereitgestellt.
Die Gesamtinvestitionen sind jedoch deutlich höher, beispielsweise 3,5 bis 5 Milliarden Euro für Drohnen oder bis zu 100 Milliarden Euro für Eastern Flank Watch, abhängig vom jeweiligen Projekt und der Umsetzungsphase. Gleichzeitig gaben Washington und Bukarest die Lieferung der ersten neun amphibischen Angriffsfahrzeuge (AAV) an Rumänien bekannt. Die US-Botschaft in Bukarest erklärte, dies sei ein „wichtiger Meilenstein in der bilateralen Verteidigungszusammenarbeit, der die Sicherheit der NATO an der Schwarzmeerküste und entlang der Ostflanke des Bündnisses stärkt“.
Laut der zitierten Quelle markiert die Ankunft der AAVs – Militärfahrzeuge, die für den direkten Truppen- und Ausrüstungstransport von Militärschiffen bei amphibischen Kampfeinsätzen konzipiert sind – im südöstlichen Kreis Tulcea an der Grenze zur Ukraine den Beginn der spezialisierten technischen Ausbildung, die für die Inbetriebnahme dieser neuen Fähigkeit erforderlich ist. Die Fahrzeuge sind für schwieriges Gelände und komplexe Missionen ausgelegt und bieten die notwendige Mobilität und Anpassungsfähigkeit. Sie eignen sich hervorragend für Einsätze im Donaudelta und entlang der Schwarzmeerküste. „Abschreckung basiert auf Fähigkeiten, das Bündnis hingegen auf Vertrauen. Heute demonstrieren die Vereinigten Staaten und Rumänien beides“, sagte der US-Botschafter in Rumänien, Darryl Nirenberg.