Nachrichten 18.10.2026
Die wichtigsten Meldungen im Überblick
Newsroom, 18.10.2026, 19:14
Rumänische F-16-Kampfjets haben am Samstag zwei Drohnen über rumänischen Hoheitsgewässern abgeschossen. Wenige Tage zuvor waren vor der rumänischen Schwarzmeerküste zwei Chemikalientanker von Drohnen getroffen worden. Die jüngsten Vorfälle verdeutlichen die Risiken für die Handelsschifffahrt an der Ostflanke der NATO. Die meisten dieser Zwischenfälle ereigneten sich außerhalb der Hoheitsgewässer von NATO-Staaten. In der Republik Moldau meldeten die Behörden unterdessen den Absturz einer weiteren Drohne im Norden des Landes, nahe der ukrainischen Grenze. Auch in Litauenhat es am Sonntagmorgen Luftalarm der höchsten Warnstufe gegeben und Kampfjets der NATO-Luftpolizei wurden in das Gebiet geschickt, wo ein unbekanntes Flugobjekts gemeldet wurde. Der Flughafen der zweitgrößten Stadt Litauens, Kaunas, wurde geschlossen. Zuvor hatte auch Polen eine mögliche Verletzung seines Luftraums durch ein unbekanntes Flugobjekt untersucht und auch Lettland rief eine Warnung für einige Grenzregionen aus. In den vergangenen Monaten sind wiederholt ukrainische Drohnen in den Luftraum von NATO-Staaten im Baltikum eingedrungen. Kiew erklärte, sie seien durch russische elektronische Störmaßnahmen von ihrem Kurs abgekommen. Die Vorfälle verstärken die Sorge, dass sich Russlands Krieg gegen die Ukraine über die Grenzen des NATO-Bündnisses hinaus ausweiten könnte.
In Bukarest beginnen am Montag die Anhörungen der für die Regierung des parteifreien Kandidaten Luca Niculescu vorgeschlagenen Minister. Die Abstimmung über die Regierungsbildung ist für Dienstagnachmittag im gemeinsamen Plenum des Parlaments angesetzt. Das neue Kabinett aus Sozialdemokraten und parteiunabhängigen Ministern benötigt mindestens 233 Ja-Stimmen. Luca Niculescu ist der vierte Kandidat, den Staatspräsident Nicuşor Dan für das Amt des Ministerpräsidenten nominiert hat. Am 5. Mai hatte das Parlament die von Ilie Bolojan geführte Minderheitsregierung aus PNL, USR und UDMR durch ein Misstrauensvotum gestürzt. Seither führt Bolojan die Regierung kommissarisch.
Der rumänische Haushalt für 2027 muss auf realistischen Einnahmen, klaren Prioritäten und finanziell tragbaren Ausgaben beruhen. Das erklärte der geschäftsführende Finanzminister Alexandru Nazare, der auch für das neue Kabinett vorgeschlagenen wird. Die künftige Regierung müsse dabei verfügbare Mittel und soziale Forderungen, etwa eine Anpassung der Renten an die Inflation, miteinander in Einklang bringen. Der soziale Druck, die Renten anzupassen, nimmt unterdessen zu. Eine solche Erhöhung ist gesetzlich jedes Jahr vorgesehen, wurde aber in den vergangenen zwei Jahren ausgesetzt. Die durchschnittliche Rente liegt in Rumänien bei weniger als 3.000 Lei, rund 560 Euro. Mehr als zwei Millionen Rentner müssen mit weniger als 2.500 Lei im Monat auskommen.
Bei gewaltsamen Protesten in Frankreich sind am Samstag rund 1800 Menschen festgenommen worden. Das erklärte Ministerpräsident Sébastien Lecornu. Landesweit hatten Tausende gegen die Verschlechterung öffentlicher Dienstleistungen und die hohen Lebenshaltungskosten demonstriert. Bei Zusammenstößen mit Demonstranten wurden nach Angaben des Regierungschefs 150 Polizisten verletzt. Auch in anderen europäischen Ländern gingen am Samstag Menschen gegen die Verschlechterung sozialer Dienstleistungen und sinkende Lebensstandards auf die Straße. In Portugal demonstrierten Zehntausende in Lissabon gegen die stark gestiegenen Mieten, die sich seit 2017 verdoppelt haben. In Italien kam es in Mailand und Bologna zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Auch in Albanien setzte die Polizei Gummigeschosse gegen Demonstranten ein, die seit mehreren Tagen gegen Korruption und Ministerpräsident Edi Rama protestieren.