Nachrichten 03.11.2026
Die wichtigsten Meldungen des Tages
Newsroom und Sorin Georgescu, 03.11.2026, 17:00
Sozialer Dialog: Die rumänische Regierung will den Dialog mit den großen Gewerkschaftsverbänden in den kommenden Tagen fortsetzen. Das teilte die Regierung in Bukarest nach einem ersten Treffen am Montag zwischen Ministerpräsident Luca Niculescu und den Gewerkschaftsvertretern mit. Die Regierung hat bereits erste Maßnahmen in Aussicht gestellt. Dazu gehören eine Anpassung der Renten an die Preisentwicklung, der Abbau bürokratischer Hürden und die Beteiligung der Gewerkschaften an den Beratungen über die nationale Position zum nächsten EU-Finanzierungszeitraum. Die Gewerkschaften fordern ihrerseits auch eine Erhöhung des Mindestlohns. Ein weiteres Thema war die Ausarbeitung eines neuen Besoldungsgesetzes. Es könnte im kommenden Frühjahr fertiggestellt und ab Juli 2027 schrittweise umgesetzt werden. Die Gewerkschaftsvertreter schlugen außerdem Änderungen am Rentengesetz vor.
Partnerschaft: Rumänien und die benachbarte Republik Moldau haben im Rahmen des europäischen Rüstungsprogramms SAFE eine militärische Partnerschaft vereinbart. Das Abkommen stärke die Beziehungen zwischen beiden Ländern im Verteidigungsbereich, erklärten die politischen Verantwortlichen in Bukarest und Chișinău. Die beiden Armeen wollen gemeinsam Militärfahrzeuge beschaffen, die in Rumänien von einem italienischen Unternehmen hergestellt werden. Darüber hinaus verhandeln die Behörden mit ihren Partnern über den Zugang zu Technologien zur Abwehr militärischer Drohnen.
Auslandsanleihen: Rumänien hat sich am Montag auf den internationalen Finanzmärkten 4,5 Milliarden Euro zu vergleichsweise günstigen Konditionen geliehen. Das Geld wurde durch die Ausgabe von Euro-Anleihen mit Laufzeiten von vier, acht und zwölf Jahren aufgenommen und soll unter anderem zur Deckung des Haushaltsdefizits dienen. Es war der zweite Auftritt des rumänischen Staates am internationalen Kapitalmarkt in diesem Jahr. Die Emission wurde von sechs großen internationalen Banken organisiert, darunter die Bank of America, die Deutsche Bank und JPMorgan. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, bemüht sich Rumänien damit um frisches Kapital – nach mehr als fünf Monaten politischer Instabilität und angesichts weiterhin erheblicher Belastungen für den Staatshaushalt.
Musikpreisgala: Irina Rîmeș, Om la Lună und Dora Gaitanovici gehörten zu den Künstlern, die am Montagabend bei der Musikpreisgala von Radio Rumänien 2026 auftraten. Die Veranstaltung zählt zu den wichtigsten Auszeichnungen für die rumänische Pop- und Rockszene. Insgesamt wurden 14 Musikprojekte und Künstler für ihre Leistungen im vergangenen Jahr geehrt. Für die musikalische Begleitung sorgte die Big Band von Radio Rumänien unter der Leitung von Simona Strungaru. Sie erhielt zugleich den Ehrenpreis. Mit seinen Kultur- und Musikprogrammen, der Förderung rumänischer Komponisten und junger Talente sowie der Pflege des musikalischen Erbes leistet Radio Rumänien einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Vielfalt. Dazu trägt auch die Arbeit der hauseigenen Orchester und Musikensembles bei.
Zwischenwahlen in den USA: In den USA wird an diesem Dienstag ein neues Repräsentantenhaus gewählt und ein Teil des Senats neu besetzt. Bei den sogenannten Midterm Elections steht die Mehrheitsverteilung in beiden Kammern des Kongresses auf dem Spiel. Angesichts der sinkenden Kaufkraft und der Unzufriedenheit über den Krieg im Iran hoffen die Demokraten, die republikanische Mehrheit in beiden Häusern zu brechen. Umfragen sehen die Demokraten landesweit vorn. In mehreren Wahlkreisen, die traditionell als republikanische Hochburgen gelten, zeichnet sich ein knappes Rennen ab. Das Interesse an der Abstimmung ist groß: Rund 50 Millionen Amerikaner haben bereits vorzeitig ihre Stimme abgegeben. Der Wahlausgang könnte die Kräfteverhältnisse in Washington verändern und Präsident Donald Trump den politischen Handlungsspielraum für die verbleibenden zwei Jahre seiner Amtszeit einschränken.
Proteste in Frankreich: Die französischen Studentenverbände wollen ihre Proteste ab diesem Dienstag verstärken und den Druck auf die Regierung erhöhen. Damit schließen sich die jungen Menschen dem landesweiten Gewerkschaftsprotest an, der für Donnerstag, den 5. November, geplant ist. Die Gewerkschaften rechnen mit einem großen Streik- und Protesttag. Sie rufen Beschäftigte im öffentlichen Dienst und in der Privatwirtschaft zur Solidarität auf. Gemeinsam wollen sie höhere Löhne durchsetzen und Arbeitsplätze verteidigen. Erhebliche Beeinträchtigungen werden im Bahn- und öffentlichen Nahverkehr sowie in Schulen und Gesundheitseinrichtungen erwartet. Mit dem Donnerstag soll die Protestwoche allerdings noch nicht zu Ende sein: Die Bewegung der Gelbwesten hat für Samstag erneut zu Demonstrationen aufgerufen – zum vierten Wochenende in Folge.
Wetter: Heftige Regenfälle haben in den vergangenen Stunden in mehr als 20 Ortschaften in sieben Kreisen im Süden und Südosten Rumäniens sowie in Bukarest Schäden verursacht. Bäume und Strommasten stürzten um, Wohnhäuser wurden überflutet und Autos beschädigt. Das teilte die Generalinspektion für Katastrophenschutz mit. Im südöstlichen Kreis Constanța, für den seit Montag eine orange und rote Unwetterwarnung gilt, musste der Zugverkehr zwischen zwei Bahnhöfen vorübergehend eingestellt werden. Dort war ein Bahndamm abgerutscht. Die Temperaturen liegen im Süden und Südosten des Landes unter den für diese Jahreszeit üblichen Werten. Die Tageshöchsttemperaturen erreichen 7 bis 16 Grad. In Bukarest werden 9 Grad erwartet.