Nachrichten 27.10.2026
Die wichtigsten Meldungen des Tages
Newsroom, 27.10.2026, 18:29
Der rumänische Präsident Nicușor Dan hat jede Beteiligung Russlands an Sabotageakten auf rumänischem Staatsgebiet aufs Schärfste verurteilt. Solche Aktionen seien inakzeptabel und stellten eine schwerwiegende Verletzung der Souveränität und Sicherheit des Landes dar, erklärte das Staatsoberhaupt. Auch Wirtschafts-, Digitalisierungs-, Unternehmertums- und Tourismusminister Daniel Zamfir betonte die strategische Bedeutung der nationalen Rüstungsindustrie. Sie sei ein wesentlicher Bestandteil der nationalen Sicherheit. Jeder Versuch, Industrieanlagen zu sabotieren, Mitarbeiter einzuschüchtern oder Produktionskapazitäten zu beeinträchtigen, stelle eine unmittelbare Bedrohung der nationalen Interessen dar, so der Minister. Unterdessen wurde der russische Botschafter in Bukarest, Wladimir Lipaew, ins rumänische Außenministerium einbestellt. Nach Angaben des Ministeriums übermittelte die rumänische Seite einen nachdrücklichen Protest gegen den Sabotageakt. Dabei verwies Bukarest auf die Verantwortung der russischen Seite, die durch die im Zuge der Ermittlungen gesammelten Beweise belegt sei. Nach Angaben der Antimafia- und Terrorismusstaatsanwaltschaft DIICOT und des rumänischen Nachrichtendienstes SRI soll ein von Russland aus gesteuertes Sabotagenetzwerk an einem Brand im September auf dem Gelände eines Industriekomplexes in Brașov, im Zentrum Rumäniens, beteiligt gewesen sein. Bei dem Betrieb handelt es sich um eine Niederlassung des staatlichen Rüstungskonzerns Romarm. In diesem Zusammenhang ermittelt die DIICOT gegen drei ausländische Staatsangehörige – zwei Belarussen und einen Ukrainer, die in EU-Mitgliedstaaten leben. Ihnen wird der Versuch von Sabotageakten vorgeworfen. Das Berufungsgericht Bukarest erließ europäische Haftbefehle gegen die Beschuldigten in Abwesenheit. Wie die DIICOT in einer Mitteilung erklärte, konnten im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit zwei der Verdächtigen in Deutschland aufgespürt und in Untersuchungshaft genommen werden. Sie sollen dort die Begehung ähnlicher Straftaten vorbereitet haben. Der dritte Beschuldigte wurde in Polen lokalisiert. Die Aktivitäten des Netzwerks sollen sich nicht allein auf Rumänien beschränkt haben. Zu den mutmaßlichen Zielen gehörten Rüstungsproduktionsstätten sowie weitere Einrichtungen von militärischer und industrieller Bedeutung.
Der rumänische Ministerpräsident Luca Niculescu hat rumänischen Investoren in der Republik Moldau am Dienstag in Chișinău die Unterstützung der Regierung in Bukarest bei der Entwicklung ihrer Investitionsprojekte zugesichert. Niculescu erklärte, die derzeitige Regierung plane keine Erhöhung von Steuern und Abgaben. Stattdessen gehe es darum, die Einnahmen des Staatshaushalts besser einzutreiben und öffentliche Gelder effizienter einzusetzen. Es ist der erste offizielle Auslandsbesuch des rumänischen Regierungschefs seit seinem Amtsantritt. In Chișinău wird Niculescu mit seinem moldauischen Amtskollegen Vasile Tofan und dem Parlamentspräsidenten Igor Grosu zusammentreffen. Außerdem wird er von Staatspräsidentin Maia Sandu empfangen. Im Mittelpunkt der Gespräche stehen die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern und insbesondere die Vernetzung der Energiesysteme. Die beiden Ministerpräsidenten werden auch das Umspannwerk Chișinău sowie die Stromtrasse Vulcănești–Chișinău besichtigen. Die Leitung soll das Stromnetz der Republik Moldau direkt mit dem rumänischen Netz und damit auch mit dem europäischen Strommarkt verbinden. Ein weiteres wichtiges Thema ist die Unterstützung Bukarests für den EU-Beitritt des Nachbarlandes.
Der Foreign Investors Council in Rumänien, kurz FIC, hat am Dienstag ein nationales Projekt zur Vorbereitung auf die Euro-Einführung vorgeschlagen. Daran sollen die Regierung, die Rumänische Nationalbank sowie weitere wichtige Akteure beteiligt werden. Innerhalb eines Jahres soll das Projekt zur Ausarbeitung eines nationalen Fahrplans führen. Dieser soll jährliche Zwischenziele festlegen – insbesondere für eine nachhaltige Haushaltskonsolidierung, die Senkung der Inflation sowie die strukturelle und rechtliche Angleichung an die Eurozone. Der FIC vertritt rund 120 der größten ausländischen Unternehmen in Rumänien. Zusammen erwirtschaften sie einen Umsatz, der etwa 20 Prozent des rumänischen Bruttoinlandsprodukts entspricht. Ein konkreter Termin für die Einführung des Euro in Rumänien steht derzeit nicht fest. Nach Angaben der Rumänischen Nationalbank erfüllt das Land bislang noch nicht die Maastricht-Kriterien. Dazu gehören unter anderem Vorgaben zur Inflation, zum Haushaltsdefizit und zu den langfristigen Zinssätzen.
Regierungschef Luca Niculescu hat die finanzielle Disziplin und den verantwortungsvollen, effizienten Einsatz öffentlicher Gelder zu Prioritäten seiner Regierung erklärt. Weitere Schwerpunkte sind die Wiederbelebung der Wirtschaft und die Gewinnung neuer Investitionen. Am Montag traf Niculescu Vertreter der Wirtschaft. Sie forderten eine geringere Steuerbelastung für Unternehmer und lehnten weitere Steuererhöhungen ab.
In Frankreich ist die Regierung auf einige Forderungen der Gymnasiasten eingegangen, die seit fünf Wochen protestieren. Zu den ersten Maßnahmen gehören vier Milliarden Euro für die Sanierung von Schulgebäuden und der Verzicht auf die geplanten Kürzungen bei Lehrerstellen. Außerdem soll die Zahl der Schüler pro Klasse auf höchstens 28 begrenzt werden. Die Stipendien sollen an die Inflation angepasst und die Stundenpläne besser organisiert werden, um Leerlauf zu vermeiden. Eine zentrale Forderung ist zudem die Reform des landesweiten Zulassungsverfahrens für Hochschulen. Vertreter der Gymnasiasten begrüßten, dass ihre Anliegen endlich gehört und verstanden worden seien. Die angekündigten Maßnahmen reichten jedoch nicht aus, um die Proteste auszusetzen. Ab kommender Woche, wenn der Unterricht nach den Ferien wieder beginnt, drohen die Schüler erneut, den Zugang zu den Gymnasien zu blockieren. Außerdem wollen sie sich an den für Samstag, den 31. Oktober, und Donnerstag, den 5. November, geplanten Sozialprotesten beteiligen und gemeinsam mit den Gewerkschaften demonstrieren.
In Israel haben die ersten Wahlen seit dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 begonnen. Die Abstimmung findet vor dem Hintergrund zunehmender internationaler Kritik am Krieg im Gazastreifen sowie an der Gewalt und dem Ausbau israelischer Siedlungen im besetzten Westjordanland statt. Die Regierung gilt als die am weitesten rechts stehende in der Geschichte Israels. Nach den jüngsten Umfragen liegen das rechte und rechtsextreme Bündnis von Benjamin Netanjahu und das wichtigste Oppositionslager unter Führung des ehemaligen Armeechefs und Zentristen Gadi Eisenkot nahezu gleichauf. Keines der beiden Lager dürfte jedoch eine Mehrheit der 120 Sitze im Parlament erreichen. Deshalb werden langwierige Koalitionsverhandlungen erwartet. Analysten zufolge steht Netanjahus Führungsposition erneut auf dem Spiel. Er gilt als politisch besonders widerstandsfähig und hat mit insgesamt 19 Jahren an der Regierung einen Rekord aufgestellt. Im Wahlkampf konzentrierte er sich auf die Bedrohungen für Israel und stellte sich als einzigen Politiker dar, der die Sicherheit des Landes gewährleisten könne. Dabei verwies er auch auf seine engen Beziehungen zu US-Präsident Donald Trump. Die Opposition wirft Netanjahu dagegen das Versagen der Sicherheitsbehörden beim Hamas-Angriff vom 7. Oktober vor. Außerdem kritisiert sie seine Angriffe auf die Justiz im Zusammenhang mit den Korruptionsvorwürfen gegen ihn.