Nachrichten 26.10.2026
Die wichtigsten Meldungen des Tages
Dora Mihălcescu, 26.10.2026, 18:12
Das Haushaltsdefizit Rumäniens ist in den ersten neun Monaten dieses Jahres gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um mehr als 24 Milliarden Lei, umgerechnet rund 4,48 Milliarden Euro, gesunken. Es belief sich zuletzt auf 78,3 Milliarden Lei, das entspricht etwa 16,6 Milliarden Euro. Nach Angaben des Finanzministeriums in Bukarest entspricht das Defizit 3,81 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die Entwicklung ist vor allem auf gestiegene Einnahmen zurückzuführen. Diese legten um knapp zwölf Prozent zu, während die staatlichen Ausgaben deutlich moderater stiegen – und zwar um rund sechs Prozent. Die Personalausgaben des Staates gingen um mehr als vier Milliarden Lei zurück, das entspricht etwa 748 Millionen Euro. Gleichzeitig legten die öffentlichen Investitionen deutlich zu und überschritten die Marke von 107 Milliarden Lei, umgerechnet rund 20 Milliarden Euro.
Der Haushalt für das kommende Jahr muss sich an den tatsächlich finanzierbaren Ausgaben orientieren. Die Prioritäten müssten transparent, verantwortungsvoll und strategisch festgelegt werden. Das erklärte am Montag der rumänische Finanzminister Alexandru Nazare. Bukarest könne sich keine finanzpolitischen Fehlentwicklungen leisten, die den Druck auf die Finanzierungskosten aufrechterhalten und das Risiko negativer Entscheidungen durch Ratingagenturen erhöhen, betonte der Minister. Eine mögliche Herabstufung der Kreditwürdigkeit Rumäniens könnte dazu führen, dass sich der Staat zu höheren Zinsen verschulden muss. Auch für Unternehmen und indirekt für die Bürger würden die Finanzierungskosten steigen. Gleichzeitig stünden weniger Mittel für die wirtschaftliche Entwicklung zur Verfügung, erklärte Nazare. Ebenfalls am Montag traf sich Ministerpräsident Luca Niculescu mit dem Gouverneur der rumänischen Nationalbank, Mugur Isărescu. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Entwicklung der Auslandsfinanzierung, die Lage des Bankensektors und die wirtschaftlichen Wachstumsperspektiven des Landes. Nach dem Treffen erklärte Niculescu, zu den Prioritäten der rumänischen Regierung gehörten finanzielle Disziplin, ein umsichtiger und effizienter Umgang mit öffentlichen Geldern, die Belebung der Wirtschaft sowie die Gewinnung neuer Investitionen.
Der neue rumänische Ministerpräsident, der parteiunabhängige Luca Niculescu, wird am Dienstag zu einem offiziellen Besuch in die Republik Moldau reisen. Es ist seine erste Auslandsreise seit seinem Amtsantritt. Wie die Regierung in Bukarest mitteilte, stehen Gespräche mit der moldauischen Präsidentin Maia Sandu, Ministerpräsident Vasile Tofan und Parlamentsvorsitzenden Igor Grosu auf dem Programm. Im Mittelpunkt der Gespräche sollen gemeinsame Projekte und die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern stehen. Dabei geht es auch um die kontinuierliche Unterstützung, die die rumänische Regierung der Republik Moldau gewährt, heißt es in der Mitteilung.
Der rumänische Präsident Nicuşor Dan hat heute dem serbischen Volk und der Partei „Liste der Studenten“ zu ihrem Sieg bei den Parlamentswahlen am Sonntag gratuliert, bei denen die höchste Wahlbeteiligung seit Jahrzehnten verzeichnet wurde. Über ein soziales Netzwerk teilte das Staatsoberhaupt mit, dass die Behörden in Bukarest bereit seien, mit der neuen Regierung in Belgrad für eine „noch stärkere Partnerschaft“ zusammenzuarbeiten. Der ehemalige Präsident Aleksandar Vučić, der die Fortschrittspartei führt, hat seine Niederlage eingeräumt. Die Oppositionspartei „Liste der Studenten“ errang etwa 140 der insgesamt 250 Sitze, während Vučićs Partei auf höchstens 105 Sitze kommen wird. Dieses Ergebnis stellt eine persönliche Niederlage für Vučić dar, der – ganz im Stil seiner populistischen Rhetorik – die Verantwortung auf die unabhängige Presse, auf namentlich nicht genannte europäische Länder sowie auf das, was er als „amerikanischen Parallelstaat“ bezeichnet, schob. Im benachbarten Bulgarien hat die amtierende Präsidentin Iliana Iotova den ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahlen gewonnen und wird in der Stichwahl auf den ehemaligen Interims-Premierminister Andrei Ghiurov treffen. Nach ersten Nachwahlbefragungen erreichte Iotova zwischen 35 und 36,5 % der Stimmen, Ghiurov kam auf maximal 32,5 % – dies bei einer insgesamt niedrigen Wahlbeteiligung. Iotova wird von der Partei des Premierministers Rumen Radev unterstützt und hat sich für einen Dialog mit Russland ausgesprochen, während Ghiurov die Unterstützung der proeuropäischen Opposition genießt.
Die rumänischen Gesundheits- und Veterinärbehörden werden am Dienstag alle Branchenverbände zu einem Treffen einberufen, um die Auswirkungen des Exportstopps auf die Viehzüchter zu analysieren. Das von Brüssel verhängte Verbot für den Export von Schafen und Ziegen in den EU-Binnenmarkt sowie in Drittländer bleibt bis zum 31. Dezember in Kraft. Vorerst bleiben auch die vorübergehenden Beschränkungen für den Transport von Schafen und Ziegen innerhalb des gesamten rumänischen Staatsgebiets bestehen, um die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern. Am Sonntag begann in zwei Landkreisen im Südosten des Landes eine Notimpfkampagne gegen Schaf- und Ziegenpocken sowie die Pest der kleinen Wiederkäuer.
Die wirtschaftliche Entwicklung zeigt, dass Rumänien ein Land der Kontraste ist; dies belegen die jüngsten Daten von Eurostat. Die Region Bukarest-Ilfov belegt in der EU den dritten Platz beim Wirtschaftswachstum im Zeitraum der letzten fünf von Eurostat untersuchten Jahre – mit einem Zuwachs von 33 % zwischen 2019 und 2024. Die rumänische Hauptstadt und ihr Umland liegen damit nur hinter zwei Regionen in Irland. Rumänien findet sich jedoch auch im Ranking der stärksten wirtschaftlichen Rückgänge innerhalb der Union wieder: Die Region Süd-Muntenia belegt den vierten Platz, die Region Südwest-Oltenien den fünften. Die größten Einbußen wurden in einer Region in Bulgarien verzeichnet, wo das reale BIP um 20,5 % zurückging; gefolgt von einer weiteren Region in Griechenland sowie der niederländischen Region Groningen. In der gesamten Europäischen Union ist das BIP im selben Zeitraum real um 5,6 % gewachsen. Von den 244 untersuchten Regionen haben 197 ihr wirtschaftliches Niveau von 2019 übertroffen, während 46 einen Rückgang verzeichneten. Regierung – Die neue Regierung in Bukarest plant, in dieser Woche die erste Haushaltsanpassung für 2026 vorzunehmen, die insbesondere dem Gesundheitssektor zugutekommen soll. Das zuständige Ministerium erhält Mittel für die ihm unterstellten Gesundheitseinrichtungen; zudem werden Gelder an die Nationale Krankenkasse zugewiesen, um medizinische Leistungen zu vergüten und Arzneimittelkosten zu erstatten. Auch der Rettungsdienst erhält zusätzliche Mittel. Eine weitere Einrichtung, die im Rahmen dieser Haushaltsanpassung Gelder erhält, ist die Inspektion für Notfallsituationen. Die nächste Haushaltsanpassung ist für Ende November vorgesehen.
Der rumänische Minister für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, Florin Barbu, nimmt am Montag und Dienstag an der Tagung des Rates „Landwirtschaft und Fischerei“ in Luxemburg teil. Einer Mitteilung aus Bukarest zufolge stehen Themen von zentraler Bedeutung für die Zukunft der europäischen Landwirtschaft und der Landwirte auf der Tagesordnung. Im Mittelpunkt stehen dabei die künftige Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) nach 2027, die Handelsentwicklungen im Agrarsektor sowie die Fangmöglichkeiten in der Ostsee. Darüber hinaus erarbeiten die Teilnehmer die Position der Europäischen Union für die Jahrestagung der Internationalen Kommission für die Erhaltung der Thunfischbestände im Atlantik (ICCAT), die im November in Portugal stattfindet, so die genannte Quelle.
In Spanien wurden fast 90 Menschen verletzt, nachdem ein Reisebus zwischen Barcelona und Girona 20 Meter tief in eine Schlucht gestürzt war. Wie der Korrespondent von Radio Rumänien in Spanien berichtet, wurde Alarmstufe Rot ausgerufen. Nach Angaben des katalanischen Rettungsdienstes (SEM) wurden sieben Personen schwer und 18 weitere mittelschwer verletzt. Die Schwerverletzten wurden in Krankenhäuser gebracht. Etwa 20 Einheiten der Feuerwehr sowie 23 Krankenwagen und zwei Rettungshubschrauber sind an der Unfallstelle im Einsatz. Als die Rettungskräfte eintrafen, hatten es einige Passagiere bereits geschafft, den verunglückten Bus zu verlassen.