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Osteuropäische Devisenmärkten schwächeln wegen Ukraine-Krise

Die russisch-ukrainische Krise wirkt sich auf die Devisenmärkte in anderen Ländern der Region aus

Osteuropäische Devisenmärkten schwächeln wegen Ukraine-Krise
Osteuropäische Devisenmärkten schwächeln wegen Ukraine-Krise

, 16.12.2014, 15:33

Die Sanktionen der westlichen Staaten gegen Russland im Kontext seiner Rolle in der Krise in der Ukraine sowie die fallenden Ölpreise haben einen Zusammenbruch des Rubels bewirkt. Um die Abwertung zu stoppen, hat russische Zentralbank den Leitzins auf einen Rekordwert von 17% angehoben.



Seit Beginn der Krise ist der russische Rubel faktisch abgestürzt — er verlor über 45% zum amerikanischen Dollar und mehr als 40% zum Euro. Der Kurs lag am Montag zum ersten Mal bei 60 Rubel für den Dollar und 75 Rubel zum Euro. Trotz massiver Unterstützung war die Talfahrt nicht aufzuhalten. Russland hat deshalb versucht, durch die spektakuläre Anhebung der Leitzinsen den Rubel zu retten und die Krise seiner Landeswährung, die sich auf die Volkswirtschaft auszuwirken droht, etwas abzufedern. Die Anhebung der Zinsen auf 17% ist nach Angaben des Wirtschaftsdienstes Bloomberg die grö‎ßte Anhebung an einem einzigen Tag seit 1998.



Auch die Ukraine ist in einer unbequemen Position. Am Montag beantragte Premierminister Arsenij Jazenjuk in Brüssel eine weitere dringende Finanzhilfe, um den Staatsbankrott abzuwenden. Die Devisenreserven der Ukraine haben den Tiefststand der letzten zehn Jahre erreicht, nachdem Kiew die Schulden für die Erdgaslieferungen aus Russland bezahlt hat und auf dem Devisenmarkt eingriff, um die Landeswährung Griwna zu unterstützen. Die ukrainische Volkswirtschaft trägt auch die Kosten der Kämpfe mit den prorussischen Separatisten im Osten des Landes. Die russisch-ukrainische Krise hallt ebenfalls auf den Devisenmärkten in der Region nach — die Landeswährungen der Republik Moldau, Rumänien, Polen oder Ungarns werteten sich in letzter Zeit deutlich ab. Der Notenbankchef der Moldau, Dorin Drăguţeanu, sieht eine weitere Abwertung des moldauischen Leu als unvermeidbar:



Der Markt wird beeinflusst von bestimmten fundamentalen Faktoren, die man nicht einfach durch administrative Ma‎ßnahmen beseitigen kann. Wir sind in einer relativ heiklen Lage und es hei‎ßt ja bei uns: Wenn jemand in Moskau niest, kriegen wir die Erkältung in Chişinău ab”, sagt der Notenbanker. Der moldauische Leu hat allein in letzter Woche 1,4% zum US-Dollar verloren, die Abwertung seit Jahresbeginn liegt sogar bei 18%. Auch der rumänische Leu schwächelt und erreichte am Montag den schlechtesten Kurs zum Euro aus den letzten 8 Monaten.



Finanzexperten sind der Auffassung, dass es vor dem Hintergrund der Zurückhaltung der ausländischen Anleger einen generellen Abwertungstrend in der Region gibt. Wie der Chef der Vereinigung der Analysten aus dem rumänischen Finanz- und Bankwesen, Radu Crăciun, sagt, sei auch der rumänische Leu von diesem regionalen Trend erfasst worden. Ähnliche Kursbewegungen machten auch der polnische Zloty oder der ungarische Forint durch.

Foto: wqqh87ok4g / pixabay.com
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