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Partizipative Demokratie: Jugendliche lernen, EU-Förderprojekte zu gestalten

Die Bürgerbeteiligung ist für jede Demokratie wichtig und sie muss schon in jungen Jahren gefördert werden. Informationsbüro des EU-Parlaments hat dazu das Projekt Förderer der europäischen Demokratie“ ins Leben gerufen.

Partizipative Demokratie: Jugendliche lernen, EU-Förderprojekte zu gestalten
Partizipative Demokratie: Jugendliche lernen, EU-Förderprojekte zu gestalten

, 16.11.2016, 17:46

Laut dem Eurobarometer von April, einer von der EU-Kommission in Auftrag gegebenen Meinungsumfrage, meinen EU-weit 51% der jungen Bürger zwischen 16 und 30 Jahren, dass die Beteiligung an den EU-Wahlen die beste Möglichkeit sei, am Gemeindeleben teilzunehmen. Das eigentliche Wahlverhalten scheint aber diese Aussage zu entkräften.



Lediglich 27,8% der jungen Europäer haben im Mai 2014 ihre Stimme bei den EU-Parlamentswahlen abgegeben. Zugleich meinen 90% dieser jungen Bürger, dass es wichtig sei, sich über die EU und ihre Institutionen zu informieren, so dasselbe Eurobarometer. Die Ergebnise der Umfrage in Rumänien sind erfreulich: 89% der Befragten sind mit dieser Aussage einverstanden. Folglich hat das Informationsbüro des EU-Parlaments entschieden, diesem Wunsch, zu lernen und sich zu beteiligen, entgegen zu kommen. Dafür wurde das Projekt Förderer der europäischen Demokratie“ ins Leben gerufen.



2016 wurde die zweite Auflage dieses Ereignisses organisiert. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde 30 Mitgliedern von Jugendorganisationen beigebracht, wie sie Projekte zur Förderung der Werte, die die EU-Bürger teilen, gestalten und einleiten können. Das Projekt Förderer der europäischen Demokratie“ wurde auch von manchen Nichtregierungsorganisationen wie Pro Democratia oder der Gruppe der Europäischen Jugend für Wandel (GEYC) unterstützt. Der Vorsitzende dieser Organisation war auch einer der Trainer der jungen Förderer und konnte am Ende einige Schlussfolgerungen ziehen. Gabriel Berzoiu sagte im Hinblick auf seine Schüler:



Viele von ihnen sagten beim Vorgespräch, das Geld sei die grö‎ßte Hürde im Wege der Implementierung ihrer Ideen. Danach folgte eine kreative Denkrunde über die möglichen Wege, die Hürden zu beseitigen, und über die Gründung von lokalen Partnerschaften mit Schlüssel-Institutionen, die uns helfen könnten. Viele von euch haben ihre Ideen in die Praxis umgesetzt und haben dabei alle Ressourcen, die zur Verfügung standen oder gefunden wurden, ausgenutzt. Es freut mich, dass die Eingliederung Bestandteil dieses Projekts ist. Wir hatten Förderer aus ländlichen Gebieten und aus kleinstädtischen Gemeinden und wurden dort tätig, wo keiner hinkommt. Dahin kommt die europäische Information sehr schwer und die Menschen konfrontieren sich mit so vielen Problemen, dass die europäische Informatioen eine ihre letzten Prioritäten darstellt.“




Die ausgewählten jungen Förderer haben an einem intensiven Seminar teilgenommen. Sie haben gelernt, wie sie ein Projekt konkret implementieren können. Anschlie‎ßend mussten sie das Projekt in ihren Gemeinden auch tatsächlich einleiten. Die Themen der diesjährigen Projekte waren: der 9. Mai als Europatag und die Simulation der EU-Parlaments. Nach der Impelementierungsphase wurden die 30 Teilnehmer nach Brüssel eingeladen, um zu sehen, wie das EU-Parlament funktioniert. Im Rahmen einer Pressekonferenz am Ende des Projekts haben die 30 jungen Teilnehmer ihre Meinungen dem breiten Publikum bekannt gemacht. Maria-Mădălina Ifrim, Mitglied des Verbandes für Aktive Entwicklung im ostrumänischen Bacău und Schülerin beim Ferdinand I.“-Gymnasium, erklärte:



Zusammen mit unseren Lehrern und unseren Trainern haben wir uns entschieden, im Amphitheater unseres Gymnasiums eine Simulation des EU-Parlaments durchzuführen. Drei Klassen haben daran teilgenommen und haben die drei Institutionen der EU simuliert. Dabei haben wir viel gelernt, wie die Legislative funktioniert, wie eine Richtlinie gebilligt wird und wie Ideen umgesetzt werden.“




Drei der Teilnehmer stammten aus der Moldaurepublik, darunter Elena Prohniţchi vom Nationalen Antikorruptions-Zentrum der Studenten in Kischinew:



Im Rahmen dieses Events gab es ein paar sehr wichtige Momente. Von Anfang an habe ich gemerkt, wie enthusiastisch meine Kollegen waren. Dieser Enthusiasmus hielt an, und das hat mich sehr motiviert. Von Anfang an hat man uns in die Risiken der Implementierung unserer Projekte eingewiesen, ich habe aber auch andere entdeckt. Wir haben dabei gelernt, dass wir sogar Ministerien in Kischinew miteinbeziehen können. So konnten wir zwei Events organisieren, eines in meinem Gymnasium und das zweite in einem anderen Gymnasium. Das erste Ereignis war ein etwas formelleres Seminar, das zweite fand im Freien statt und war erfolgreicher.“




Die Gruppenarbeit und die Überwindung der Zurückhaltung in puncto Zusammenarbeit mit den Behörden waren die wichtigsten Erfolge des Projekts Förderer der europäischen Demokratie“. Das war aber nicht alles. Die Teilnehmer haben zudem gelernt, persönliche Grenzen zu sprengen, und sind bereit, ihre Erfahrung in der Zukunft mit anderen zu teilen. Ionuţ-Iulian Rotaru vom Zentrum für Menschnrechte und Migration in Bukarest gibt den zukünftigen Förderer der Demokratie drei Ratschläge:



Habt keine Angst, Fehler zu machen, habt keine Angst, an gro‎ße Projekte zu denken, die EU-weit implementiert werden können, und zögert nicht, eure Komfortzone zu verlassen, denn au‎ßerhalb finden interessante Dinge statt.“




Die Organisierung einer 3. Auflage des Projekts Förderer der europäischen Demokratie“ scheint gesichert zu sein.

Foto: Simon Moog / unsplash.x„x„„com
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