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Medienerziehung für Teenager: Lernen, wie man Fakenews erkennt

Das Zentrum für Unabhängigen Journalismus (CJI) schult Lehrer, die wiederum ihren Schülern beibringen sollen, wie man sich gegen die Gefahren aus dem Internet wappnet.

Medienerziehung für Teenager: Lernen, wie man Fakenews erkennt
Medienerziehung für Teenager: Lernen, wie man Fakenews erkennt

, 21.04.2021, 17:30

Die Zahl der Informationsquellen, glaubwürdig oder nicht, hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Der Ausdruck Fake News“ ist zu einem Teil unseres Grundwortschatzes geworden, egal wie gut wir verstehen, was dahinter steckt. Und gleichzeitig scheint es noch nie so notwendig gewesen zu sein wie heute in der Pandemie, zwischen Wahrheit und Lüge, zwischen ehrlichen Nachrichten und solchen, die in die Irre führen sollen, zu unterscheiden. Die Fähigkeit, diesen Unterschied zu machen, lernt man am besten schon in der Schule, oder sogar noch früher. In Rumänien befasst sich schon seit 1994 auch das Zentrum für Unabhängigen Journalismus (CJI) mit diesem Aspekt — wir sprachen mit der Geschäftsführerin Cristina Lupu.



Wir versuchen, bei jungen Menschen für mehr Selbstständigkeit und kritisches Denken zu sorgen. Wir arbeiten direkt mit den Teenagern, entweder selbst oder wir holen Experten hinzu. Zum Beispiel organisieren wir in dieser Zeit eine Reihe von Treffen zwischen Journalisten und Teenagern. Da wir aber strategisch vorgehen wollen, haben wir uns entschieden, auch mit Lehrern zu arbeiten. Egal wie viele Kurse wir hier anbieten, wir werden nie genug haben, um auf nationaler Ebene etwas zu verändern. Tatsächlich haben wir einen Prozess geschaffen, um Lehrer aus verschiedenen Disziplinen zu schulen. An diesem Punkt legen wir den Schwerpunkt auf diejenigen, die rumänische Sprache und Literatur unterrichten, und gemeinsam mit ihnen entwickeln wir Medienkompetenz bei jungen Menschen“, sagt Cristina Lupu — sie erläutert auch, wie Medieninformationen in den rumänischen Sprachunterricht eingebaut werden:



In der neunten und zehnten Schulklasse, wo der Unterrichtsstoff freizügiger ist, gestaltet sich die Arbeit mit den Medien viel einfacher. Zum Beispiel können wir in der neunten Klasse im Unterricht über Kommunikationstheorie darüber sprechen, wie Kommunikation funktioniert, wie Nachrichten mit einem Autor und einem Zweck aufgebaut sind. In Bezug auf Gesetzestexte können wir über Meinungsfreiheit und die Verfassung sprechen. Auch in der neunten Klasse, wenn wir in den Unterricht über Journalismus kommen, können wir darüber sprechen, wie man eine Nachricht aufbaut. Wir sind daran interessiert, dass die Teenager lernen, Nachrichten zu schreiben und die Elemente einer gut aufgebauten Nachricht kennen. Wenn sie Nachrichten konsumieren, werden sie in der Lage sein, zu erkennen, was fehlt oder welche emotionalen Knöpfe der Schreiber zu drücken versucht, wenn die Nachricht zum Beispiel eine starke emotionale Reaktion hervorruft“, erklärt Cristina Lupu vom Zentrum für Unabhängigen Journalismus. Doch was für Informationen nehmen die Jugendlichen von heute überhaupt auf — und woher?



Auch wenn Teenager Medien nicht in dem Sinne konsumieren, wie es Erwachsene tun, kommen sie durch Gespräche mit Lehrern, Freunden oder Kollegen an Informationen, die in der Presse verbreitet werden. Jüngste Studien zeigen, dass die Desinformation während der Pandemie auf Instagram höher war als z.B. auf Facebook, da Instagram häufiger von Jugendlichen als von Erwachsenen genutzt wird. Natürlich gibt es viele Elemente, die man zu jeder Zeit im Auge behalten muss. Aber gleichzeitig sind Teenager, auch wenn sie sich mehr für Filme und Musik interessieren, auch an anderen Dingen sehr interessiert, vor allem die Gymnasiasten, mit denen wir arbeiten, und besonders die in den Abschlussklassen. Sie wollen wissen, was mit der Ausbildung passiert, mit zukünftigen Jobs, was in diesem Zusammenhang mit der Pandemie und der Impfung passiert. Wir glauben, dass es mehr Informationen geben sollte, die so geschrieben sind, dass sie sie interessant finden, bevor wir uns beklagen, dass Teenager keine Nachrichten lesen“, sagt die Medienaktivistin.



Das zeigt, dass wir Teenager differenzierter betrachten müssen, und wir müssen auch dafür sorgen, dass die Medienerziehung Kinder in benachteiligten Gebieten erreicht. Zu diesem Zweck arbeitet das Zentrum für Unabhängigen Journalismus seit ein paar Jahren mit UNICEF Rumänien zusammen, so Despina Andrei, Managerin für Kommunikation und Fundraising:



Aus unserer Sicht ist der Bedarf an Medienerziehung nicht neu, aber seit dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie noch wichtiger geworden, denn Jugendliche und Kinder verbringen immer mehr Zeit vor Bildschirmen und Tablets im Internet, und das macht sie anfälliger für Fake News und Desinformationen, wie Cyber-Mobbing oder andere Arten von Missbrauch, die online verübt werden. Auf der einen Seite wollen wir, dass Jugendliche und Kinder die Nachrichten, die sie sehen, entschlüsseln können, dass sie wissen, wie sie ihre Informationen aus einer Vielzahl von Quellen beziehen können, und dass sie nicht auf gefälschte Informationen hereinfallen, die sich in letzter Zeit exponentiell vervielfacht haben. Auf der anderen Seite wollen wir, dass sie sich vor Demütigungen und Belästigungen schützen, die online mit gro‎ßer Leichtigkeit anfallen, vor allem, wenn man nicht vorbereitet ist und nicht wei‎ß, dass dies geschieht.“



Wichtig ist, so Despina Andrei, dass man sich dabei mit mehreren Akteuren abstimmt, um Material zu erstellen, das den Bedürfnissen der Kinder entspricht, um ihr Bedürfnis nach korrekter Information zu befriedigen und sie vor Fake News zu schützen. Die Schüler sollten idealerweise Kompetenzen erwerben, die es ihnen ermöglichen, mit der Informationslawine umzugehen und Informationen aus glaubwürdigen Quellen zu erhalten und die Verbreitung von Fake News zu stoppen. Aber auch, dass sie zu Multiplikatoren des Wandels werden, also auf ihre Mitschüler einwirken — denn letztendlich können die Vereine nur mit einer begrenzten Anzahl von Lehrern und Schülern arbeiten, erklärt Despina Andrei.



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