Nachrichten 26.02.2026
Die wichtigsten Meldungen des Tages
Newsroom und Sorin Georgescu, 26.02.2026, 17:25
Drohenalarm – Zwei F-16-Kampfflugzeuge sind am frühen Donnerstagmorgen vom Luftwaffenstützpunkt Fetești im Süden Rumäniens gestartet. Zuvor hatten die Radarsysteme des Verteidigungsministeriums kurzzeitig eine Drohne im nationalen Luftraum erfasst – vor dem Hintergrund neuer russischer Angriffe auf ukrainische Donauhäfen. Die Behörden gaben zudem eine elektronische Warnmeldung auf Handys für die Bevölkerung im Kreis Tulcea im Südosten Rumäniens heraus. Darin wurde vor möglichen herabfallenden Objekten gewarnt. Nach rund 30 Minuten wurde Entwarnung gegeben. Das Verteidigungsministerium betonte, zu keinem Zeitpunkt habe Gefahr für die Bevölkerung bestanden. Seit Jahresbeginn war es im Kreis Tulcea bereits zu drei weiteren Drohnen-Warnungen im Zusammenhang mit dem Krieg in der benachbarten Ukraine gekommen.
Prognose – Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) hat ihre Wachstumsprognose für Rumänien im Jahr 2026 nach unten korrigiert. In ihrem heute veröffentlichten Bericht „Regional Economic Prospects“ rechnet die Bank nur noch mit einem Plus von 1,2 Prozent – im September war sie noch von 1,6 Prozent ausgegangen. Für 2027 werden 2,2 Prozent erwartet. Grundlage dieser Prognosen sind eine verstärkte Inanspruchnahme europäischer Mittel im Rahmen des nationalen Aufbau- und Resilienzplans sowie eine Verbesserung der Handelsbilanz. Als wesentliches Risiko nennt die EBRD die schwache Auslandsnachfrage. Für 2025 wird ein BIP-Wachstum von lediglich 0,9 Prozent erwartet. Das Haushaltsdefizit soll demnach von rund 8 Prozent auf 6,2 Prozent im Jahr 2026 sinken. Die Anhebung der Mehrwertsteuer und gestiegene Energiepreise hatten Ende vergangenen Jahres die Inflationsrate auf 9,7 Prozent steigen lassen – den höchsten Wert in der EU.
Investments – Ministerpräsident Ilie Bolojan nimmt am Donnerstag in Brüssel am Start des Finanzierungsmechanismus EastInvest teil. Das Instrument soll Investitionen von mindestens 28 Milliarden Euro in den östlichen Grenzstaaten der Europäischen Union mobilisieren. Am Rande sind mehrere bilaterale Gespräche geplant. Nach Treffen mit der Exekutiv-Vizepräsidentin der EU-Kommission, Roxana Mânzatu, sowie mit Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis kommt Bolojan mit Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zusammen. Im Mittelpunkt stehen die Umsetzung des nationalen Aufbauplans sowie die Rückforderung von 231 Millionen Euro im Zusammenhang mit der Reform der Sonderrenten für Richter und Staatsanwälte. Weitere Themen sind das europäische Finanzinstrument SAFE zur Stärkung der Verteidigungsindustrie sowie die Prioritäten Rumäniens für den mehrjährigen Finanzrahmen der EU nach 2028 – insbesondere Kohäsionspolitik, Gemeinsame Agrarpolitik und Wettbewerbsfähigkeit.
Inflation – Rumänien verzeichnet im Januar mit 8,5 Prozent die höchste Jahresinflationsrate in der Europäischen Union. Nach Angaben von Eurostat folgen die Slowakei und Estland. Der EU-Durchschnitt ging leicht auf 2 Prozent zurück. Die niedrigsten Raten meldeten Frankreich, Dänemark, Finnland und Italien.
Justiz – In Bukarest gehen am Donnerstag die Anhörungen für die Leitung der wichtigsten Staatsanwaltschaften zu Ende. Fünf Kandidaten bewerben sich um das Amt des stellvertretenden Generalstaatsanwalts bei der Direktion zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität und des Terrorismus (DIICOT). Jeder Bewerber hat 30 Minuten zur Vorstellung seines Programms, gefolgt von einer einstündigen Fragerunde unter Vorsitz des Justizministers. Seit Wochenbeginn laufen die Auswahlverfahren für die Spitzenposten bei der Generalstaatsanwaltschaft, der Antikorruptionsbehörde DNA sowie der Anti-Terror- und Anti-Mafia-Staatsanwaltschaft. Die Ergebnisse sollen am 2. März bekanntgegeben werden. Anschließend gehen die Vorschläge an den Obersten Magistraturrat und schließlich an Staatspräsident Nicușor Dan, der die endgültige Entscheidung trifft.
Bildung – Die rumänischen Lehrkräftegewerkschaften haben sich in einem offenen Brief an Präsident Nicușor Dan gewandt. Sie fordern eine grundlegende Reform des Bildungssystems und die Rücknahme von Maßnahmen, die sie als schädlich bezeichnen. Dazu zählen eine höhere Schülerzahl pro Klasse, mehr Unterrichtsstunden pro Woche und eine geringere Vergütung pro Unterrichtsstunde.
Transnistrien – Neun aktuelle oder frühere Funktionsträger des separatistischen Regimes in Transnistrien ist per Dekret von Präsidentin Maia Sandu die moldauische Staatsbürgerschaft aberkannt worden. Betroffen sind unter anderem der Innenminister der Region, ein ehemaliger Vize-Justizminister sowie frühere und amtierende Parlamentsmitglieder. Grundlage ist eine Mitteilung des moldauischen Inlandsgeheimdienstes über besonders schwere Handlungen gegen die Interessen des Staates. Die Präsidentschaft in Chișinău betonte die Unverletzlichkeit der Souveränität und territorialen Integrität der Republik Moldau. Transnistrien hatte sich nach dem bewaffneten Konflikt von 1992 mit Unterstützung russischer Truppen faktisch von Moldau abgespalten.
Wetter – In Rumänien zeigt sich das Wetter überwiegend freundlich. Am Morgen war es teils noch bewölkt, die Temperaturen bewegen sich im saisonalen Durchschnitt. Die Höchstwerte liegen zwischen 3 und 9 Grad, in Bukarest wurden gegen Mittag bei zeitweise Sonnenschein 6 Grad Celsius gemessen.