Nachrichten 10.03.2026
Die wichtigsten Meldungen des Tages
Newsroom und Sorin Georgescu, 10.03.2026, 18:16
Sitzung – Der rumänische Präsident Nicuşor Dan hat für Mittwochmorgen eine Sitzung des Obersten Rates für Landesverteidigung – CSAT – einberufen. Wie die Präsidialverwaltung in Bukarest mitteilt, stehen mehrere Themen auf der Tagesordnung. Dazu gehören die Lage im Nahen Osten und mögliche Auswirkungen auf Rumänien sowie auf den inländischen Ölmarkt. Außerdem soll die vorübergehende Stationierung bestimmter militärischer Fähigkeiten auf rumänischem Staatsgebiet analysiert werden. Die Presse erinnert daran, dass Präsident Dan am 5. März erklärt hatte, er werde den CSAT wegen der Situation im Nahen Osten nicht einberufen, solange die Entwicklungen keine „unmittelbare Gefahr“ für Rumänien darstellen. Die letzte Sitzung des Rates fand am 24. November 2025 statt. Damals ging es um die Nationale Verteidigungsstrategie.
Besuch – Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird am Donnerstag zu einem Besuch in Bukarest erwartet. Die Einladung kam von seinem rumänischen Amtskollegen Nicuşor Dan. Politische Quellen bestätigten die Information gegenüber Radio România. Es wäre Selenskyjs zweiter Besuch im Nachbarland Rumänien seit Beginn der russischen Invasion vor vier Jahren – nach seinem Besuch im Oktober 2023. Neben Gesprächen mit Präsident Dan ist auch ein Treffen mit dem rumänischen Premierminister Ilie Bolojan vorgesehen. Rumänien und die Ukraine teilen sich eine rund 700 Kilometer lange Grenze. Seit Februar 2022 hat Rumänien Millionen ukrainischer Flüchtlinge aufgenommen, vor allem Frauen und Kinder. Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen hielten sich Ende vergangenen Jahres rund 200.000 Ukrainer in Rumänien auf. Ukrainische F-16-Kampfpiloten werden zudem in Rumänien ausgebildet. Außerdem hat Rumänien der Ukraine ein Patriot-Luftabwehrsystem zur Verfügung gestellt.
Haushalt – Mit drei Monaten Verspätung hat das Finanzministerium in Bukarest am Dienstag den Entwurf für den Staatshaushalt 2026 veröffentlicht. Die endgültige Fassung soll noch in dieser Woche von der Regierung beschlossen und anschließend dem Parlament vorgelegt werden. Vorgesehen ist ein Haushaltsdefizit von 6,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Der Etat setzt laut Finanzministerium vor allem auf Reformen, Investitionen und fiskalische Verantwortung. Die geplanten Investitionen liegen mit rund 165 Milliarden Lei – etwa 33 Milliarden Euro – über dem Vorjahresniveau. Damit bleibe Entwicklung eine Priorität, trotz der Bemühungen, das Defizit zu senken. Die Sozialdemokraten bereiten mehrere Änderungsanträge vor, die sie vor der Verabschiedung innerhalb der Regierungskoalition einbringen wollen. Auch die oppositionelle Allianz für die Einheit der Rumänen (AUR) arbeitet an eigenen Vorschlägen und erwägt nach der Parlamentsdebatte einen Misstrauensantrag.
Kraftstoffe – In Rumänien sind die Preise für Diesel in der vergangenen Woche um zehn Bani (umgerechnet 2 Eurocents) pro Liter gestiegen. An einigen Tankstellen kostet Standarddiesel inzwischen rund 8,70 Lei (1,74 Euro), Premiumdiesel knapp 9,40 Lei (1,88 Euro). Benzin verteuerte sich um etwa fünf Bani (einem Eurocent) auf rund 8,34 Lei (1,66 Euro) pro Liter für die Standardvariante und etwa 9,10 Lei (1,82 Euro) für Premium. Energieminister Bogdan Ivan erklärte, die Regierung prüfe mehrere Möglichkeiten, um weitere Preisanstiege zu verhindern. Eine Option sei eine zeitlich befristete Senkung von Steuern und Abgaben auf Kraftstoffe. Präsident Nicușor Dan lehnt Eingriffe bei Steuern und Abgaben allerdings ab.
Wettbewerbsfähigkeit – Präsident Nicușor Dan nimmt am Dienstag per Videokonferenz an einem Treffen der europäischen Staatengruppe „Freunde der Wettbewerbsfähigkeit“ teil. Ziel ist eine bessere Koordinierung beim Binnenmarkt und bei der Wettbewerbsfähigkeit im Vorfeld des Europäischen Rates am 19. und 20. März. Bereits am Montag hatte Dan mit EU-Ratspräsident António Costa über die Prioritäten Rumäniens gesprochen. Bukarest setze sich für einen vollständig integrierten Binnenmarkt sowie für einen deutlichen Abbau von Bürokratie ein, erklärte der Präsident. Thema war auch der künftige mehrjährige EU-Haushalt. Aus Sicht Rumäniens müsse dieser ausreichende Mittel bereitstellen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken – auch in osteuropäischen Staaten, die historisch einen Entwicklungsrückstand gegenüber anderen EU-Ländern haben.
Botschafter – Rumänien bleibt ein wichtiger Pfeiler für die Sicherheit im Schwarzmeerraum und für die Stabilität in Südosteuropa. Das erklärte der neue US-Botschafter in Bukarest, Darryl Nirenberg, bei Gesprächen mit dem Präsidenten der Abgeordnetenkammer, Sorin Grindeanu, und dem Senatspräsidenten Mircea Abrudean. Beide Seiten bekräftigten die Bedeutung der strategischen Partnerschaft zwischen Rumänien und den USA. Im Mittelpunkt stand dabei vor allem die Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich – auch vor dem Hintergrund der Spannungen im Nahen Osten.
Versicherungen – Die Entschädigungszahlungen für Schäden an versicherten Wohnungen und Unternehmen nach Bränden oder Naturkatastrophen sind in mehreren Regionen Rumäniens deutlich gestiegen. Das geht aus einer Analyse des Verbands der rumänischen Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen hervor. In den ersten neun Monaten des Jahres 2025 verzeichnete vor allem der Nordosten des Landes einen starken Anstieg: Das Volumen der Zahlungen lag dort mehr als zweieinhalbmal so hoch wie im gleichen Zeitraum 2024. Ursache seien extreme Wetterereignisse wie Starkregen, Überschwemmungen und heftige Stürme. Auch im Westen Rumäniens haben sich die Entschädigungssummen im Vergleich zum Vorjahr etwa verdreifacht. Die höchsten Gesamtsummen werden jedoch weiterhin in der Region Bukarest-Ilfov ausgezahlt – wegen der hohen Dichte und des höheren Werts der versicherten Immobilien.
Öl – Die Ölpreise sind am Dienstag deutlich gefallen, nachdem US-Präsident Donald Trump erklärt hatte, der Krieg mit dem Iran werde „bald enden“, und zugleich Lockerungen bei Sanktionen gegen russisches Öl in Aussicht stellte. Laut AFP sank der Preis für ein Barrel Nordsee-Brent zur Lieferung im Mai auf etwa 91 Dollar, nachdem er am Montag noch bis auf 119 Dollar gestiegen war. Die US-Sorte West Texas Intermediate fiel auf rund 87 Dollar. Die Risiken für die Energieversorgung aus der Golfregion bleiben laut Experten jedoch bestehen. Auch der europäische Gaspreis gab nach und fiel nach dem starken Anstieg vom Montag um etwa 15 Prozent. Die Börsen in Europa reagierten zum Handelsstart positiv auf die sinkenden Energiepreise. Zuvor hatte der Konflikt mit Iran rund 20 Prozent der weltweiten Öl- und Gaslieferungen beeinträchtigt, nachdem Teheran die Straße von Hormus blockiert und Energieanlagen in der Region angegriffen hatte.
Wetter – In weiten Teilen Rumäniens scheint am Dienstag die Sonne. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen 10 und 16 Grad. In Bukarest wurden um die Mittagszeit 14 Grad bei sonnigem Wetter gemessen.