27.01.2026
Die wichtigsten Meldungen im Überblick
Newsroom, 27.01.2026, 18:32
Premierminister Ilie Bolojan hat am Dienstag einen zweitägigen offiziellen Besuch in Deutschland begonnen. Er folgt damit einer Einladung von Bundeskanzler Friedrich Merz. Laut Regierungsmitteilung unterstreicht die Reise die exzellenten Beziehungen beider Länder, die vor allem in der Wirtschaft, der EU-Politik und der Sicherheit strategisch eng zusammenarbeiten. Deutschland ist mit einem Anteil von über 20 Prozent an den rumänischen Exporten der wichtigste Handelspartner des Landes; das Handelsvolumen belief sich 2024 auf rund 42 Milliarden Euro. In der rumänischen Botschaft wird Bolojan zudem mit Vertretern der rumänischen Gemeinschaft zusammentreffen. Mit rund 910.000 Menschen stellen Rumänen die viertgrößte Gruppe ausländischer Staatsangehöriger in Deutschland. Vor seinem Abflug beriet sich der Premier in Bukarest mit der Ratingagentur Fitch über geplante Wirtschafts- und Budgetmaßnahmen für das laufende Jahr.
In Bukarest verhandeln die Regierungsparteien (PSD, PNL, USR und UDMR) weiter über ein gemeinsames Konzept zur Ankurbelung der Wirtschaft. Aktuell arbeiten Fachgruppen daran, die unterschiedlichen Vorschläge der Parteien zu harmonisieren. Offen ist noch, ob das Paket zusammen mit der Verwaltungsreform oder separat verabschiedet wird. Geplant ist, die Reformen per Vertrauensfrage im Parlament durchzusetzen, um die Grundlage für den diesjährigen Haushalt zu schaffen. Finanzminister Alexandru Nazare reist am Mittwoch nach Brüssel, um den Budgetentwurf mit der Europäischen Kommission zu besprechen. Das Ziel für das Haushaltsdefizit liegt in diesem Jahr bei 6,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).
Die rumänische Regierung hat die Projekte für das europäische Verteidigungsprogramm SAFE (*Security Action for Europe*) vorgestellt. Rumänien stehen daraus über 16 Milliarden Euro an zinsgünstigen, langfristigen Krediten zur Verfügung. Davon fließen 9,6 Milliarden Euro an das Verteidigungsministerium und 3 Milliarden Euro in den Bereich Inneres und Zivilschutz. Weitere 4,2 Milliarden Euro sind für den Ausbau der militärischen und zivilen Infrastruktur vorgesehen. Verteidigungsminister Radu Miruţă betonte, dass der Großteil der Projekte in enger Kooperation mit Frankreich und Deutschland umgesetzt wird.
Die Investitionen in Rumänien sind im vergangenen Jahr um rund 16 Prozent auf 138 Milliarden Lei (circa 28 Milliarden Euro) gestiegen. Wie Finanzminister Alexandru Nazare mitteilte, entspricht dies 7,2 Prozent des BIP. Besonders auffällig sei die Verschiebung bei der Finanzierung: Der Anteil von EU-Fördergeldern an den Gesamtinvestitionen kletterte von 58 auf 78 Prozent, während der Anteil nationaler Mittel sank. Nazare bezeichnete diese Entwicklung als entscheidenden Fortschritt für die Stabilität des Landes.
Der Internationale Holocaust-Gedenktag am 27. Januar steht im Zeichen der Erinnerung und der Reflexion über eines der größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte. Das erklärte Rumäniens Präsident Nicușor Dan in einer Botschaft zum Gedenktag. Die Erinnerung mahne schmerzhaft, wie wertvoll Freiheit, Menschenwürde und der Schutz der Grundrechte seien – und wie wichtig es sei, sie entschlossen zu verteidigen. Das Gedenken sei umso relevanter in einer Welt, in der das kollektive Gedächtnis verblasse und extremistische Bewegungen an Einfluss gewönnen. Rumänien beteilige sich an der Aufarbeitung der Holocaust-Tragödie durch Bildungsarbeit für junge Menschen sowie durch die klare Verurteilung von Extremismus, Holocaust-Leugnung und Geschichtsfälschung. Am 27. Januar 1945 wurde das NS-Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau von der sowjetischen Armee befreit.
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