Nachrichten 06.03.2026
Die wichtigsten Meldungen des Tages
Dora Mihălcescu, 06.03.2026, 18:18
Der rumänische Premierminister Ilie Bolojan hat am Freitag ein Telefongespräch mit Scheich Mohamed bin Zayed Al Nahyan, dem Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, geführt. Dabei bat er um Unterstützung für die sichere Rückführung rumänischer Staatsbürger. Laut einer Mitteilung der Regierung in Bukarest bekundete Bolojan zugleich seine Solidarität mit dem emiratischen Volk angesichts der aktuellen Sicherheitsentwicklungen im Nahen Osten. Der Premierminister dankte dem Scheich und den lokalen Behörden außerdem für die Unterstützung der rumänischen Bürger, die in den Emiraten leben, arbeiten oder sich dort als Touristen aufhalten. Das rumänische Außenministerium teilte unterdessen mit, dass rumänische Schüler, die wegen des Konflikts im Iran in Dubai festsaßen, inzwischen in die Heimat zurückgekehrt sind. Sie wurden mit einem Evakuierungsflug nach Rumänien gebracht, der über den Katastrophenschutzmechanismus der Europäischen Union organisiert wurde. Das Flugzeug mit 127 rumänischen Staatsbürgern an Bord, darunter 95 Minderjährige, startete in Maskat, der Hauptstadt des Sultanats Oman, mit Ziel Bukarest. Ebenfalls an Bord waren 39 europäische Bürger. Für sie waren im Rahmen des europäischen Zivilschutzmechanismus 30 Prozent der gesamten Flugkapazität reserviert. Am Freitag zwei weitere Flüge der Fluggesellschaft FlyDubai aus Dubai in Bukarest gelandet. Seit Beginn des Konflikts im Iran sind nach Angaben des Außenministeriums rund 1.000 rumänische Staatsbürger mit Linienflügen oder Evakuierungsflügen nach Rumänien zurückgekehrt. Weitere etwa 15.000 Landsleute haben Unterstützung bei den diplomatischen Vertretungen Rumäniens im Ausland beantragt.
Die Vereinigten Staaten haben angekündigt, ihre Luftoffensive gegen den Iran zu intensivieren und erklärt, der Raketen- und Drohnenbeschuss habe nach den Bombenangriffen auf iranische Militäreinrichtungen deutlich nachgelassen. „Das amerikanische Militär hat den Kampf gerade erst begonnen“, sagte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, nachdem Präsident Donald Trump gewarnt hatte, die „große Welle“ der Luftangriffe habe noch nicht begonnen. Sowohl Hegseth als auch Trump versicherten, die Munitionsreserven seien ausreichend, obwohl davor gewarnt wurde, dass der rasche Einsatz der modernsten amerikanischen Bomben und Raketen die Bestände erschöpfen könnte. Israel meldet unterdessen, 80 % der iranischen Flugabwehrsysteme und 60 % der Raketenwerfer seien zerstört worden und man gehe nun in die zweite Phase der Offensive über, wobei man sich auf gut geschützte Bunker konzentriere. Der Iran wiederum drohte, seine Gegner überall auf der Welt anzugreifen. Kürzlich griffen iranische Angriffe den Stützpunkt Al-Udeid in Katar an, den größten US-Stützpunkt im Nahen Osten.
Die rumänische Regierung hat am Donnerstag beschlossen, die Erdgaspreise für private Haushalte bis April 2027 zu deckeln. Laut Premierminister Ilie Bolojan ist der beste Zeitpunkt für eine Preisliberalisierung, wenn ausreichend Angebot vorhanden ist. Er wies darauf hin, dass Rumänien im nächsten Jahr zum größten Erdgasproduzenten der Europäischen Union aufsteigen wird, da die Förderung im Neptuntiefengebiet des Schwarzen Meeres beginnen soll. Angesichts der aktuellen Entwicklungen am Persischen Golf müsse die rumänische Bevölkerung vor Preisschwankungen auf dem Außenmarkt geschützt werden, so der Premierminister.
Der Stand der Umsetzung des Nationalen Aufbau- und Resilienzplans Rumäniens ist am Freitag in Bukarest in einer Regierungssitzung erörtert worden. Reform- und Investitionsprojekte in Bereichen wie Energie, Verkehr, Landwirtschaft, Entwicklung, Gesundheit und Umwelt wurden dabei im Detail analysiert. Zudem wurden Lösungen identifiziert, damit die Maßnahmen innerhalb der mit der Europäischen Kommission vereinbarten Fristen umgesetzt werden können. Vorgesehen ist, dass jedes für eine Reform zuständige Ministerium dem Investitionsministerium einen Zeitplan für die Umsetzung übermittelt. Auf diese Weise soll die Regierung jederzeit über eine aktualisierte Übersicht verfügen. Die Frist für die Einhaltung der Verpflichtungen läuft Ende August ab. Zudem wurde beschlossen, dass Reformprojekte, die die Verabschiedung von Gesetzen durch das Parlament erfordern, von den zuständigen Ministerien bis spätestens Mai in die Regierung eingebracht werden. Anschließend sollen sie dem Parlament zur Beratung und Verabschiedung im Eilverfahren vorgelegt werden. Bei den übrigen Reformen, für die andere normative Rechtsakte erforderlich sind, werden die Ministerien eng zusammenarbeiten, damit auch diese innerhalb der vorgesehenen Fristen verabschiedet werden. Rumänien hat bislang rund 10,7 Milliarden Euro aus dem Aufbau- und Resilienzplan abgerufen. Das entspricht etwas mehr als der Hälfte der insgesamt verfügbaren Mittel.
Der rumänische Präsident Nicușor Dan und sein polnischer Amtskollege Karol Nawrocki betonten gestern in Warschau, dass beide Staaten eine gemeinsame Vision innerhalb der NATO und der Europäischen Union verfolgen. Die beiden Staatschefs hoben die bilaterale Zusammenarbeit in Politik und Wirtschaft hervor und kamen zu dem Schluss, dass ihre Länder Erfolgsgeschichten innerhalb der europäischen Familie darstellen.
Die rumänische Wirtschaft wuchs im vergangenen Jahr real um 0,7 % gegenüber 2024. Laut vorläufigen Daten des Nationalen Statistikinstituts (INS), die am Freitag veröffentlicht wurden, lag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal 2025 jedoch 1,9 % unter dem Wert des Vorquartals. Zum BIP-Wachstum 2025 gegenüber 2024 trugen folgende Sektoren bei: das Baugewerbe (+0,5 %) mit einem Anteil von 8,7 % am BIP und einem Anstieg des Aktivitätsvolumens um 7 %; der Informations- und Kommunikationssektor (+0,3 %) mit einem Anteil von 7,1 % am BIP und einem Anstieg des Aktivitätsvolumens um 4,1 %; sowie die Landwirtschaft (+0,2 %) mit einem Anteil von 3 % am BIP und einem Anstieg des Aktivitätsvolumens um 6,6 %. Dritte Beiträge zum BIP-Wachstum leisteten die Bereiche Wissenschaft, Forschung und Technik. Die Bereiche Verwaltung und unterstützende Dienstleistungen trugen -0,3 % zum BIP bei und hatten einen Anteil von 8,1 %, wobei ihr Aktivitätsvolumen um 4,0 % sank. Groß- und Einzelhandel, Kfz-Reparatur, Transport, Lagerung, Hotel- und Gaststättengewerbe trugen -0,1 % zum BIP bei und repräsentierten einen Anteil von 20,3 %, während ihr Aktivitätsvolumen um 0,3 % zurückging.
Das rumänische Damen-Tennis-Team trifft in Gruppe C der Europa/Afrika-Zone (Gruppe I) des Billie Jean King Cups auf Frankreich, Lettland und Norwegen. Die Auslosung fand in London statt und wurde vom rumänischen Tennisverband auf Facebook bekannt gegeben. Das Turnier wird vom 7. bis 11. April in Oeiras, Portugal, ausgetragen. Drei Teams qualifizieren sich für die nächste Runde. Rumänien, das unter der nicht spielenden Kapitänin Alexandra Dulgheru sein Debüt gab, wurde im November 2025 in die Gruppe I abgestiegen, nachdem es in der Play-off-Gruppe B mit einem Sieg (3:0 gegen Neuseeland) und einer Niederlage (0:3 gegen Polen) Zweiter geworden war.