Nachrichten 08.10.2026
Die wichtigsten Meldungen des Tages im Überblick
Newsroom, 08.10.2026, 17:01
In Bukarest beginnt der designierte Ministerpräsident, der parteilose Luca Niculescu, heute Gespräche mit den Parlamentsparteien. Dabei geht es um die Bildung der künftigen Regierung. Zunächst trifft er Vertreter der Sozialdemokraten (PSD), der stärksten Fraktion im rumänischen Parlament. Danach folgen die Liberalen und der Demokratische Verband der Ungarn in Rumänien (UDMR). Niculescu will die Prioritäten der Parteien berücksichtigen und ein realistisches Regierungsprogramm vorlegen. Er ist bereits der vierte Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten innerhalb von fünf Monaten. Die Regierung war nach einem Misstrauensvotum gestürzt. Niculescu ist Journalist und war rumänischer Botschafter in Frankreich. Derzeit koordiniert er den Beitrittsprozess Rumäniens zur OECD.
Richter – In Bukarest entscheidet der Oberste Kassations- und Gerichtshof heute über die Berufung der Regierung im Streit um ausstehende Gehaltszahlungen an rumänische Richter. Die Entscheidung wurde bereits sechsmal vertagt. Es geht um rund fünf Milliarden Lei, umgerechnet fast 900 Millionen Euro. Das Geld steht den Richtern aufgrund früherer Gerichtsentscheidungen zu. Das Berufungsgericht Bukarest hatte die Regierung verpflichtet, die nötigen Mittel bereitzustellen. Auch eine Haushaltsänderung sollte dafür möglich sein. Die Regierung rief außerdem das Verfassungsgericht an. Es sollte klären, ob der Oberste Gerichtshof seine Befugnisse überschritten hat. Das Verfassungsgericht wies die Beschwerde am Mittwoch zurück. Es sah keinen verfassungsrechtlichen Kompetenzkonflikt zwischen Regierung und Oberstem Gerichtshof.
Der kommissarische rumänische Finanzminister Alexandru Nazare nimmt heute und morgen in Luxemburg am Treffen des EU-Rats für Wirtschaft und Finanzen, Ecofin, teil. Auf der Tagesordnung stehen aktuelle wirtschaftliche und finanzielle Herausforderungen. Thema sind auch die Entwicklungen auf den Energiemärkten und die Koordinierung der Steuerpolitik in der EU. Besprochen werden unter anderem die Folgen des Ukraine-Krieges für die europäische Wirtschaft. Auch die Koordinierung der Strukturpolitik steht auf der Tagesordnung. Heute nimmt Nazare an einer Sitzung der Eurogruppe im inklusiven Format teil. Dabei kommen die Wirtschafts- und Finanzminister aller EU-Staaten zusammen, auch jene außerhalb der Eurozone. Für Rumänien geht es vor allem um die Entwicklung der Kapitalmärkte, effizientere öffentliche Finanzen und die Folgen der Energiepreise für Wettbewerbsfähigkeit und Wirtschaft. Morgen folgt die offizielle Ecofin-Sitzung. Themen sind unter anderem die Wettbewerbsfähigkeit des Bankensektors und des Energiesektors, die wirtschaftliche Erholung Europas sowie die Umsetzung des Aufbau- und Resilienzmechanismus.
Im Europaparlament ging es um den nächsten EU-Haushalt für die Jahre 2028 bis 2034 und um die Bekämpfung der Korruption in den Mitgliedstaaten. Die Abgeordneten schlagen einen um zehn Prozent höheren Haushalt vor als von der EU-Kommission geplant. Nur so könnten die traditionellen EU-Politiken fortgeführt werden, heißt es. Die portugiesische Berichterstatterin Carla Tavares spricht von strukturellen Herausforderungen für die EU. Deshalb müsse auch die Antwort darauf langfristig und ambitioniert sein. Die Abgeordneten schlagen außerdem neue EU-Einnahmen vor. Dadurch sollen die nationalen Beiträge entlastet werden. Im Gespräch sind unter anderem eine Steuer auf digitale Dienstleistungen und auf Online-Glücksspiele. Auch eine Ausweitung des CO₂-Grenzausgleichs sowie eine Steuer auf Kryptotransaktionen werden diskutiert.
Das Magazin National Geographic hat Rumänien in die Liste der sechs schönsten Reiseziele für Oktober 2026 aufgenommen. Empfohlen werden die Landschaften der Südkarpaten, Transsilvanien, das Schloss Bran und die Schwarze Kirche in Brașov. Auch der geheimnisvolle Wald Hoia-Baciu wird genannt. Er ist für seine Geisterlegenden bekannt. Vor Rumänien liegen New York, Madagaskar, Argentinien, Schottland und Ägypten.
Der Literaturnobelpreis wird heute in Stockholm vergeben. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP könnte die Schwedische Akademie in diesem Jahr eine Autorin von außerhalb Europas auszeichnen. Im vergangenen Jahr ging der Preis an den ungarischen Schriftsteller László Krasznahorkai. Zu den Favoritinnen zählen die amerikanisch-antiguanische Schriftstellerin Jamaica Kincaid und die chinesische Autorin Can Xue. Nach dem Literaturnobelpreis folgen die Bekanntgaben des Friedensnobelpreises und des Wirtschaftsnobelpreises.
Der rumänische Meister Dinamo Bukarest trifft heute in der dritten Runde der Gruppenphase der Handball-Champions-League auf den FC Barcelona. Dinamo hat aus den ersten beiden Spielen nur einen Punkt geholt. Zu Hause verlor das Team gegen Montpellier mit 23 zu 27. Danach gab es gegen die dänische Mannschaft SAH Aarhus ein 25 zu 25. Titelverteidiger Barcelona führt die Gruppe derzeit mit vier Punkten an.
In Rumänien erwartet uns heute fast überall ein sonniger Tag. Nur im äußersten Westen bleibt der Himmel bewölkt. Dort sind Regenschauer möglich. Im Gebirge weht ein kräftiger Wind. Die Böen können 60 bis 70 Kilometer pro Stunde erreichen. Die Höchstwerte liegen zwischen 19 und 28 Grad. In Bukarest wurden zur Mittagszeit 22 Grad bei Sonnenschein gemessen.