Nachrichten 24.01.2026
Die wichtigsten Meldungen des Tages
Newsroom und Sorin Georgescu, 24.01.2026, 18:00
Feierlichkeiten: Die rumänische Gesellschaft leide unter einer Verwirrung der Werte. Es sei Pflicht, für Wahrheit, Wissenschaft und Wissen einzutreten. Dies hat Rumäniens Präsident Nicușor Dan heute in der ostrumänischen statt Focșani anlässlich der Feierlichkeiten zur sogenannten Kleinen Vereinigung erklärt. Bei einem Besuch des örtlichen Gymnasium „Unirea“ zeichnete er die Schulleitung mit dem Verdienstorden für Bildung aus. Anlass ist der 167. Jahrestag der Vereinigung der rumänischen Donau-Fürstentümer Moldau und Walachei. Landesweit finden aus diesem Grund militärische und religiöse Zeremonien statt. Die Vereinigung der Moldau und der Walachei im Jahr 1859 gilt als erster Schritt zum modernen rumänischen Nationalstaat und führte langfristig zur Unabhängigkeit 1877/78 sowie mit dem Anschluss weiterer, überwiegend rumänisch besiedelter Gebiete zur staatlichen Einheit im Jahr 1918.
Verwaltungsreform: Die Regierung in Bukarest will noch vor dem 1. Februar im Parlament die Vertrauensfrage für ein Reformpaket der öffentlichen Verwaltung sowie für Maßnahmen zur wirtschaftlichen Erholung stellen. Das kündigte Premierminister Ilie Bolojan an. Ziel seien der Abbau von Haushaltsungleichgewichten, mehr Effizienz und eine stärkere Dezentralisierung. Der Staatshaushalt solle rasch verabschiedet werden, mit einem Schwerpunkt auf Investitionen. Für 2026 rechnet die Regierung mit einem Bruttoinlandsprodukt von über zwei Billionen Lei (400 Mio. Euro), einem Defizit nahe sechs Prozent und einer Inflation von etwas über vier Prozent. Verzögerungen gebe es wegen fehlender Einigkeit innerhalb der Regierungskoalition, so der Ministerpräsident.
Friedensrat: Der Europäische Auswärtige Dienst äußert Bedenken gegen die weitreichenden Befugnisse von US-Präsident Donald Trump in dem neu gegründeten sogenannten „Board of Peace“. Nach Angaben der EU widerspreche die lebenslange Leitung durch Trump den verfassungsrechtlichen Grundsätzen der Union. Das Gremium soll zunächst den Gaza-Konflikt behandeln und später weitere Krisen. Mehrere EU-Staaten, darunter Frankreich und Spanien, wollen nicht beitreten. Ungarn und Bulgarien haben die Gründungsurkunde unterzeichnet. Rumäniens Präsident prüft derzeit eine Beteiligung. Weltweit haben bislang 35 Staaten ihre Teilnahme zugesagt.
Buchmesse: Rumänien ist bis zum 3. Februar Ehrengast der Internationalen Buchmesse in Kairo, der größten ihrer Art in der arabischen Welt und in Afrika. Damit werden 120 Jahre diplomatische Beziehungen zu Ägypten gewürdigt. Geplant sind rund 30 Veranstaltungen mit mehr als 60 Gästen aus Literatur, Verlagswesen und Kultur. Kulturminister András Demeter traf in Kairo seinen ägyptischen Amtskollegen; beide vereinbarten ein Abkommen zur kulturellen Zusammenarbeit. Auch Ägyptens Premierminister besuchte den rumänischen Messestand.
Umfrage: Sieben von zehn Rumänen glauben, dass sich das Land in die falsche Richtung entwickelt. Das geht aus dem aktuellen Informat.ro–INSCOP-Barometer hervor. Gut 22 Prozent sehen eine positive Entwicklung, sieben Prozent äußerten sich nicht. Besonders optimistisch sind demnach Jüngere unter 30, Menschen mit höherer Bildung sowie Bewohner großer Städte. Am pessimistischsten zeigen sich ältere Menschen, Personen mit niedriger Schulbildung und die Landbevölkerung. Die Umfrage wurde Mitte Januar 2026 durchgeführt.
Wetter: In Rumänien bleibt es in den Regionen außerhalb der Karpaten sowie örtlich im Zentrum meist bedeckt, sonst zeitweise bewölkt. Vereinzelt werden leichter Nieselregen oder Schneeregen im Süden und Osten erwartet, im äußersten Norden auch geringe Mischniederschläge. Die Höchstwerte liegen zwischen minus zwei und zwölf Grad. In Bukarest wurden zur Mittagszeit null Grad gemessen.