Nachrichten 26.04.2026
Die wichtigsten Meldungen des Tages im Überblick
Newsroom, 26.04.2026, 14:41
Präsident Nicușor Dan führt am Montag in Bukarest Gespräche mit den proeuropäischen Parteien. Im Mittelpunkt stehen zentrale Regierungsprogramme und die politische Stabilität des Landes. Dazu kommen Vertreter der Sozialdemokratischen Partei, der Nationalliberalen Partei, der Partei „Rettet Rumänien“, des Demokratischen Verbands der Ungarn in Rumänien sowie der Fraktion der nationalen Minderheiten. Themen sind unter anderem das europäische SAFE-Programm und der nationale Aufbau- und Resilienzplan. Der Präsident hatte in den vergangenen Tagen betont, dass er weiterhin eine vermittelnde Rolle einnehmen will. Hintergrund ist der politische Bruch: Die Sozialdemokraten haben ihre Unterstützung für Premierminister Ilie Bolojan zurückgezogen und die Regierungskoalition verlassen. Nicușor Dan hat inzwischen sowohl die Rücktritte der Minister als auch Vorschläge für Übergangsminister unterzeichnet. Ziel der Gespräche ist es nun, politische Handlungsfähigkeit und Stabilität sicherzustellen.
In Washington hat ein Sicherheitsvorfall für Aufsehen gesorgt. Während des traditionellen Dinners der White-House-Korrespondenten kam es zu Schüssen. Der Abend wurde abrupt unterbrochen, Gäste mussten evakuiert werden. Auch US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania Trump wurden in Sicherheit gebracht. Nach Angaben der Behörden eröffnete ein Mann an einem Kontrollpunkt das Feuer und verletzte dabei einen Sicherheitsbeamten. Hunderte Gäste, darunter Journalistinnen und Journalisten sowie hochrangige Regierungsvertreter wie Verteidigungsminister Pete Hegseth, suchten Schutz unter Tischen, während der Secret Service das Gelände sicherte. Der Verdächtige, Cole Thomas Allen, wurde festgenommen. US-Medien berichten, er habe keine Vorstrafen, aber einen außergewöhnlichen akademischen Hintergrund. Nach seiner Festnahme soll er angegeben haben, gezielt Vertreter der Trump-Regierung angreifen zu wollen. Gegen ihn sollen am Montag mehrere Bundesanklagen erhoben werden.
Die Ukraine erinnert an die Katastrophe von Tschernobyl vor 40 Jahren. Am 26. April 1986 explodierte der Reaktorblock 4 des damaligen sowjetischen Kernkraftwerks. Millionen Menschen wurden radioaktiver Strahlung ausgesetzt, große Gebiete wurden dauerhaft kontaminiert. Tausende Menschen starben in den Folgejahren an den Spätfolgen, die genaue Zahl der Opfer ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Ein internationaler Kraftakt führte 2016 zur Installation einer riesigen Schutzkonstruktion aus Stahl und Beton über dem alten Reaktor-Sarkophag. Dieser war damals in großer Eile errichtet worden, um die radioaktiven Materialien einzuschließen. Heute wächst jedoch erneut die Sorge um die Anlage. Kiew warnt, dass der Krieg mit Russland zusätzliche Risiken geschaffen habe. Immer wieder seien Raketen und Drohnen in der Nähe des Kraftwerks eingesetzt worden. Bei einem Angriff im vergangenen Jahr sei zudem eine Schutzstruktur beschädigt worden. Zwar wurden keine Strahlenlecks festgestellt, doch nach Angaben der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung sind Reparaturen in Höhe von rund 500 Millionen Euro notwendig, um langfristige Schäden zu verhindern.
Rumänien spricht von einem schweren Vorfall an seiner Grenze. Eine Drohne, die im Zusammenhang mit russischen Angriffen auf die Ukraine eingesetzt wurde, ist im Südosten des Landes abgestürzt. Dabei wurde erstmals auch rumänisches Eigentum beschädigt. Präsident Nicușor Dan und Premierminister Ilie Bolojan verurteilten den Vorfall scharf. Sie sprechen von einer schwerwiegenden Verletzung des Völkerrechts. Auch Verteidigungsminister Radu Miruță und Außenministerin Oana Țoiu reagierten deutlich und ließen den russischen Botschafter einbestellen. Der Präsident erklärte, Rumänien sei keine Kriegspartei, trage aber zunehmend die Folgen des Konflikts. Als NATO- und EU-Mitglied müsse das Land seine Sicherheitsstrukturen weiter stärken. Besonders die Modernisierung der Armee und der Ausbau der Überwachungssysteme an der Grenze zur Ukraine seien nun dringend notwendig. Die Militärführung prüft bereits eine Neuorganisation der Radar- und Überwachungseinrichtungen im Grenzgebiet.
Wetter: In Rumänien heute wechselhaft mit zeitweise starker Bewölkung. Im Norden und Osten örtlich schwache, vorübergehende Regenfälle, in den hohen Lagen der Ostkarpaten auch gemischte Niederschläge. Der Wind weht landesweit, besonders stark im Osten mit Böen von 70 bis 90 km/h. In den Bergen sind Spitzen bis 120 km/h möglich. Die Höchstwerte liegen zwischen 11 und 26 Grad. Bukarest: meist sonnig, 24 bis 25 Grad.