Nachrichten 10.06.2026
Die wichtigsten Meldungen des Tages
Newsroom, 10.06.2026, 18:35
Die Rumänen wünschen sich eine Regierungsformel, und Regieren bedeutet vor allem Verantwortung. Das erklärte Staatspräsident Nicușor Dan am Mittwoch. Den Bürgern seien die politischen Debatten und Auftritte der Parteien weitgehend gleichgültig, sagte das Staatsoberhaupt. Zugleich rief er die Bevölkerung dazu auf, Ruhe und Zuversicht zu bewahren, und versicherte den internationalen Partnern, dass Rumänien seinen bisherigen Kurs beibehalten werde. Die Erklärung erfolgte vor dem Hintergrund anhaltender Unsicherheit über die Bildung einer neuen Regierung. Ebenfalls am Mittwoch bekräftigte der designierte Ministerpräsident Eugen Tomac seine Entschlossenheit, die Bemühungen zur Regierungsbildung fortzusetzen und das ihm von Präsident Dan übertragene Mandat nicht aufzugeben. Unterdessen hält der Schlagabtausch zwischen den früheren wichtigsten Koalitionspartnern an. In Stellungnahmen und Internetbeiträgen tauschen beide Seiten weiterhin Kritik und Vorwürfe aus. Die National-Liberale Partei wirft der Sozial-Demokratischen Partei vor, eine mögliche von Tomac geführte Regierung kontrollieren und ihre politischen Vorstellungen durchsetzen zu wollen, ohne selbst die Verantwortung für das Regieren zu übernehmen. Der sozialdemokratische Parteivorsitzende Sorin Grindeanu weist die Vorwürfe zurück. Die Liberalen seien von persönlichen Eitelkeiten getrieben, verursachten Blockaden und suchten nach Ausreden. Die Rumänen bräuchten hingegen rasch eine neue Regierung, die zügig Entscheidungen treffen könne, so Grindeanu.
Der rumänische Präsident hat außerdem in einem Telefongespräch mit dem Präsidenten des Europäischen Rates, António Costa, gefordert, den jüngsten Zwischenfall mit einer russischen Drohne im südostrumänischen Galați bei den Beratungen des Europäischen Rates in der kommenden Woche zu berücksichtigen. Nicușor Dan bezeichnete solche russischen Aktionen als inakzeptabel und forderte eine entschlossene Reaktion. Unterdessen hat die Generalstaatsanwaltschaft die Ermittlungen zur Explosion einer Seedrohne im Schwarzmeerhafen Constanța ausgeweitet. Neben Verstößen gegen das Waffen- und Sprengstoffrecht wird nun auch wegen besonders schwerer Sachbeschädigung ermittelt.
Das rumänische Verfassungsgericht hat seine Entscheidung über eine Beschwerde des Präsidenten der Abgeordnetenkammer, Sorin Grindeanu, auf den 18. Juni vertagt. Gegenstand des Verfahrens ist ein möglicher verfassungsrechtlicher Kompetenzkonflikt zwischen Regierung und Parlament im Zusammenhang mit einer Eilverordnung zum europäischen Verteidigungsinvestitionsprogramm SAFE. In der Beschwerde wird geltend gemacht, dass die Verordnung erst nach der Entlassung der Regierung durch ein Misstrauensvotum im Amtsblatt veröffentlicht worden sei. Eine lediglich geschäftsführende Regierung sei jedoch nicht mehr befugt, Eilverordnungen zu erlassen. Zudem wird argumentiert, dass die Verordnung Regelungen enthalte, die bereits Gegenstand parlamentarischer Beratungen gewesen seien. Dadurch könne das verfassungsmäßige Gleichgewicht zwischen den Staatsgewalten beeinträchtigt worden sein. Bereits zuvor war die Verordnung auch von den nationalistischen Oppositionsparteien Alianța pentru Unirea Românilor, SOS România und PACE vor dem Verfassungsgericht angefochten worden. Das Gericht wies diese Beschwerden jedoch zurück.
Die Europäische Kommission hat ein neues, inzwischen 21. Sanktionspaket gegen Russland vorgeschlagen. Geplant sind zusätzliche Maßnahmen gegen den russischen Energiesektor und das Bankensystem. Weitere Tanker, die russisches Öl transportieren, sollen auf die Sanktionsliste gesetzt werden. Zudem sind neue Einschränkungen für russische Banken vorgesehen. Erstmals wird auch über ein Verbot bestimmter Kryptowährungsdienste nachgedacht, die zur Umgehung bestehender Sanktionen genutzt werden könnten.
Das Handelsdefizit Rumäniens ist in den ersten vier Monaten des Jahres um sieben Prozent zurückgegangen. Nach Angaben des Nationalen Statistikamtes stiegen die Exporte um knapp zwei Prozent, während die Importe leicht sanken. Wirtschaftsexperten bewerten diese Entwicklung jedoch mit Zurückhaltung. Der Rückgang des Defizits sei vor allem auf eine schwächere Inlandsnachfrage zurückzuführen. Die Nationale Kommission für Strategie und Prognose rechnet für das Jahr 2026 nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von 0,1 Prozent. Eine spürbare Verbesserung der wirtschaftlichen Lage wird erst ab 2027 erwartet.
Heftige Unwetter haben am Dienstag in mehreren Regionen Rumäniens Schäden verursacht. Besonders betroffen waren Landkreise im Süden des Landes. Im Kreis Dâmbovița wurden mehrere Häuser überflutet. Ein Mann musste von einem Rettungshubschrauber aus den Wassermassen geborgen werden. Auch in Bukarest führten Starkregenfälle zu Überschwemmungen in Kellern und Geschäftsräumen. Meteorologen warnen, dass bis Freitag weiterhin mit Gewittern, Starkregen und örtlichen Unwettern gerechnet werden muss.
Die rumänische Tennisspielerin Sorana Cîrstea hat beim WTA-500-Turnier im Londoner Queen’s Club das Achtelfinale erreicht. Sie besiegte die Australierin Maddison Inglis in drei Sätzen und trifft nun auf die Britin Emma Răducanu. Auch Jaqueline Cristian steht im Achtelfinale. Ihre nächste Gegnerin ist Katie Boulter aus Großbritannien.
Im Westen Rumäniens steigen die Temperaturen weiter an. Neben sonnigen Abschnitten sind vor allem in den Gebirgsregionen sowie im Süden und Osten des Landes Schauer und Gewitter möglich. Die Höchstwerte liegen zwischen 23 und 34 Grad. In Bukarest werden rund 30 Grad und überwiegend sonniges Wetter erwartet.