Rumänien verzeichnete auch 2025 das höchste Haushaltsdefizit in der Europäischen Union. Nach Angaben von Eurostat sank es zwar von 9,2 auf 7,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, lag damit aber weiterhin deutlich über dem EU-Durchschnitt. Die neue Regierung unter Luca Niculescu hält am Ziel fest, das Defizit schrittweise zu senken. Dabei setzen Experten vor allem auf eine bessere Mehrwertsteuererhebung und eine verlässliche Haushaltsplanung.
Die Aussicht auf eine neue, voll handlungsfähige Regierung wirkt sich positiv auf die rumänischen Finanzmärkte aus. Der Leu hat gegenüber dem Euro an Wert gewonnen, der Bukarester Aktienindex legte zu und die Renditen rumänischer Staatsanleihen sind gesunken. Auch beim Haushalt gibt es Fortschritte: Das Defizit lag nach den ersten neun Monaten deutlich unter dem Vorjahreswert. Doch um das Jahresziel zu erreichen, muss Rumänien seine Ausgaben weiterhin genau im Blick behalten.
Nach fast einem halben Jahr politischer Unsicherheit könnte Rumänien bald wieder eine voll handlungsfähige Regierung haben. Der designierte Ministerpräsident Luca Niculescu hat seine Ministerkandidaten ins parlamentarische Prüfverfahren geschickt. Die Vertrauensabstimmung ist für Dienstagnachmittag geplant. Doch neben der schwierigen Mehrheitsbildung warten auf das neue Kabinett dringende wirtschaftliche Aufgaben – allen voran die Senkung des Haushaltsdefizits und die Verabschiedung des Budgets für 2027.
Regierung +++ Europäischer Rat +++ EU-Botschafter +++ Wirtschaftsprognosen
Die Gespräche über eine neue Regierung kommen nur langsam voran. Die Sozialdemokraten wollen ein Kabinett unter dem designierten Ministerpräsidenten Siegfried Mureșan nicht unterstützen. Mureșan hält trotzdem an seinem Plan fest, sein Regierungsprogramm und seine Ministerliste dem Parlament zur Abstimmung vorzulegen. Für eine Mehrheit fehlen ihm derzeit noch 64 Stimmen.
Der designierte Ministerpräsident Siegfried Mureșan hat zehn Tage Zeit, um Unterstützung im Parlament zu finden.
Verteidigungsrat +++ Wasserkraftwerke +++ Regierung +++ Investitionen +++ Schuljahr
Rumänien trat am 1. Juli in die Parlamentspause ein, obwohl es sich mitten in einer politischen Krise befindet.
Inflation +++ Regierung +++ Umfragen +++ Eurovision +++ Fussballmeister