RRI Live!

Hören Sie Radio Rumänien International Live

Darlehensabkommen: Kreditgeber-Troika erneut zu Besuch in Rumänien

Experten des IWF, der EU-Kommission und der Weltbank sind wieder in Bukarest eingetroffen. Die Aufwertung des Schweizer Franken und der Gesetzentwurf zur Privatinsolvenz gehören zu den Gesprächsthemen.

Darlehensabkommen: Kreditgeber-Troika erneut zu Besuch in Rumänien
Darlehensabkommen: Kreditgeber-Troika erneut zu Besuch in Rumänien

, 27.01.2015, 18:11

Seit Dienstag hält sich die Delegation der internationalen Kreditgeber Rumäniens erneut in Bukarest auf. Die Vertreter des IWF, der Europäischen Kommission und der Weltbank wollen dabei die Umsetzung des 2013 unterzeichneten Darlehensabkommens überprüfen. Bei dem sogenannten Abkommen präventiver Art handelt es sich um die Bereitstellung eines Notkredits in Höhe von 4 Milliarden Euro auf den Rumänien bei Bedarf zurückgreifen kann.



Bis am 10. Februar wollen die Besucher mit Vertretern der Regierung, der Weltbank, des Unternehmertums und der Gewerkschaften zu Gesprächen zusammenkommen. Die jüngsten wirtschaftlichen Entwicklungen und die Schwerpunkte der Reformen dürften dabei zur Sprache kommen. Ferner könnte die Gesprächsagenda die Festlegung eines revidierten Terminkalenders mit den Börsengängen der Staatsbetriebe beinhalten, sowie den Stand des Privatisierungsprozesses und den Inhalt des neuen Steuergesetzes, das für die kommenden fünf Jahre unverändert bleiben sollte. Auch die Rekord-Aufwertung des Schweizer Franken und die von der EZB beschlossene Entspannung der Währungspolitik sollten erörtert werden, sowie die Folgen der genannten Ereignisse für den Finanzsektor und die Politik der Rumänischen Zentralbank.



Überhaupt findet der aktuelle Besuch des IWF, der EU-Kommission und der Weltbank in Rumänien vor einem leicht angespannten Hintergrund statt: Die Regierung, das Parlament, die Notenbank und die Handelsbanken, sowie die Kunden von Krediten in Schweizer Franken, sind auf der Suche nach Lösungen für die Krise der schlagartigen Aufwertung der Schweizer Währung zum rumänischen Leu. Von dieser historischen Aufwertung des Franken sind gut 75.000 Rumänen betroffen, deren Kredite an die Währung gekoppelt sind. Innerhalb von nur einer Woche waren die zu zahlenden monatlichen Raten um 20% gestiegen.



Noch vor der Ankunft ihrer Vertreter in Bukarest hatten sich IWF und Weltbank in einem Schreiben an die rumänischen Behörden besorgt über die derzeitigen Gesetzenwürfe des Parlaments geäu‎ßert. Geplant sei eine Konvertierung von Fremdwährungskrediten in die Landeswährung Leu, zu dem zum Zeitpunkt der Kreditvergabe geltenden Wechselkurs. Eine derartige Ma‎ßnahme könnte die Stabilität des Finanzsystems gefährden, behaupten IWF und Weltbank. Die Vertreter der internationalen Kreditgeber verweisen ferner auf das Gesetz über die Privatinsolvenz, über das gerade im Parlament diskutiert wird. Vor der Verabschiedung des Gesetzes sei eine Folgenabschätzung notwendig, sowie eine Beratungsrunde mit den Interessengruppen. Au‎ßerdem müsse man die Erfahrung anderer EU-Staaten nutzen, die ähnliche Gesetze verabschiedet haben.



Politiker in Bukarest wollen möglichst schnell über den Gesetzentwurf zur Privatinsolvenz abstimmen, weil sie befürchten, dass die Zahlungsunfähigkeit von immer mehr rumänischen Kreditnehmern zum sozialen Problem werden könnte. Es sei nicht das erste Mal, dass IWF-Vertreter den Handelsbanken unter die Arme greifen und die Verabschiedung eines solchen Gesetzes hinauszögern, mahnen indes Wirtschaftsexperten. Die ersten Gesetzesinitiativen in dem Bereich waren bereits 2010 eingereicht worden.

Vizepremierministerin Oana Gheorghiu (Fotoquelle: gov.ro)
RRI Aktuell Donnerstag, 02 April 2026

Vizepremier Oana Gheorghiu: „Rumäniens Wirtschaftsmodell muss reformiert werden“

Rumänien hat in den vergangenen 20 Jahren deutliche Fortschritte gemacht. Doch das bisherige Wachstumsmodell stößt an seine Grenzen. Es basiert...

Vizepremier Oana Gheorghiu: „Rumäniens Wirtschaftsmodell muss reformiert werden“
Moldauischer Premier Alexandru Munteanu (l. i. B.) mit Rumäniens Staatspräsident Nicușor Dan im Präsidentenpalast Cotroceni (Foto: presidency.ro)
RRI Aktuell Mittwoch, 01 April 2026

Moldauischer Premierminister in Bukarest: Republik Moldau weiterhin auf EU-Kurs

Bei dem Treffen mit Präsident Nicușor Dan am Dienstag betonte Munteanu, dass die Republik Moldau dauerhaft auf Rumäniens Hilfe bauen könne –...

Moldauischer Premierminister in Bukarest: Republik Moldau weiterhin auf EU-Kurs
Roxana Mînzatu şi Nicuşor Dan (Foto: presidency.ro)
RRI Aktuell Dienstag, 31 März 2026

Zwei EU-Kommissare in Bukarest

Das erklärte Rumäniens Staatspräsident Nicușor Dan in einem Facebook-Beitrag nach seinem Treffen am Montag in Bukarest mit der...

Zwei EU-Kommissare in Bukarest
Regierungsgebäude in Bukarest (Fotoquelle: gov.ro)
RRI Aktuell Montag, 30 März 2026

Nach Haushaltsverabschiedung: immer noch Spannungen in der Regierungskoalition

Mit einer noch nie zuvor dagewesenen Verzögerung von nahezu drei Monaten hat die rumänische Regierung gegen Ende März den Haushalt für das...

Nach Haushaltsverabschiedung: immer noch Spannungen in der Regierungskoalition
RRI Aktuell Montag, 30 März 2026

Haushalt in Kraft getreten

Das Verfassungsgericht hat die Klagen einstimmig abgewiesen und mitgeteilt, es habe keine Unregelmäßigkeiten im Gesetzgebungsverfahren...

Haushalt in Kraft getreten
RRI Aktuell Donnerstag, 26 März 2026

Femizid-Gesetz verabschiedet

In den vergangenen Jahren ist in Rumänien die Zahl der bekannt gewordenen Femizidfälle besorgniserregend gestiegen. Statistiken zufolge wurde im...

Femizid-Gesetz verabschiedet
RRI Aktuell Mittwoch, 25 März 2026

Bergleute protestieren gegen Dekarbonisierungsprogramm der Regierung

Rund 1 000 Beschäftigte des Energiekomplexes Oltenia im Südwesten Rumäniens haben am Dienstag vor dem Regierungssitz in Bukarest demonstriert....

Bergleute protestieren gegen Dekarbonisierungsprogramm der Regierung
RRI Aktuell Dienstag, 24 März 2026

Sicherheitslage: Rumänien untersucht militärische Mobilität

Die Abgeordnetenkammer in Bukarest hat sich mit einem Vorschlag des Europäischen Parlaments zur militärischen Mobilität befasst. Ziel ist es, den...

Sicherheitslage: Rumänien untersucht militärische Mobilität

Partner

Muzeul Național al Țăranului Român Muzeul Național al Țăranului Român
Liga Studentilor Romani din Strainatate - LSRS Liga Studentilor Romani din Strainatate - LSRS
Modernism | The Leading Romanian Art Magazine Online Modernism | The Leading Romanian Art Magazine Online
Institului European din România Institului European din România
Institutul Francez din România – Bucureşti Institutul Francez din România – Bucureşti
Muzeul Național de Artă al României Muzeul Național de Artă al României
Le petit Journal Le petit Journal
Radio Prague International Radio Prague International
Muzeul Național de Istorie a României Muzeul Național de Istorie a României
ARCUB ARCUB
Radio Canada International Radio Canada International
Muzeul Național al Satului „Dimitrie Gusti” Muzeul Național al Satului „Dimitrie Gusti”
SWI swissinfo.ch SWI swissinfo.ch
UBB Radio ONLINE UBB Radio ONLINE
Strona główna - English Section - polskieradio.pl Strona główna - English Section - polskieradio.pl
creart - Centrul de Creație Artă și Tradiție al Municipiului Bucuresti creart - Centrul de Creație Artă și Tradiție al Municipiului Bucuresti
italradio italradio
Institutul Confucius Institutul Confucius
BUCPRESS - știri din Cernăuți BUCPRESS - știri din Cernăuți

Mitgliedschaften

Euranet Plus Euranet Plus
AIB | the trade association for international broadcasters AIB | the trade association for international broadcasters
Digital Radio Mondiale Digital Radio Mondiale
News and current affairs from Germany and around the world News and current affairs from Germany and around the world
Comunità radiotelevisiva italofona Comunità radiotelevisiva italofona

Provider

RADIOCOM RADIOCOM
Zeno Media - The Everything Audio Company Zeno Media - The Everything Audio Company