NATO-Länder wollen fitter für moderne Konflikte werden
In den kommenden fünf Jahren planen sie, mehr als 40 Milliarden US-Dollar in den Ausbau ihrer Fähigkeiten zur Abwehr von Drohnen zu investieren. Der Beschluss wurde beim NATO-Gipfel in Ankara gefasst, an dem Rumänien durch Staatspräsident Nicușor Dan vertreten ist.
Sorin Iordan, 08.07.2026, 17:38
NATO-Generalsekretär Mark Rutte erklärte, die Verbündeten hätten sich außerdem mit der Initiative „Drone Edge“ verpflichtet, beim Beschaffen, Lagern, Transportieren und Verwalten wichtiger Verteidigungsgüter enger zusammenzuarbeiten. „Drohnen haben die moderne Kriegsführung grundlegend verändert und sind zu einem entscheidenden Faktor auf dem Schlachtfeld geworden. Das zeigt sich in der Ukraine, im Nahen Osten und im gesamten Bündnis. Als Reaktion baut die NATO leistungsfähige Systeme zur Abwehr auf, um Drohnen zu erkennen und unschädlich zu machen“, sagte Rutte.
An der Initiative beteiligen sich unter anderem Belgien, Kanada, Dänemark, Italien, Luxemburg, Spanien und die Türkei. Zudem wollen die Bündnispartner die Zahl der Drohnenpiloten in ihren Streitkräften bis Ende 2027 verfünffachen.
Verteidigungsminister Radu Miruță, der am Rande des Gipfels am Forum der Rüstungsindustrie teilnahm, betonte, Rumänien habe angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ein unmittelbares Interesse an einer wirksamen Drohnenabwehr. Bukarest werde die Verteidigungsausgaben entsprechend den Verpflichtungen vom NATO-Gipfel in Den Haag im vergangenen Jahr weiter erhöhen. In diesem Zusammenhang seien mehrere Kooperationsinitiativen der NATO-Staaten unterzeichnet worden, darunter das Projekt „GlobalEye“, das die US-amerikanischen AWACS-Aufklärungsflugzeuge durch ein moderneres System ersetzen soll.
Der rumänische Präsident Nicușor Dan erklärte in Ankara, Rumänien werde der Standort eines der Regionalbüros der Bank für Verteidigung, Sicherheit und Resilienz sein. Bukarest forderte beim Gipfel mehr Unterstützung der Bündnispartner für die Schwarzmeerregion sowie für den Ausbau der Luft- und Seeverteidigung an der Ostflanke der Allianz .
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, sein Land könne der NATO im Falle eines Beitritts wichtige Verteidigungsfähigkeiten bieten, und forderte erneut mehr Unterstützung für die ukrainische Luftverteidigung. Währenddessen wurde Kiew erneut Ziel eines Raketen- und Drohnenangriffs, nachdem russische Streitkräfte bereits am Montag 30 Zivilisten in der Ukraine getötet hatten.
Für Spannungen sorgte die Rede von US-Präsident Donald Trump. Er zeigte sich enttäuscht von den NATO-Verbündeten, weil sie die USA im Krieg gegen den Iran aus seiner Sicht nicht ausreichend unterstützt hätten. Dabei kritisierte er insbesondere Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Italien. Zudem bekräftigte Trump erneut seinen Anspruch, die USA sollten die zu Dänemark gehörende Insel Grönland kontrollieren.