Weltsicherheit im Mittelpunkt: Ergebnisse des NATO-Gipfels in Ankara
Die NATO-Staaten haben auf ihrem Gipfeltreffen in Ankara ihre Entschlossenheit zur gemeinsamen Verteidigung bekräftigt. Zugleich kündigten sie deutlich höhere Investitionen an, um die Verteidigungsfähigkeit des Bündnisses weiter zu stärken.
Ştefan Stoica und Alex Sterescu, 09.07.2026, 11:44
Der NATO-Gipfel, der Mitte der Woche in der Türkei stattfand, gilt insgesamt als Erfolg. Er hat den Zusammenhalt der Mitgliedstaaten sowie deren Bereitschaft bestätigt, noch mehr in die gemeinsame Verteidigung zu investieren. Überschattet wurde der Auftakt zwar von den erneut scharf vorgetragenen Äußerungen des US-Präsidenten Donald Trump zu den seit Langem bekannten Streitpunkten Grönland und Iran. Ausschlaggebend sind jedoch die Ergebnisse des Treffens.
In der gemeinsamen Abschlusserklärung bezeichnen die Staats- und Regierungschefs der NATO Russland als „langfristige Bedrohung“ für die euro-atlantische Sicherheit und Stabilität. Zugleich bekräftigen sie ihr uneingeschränktes Bekenntnis zu Artikel 5 des Nordatlantikvertrags, der den Grundsatz der kollektiven Verteidigung festschreibt.
In der Erklärung heißt es: „Wir, die Staats- und Regierungschefs der Nordatlantischen Allianz, sind in Ankara zusammengekommen, um unser unerschütterliches Engagement für die kollektive Verteidigung gemäß Artikel 5 des Washingtoner Vertrags und für die transatlantische Partnerschaft zu bekräftigen. Ein Angriff auf einen von uns ist ein Angriff auf uns alle. Unsere Einheit, Solidarität und gemeinsame Stärke bleiben das Fundament von Frieden, Sicherheit und Wohlstand für die eine Milliarde Bürgerinnen und Bürger unserer Allianz freier und demokratischer Staaten. Wir halten an unserem 360-Grad-Ansatz zur Abschreckung und Verteidigung fest.“
Weiter heißt es, die Verbündeten setzten ihre Verpflichtungen aus dem Haager Verteidigungsbeschluss um, um sowohl der Bedrohung durch Russland als auch der anhaltenden Terrorismusgefahr zu begegnen. Die Erklärung erinnert daran, dass die europäischen NATO-Mitglieder und Kanada ihre Investitionen in kritische Verteidigungsfähigkeiten im Jahr 2025 um mehr als 139 Milliarden US-Dollar erhöht haben.
„Unsere Investitionen verschaffen uns die Fähigkeiten, die wir benötigen, und stärken zugleich unsere industrielle Basis und unsere Widerstandsfähigkeit“, betonen die Bündnispartner. Sie verpflichten sich außerdem, die gemeinsame Produktionskapazität auszubauen und die Zusammenarbeit mit der Rüstungsindustrie zu vertiefen, um Innovationen schneller voranzutreiben.
Hervorgehoben wird auch die stärkere europäische Rolle innerhalb des Bündnisses. In der Erklärung heißt es: „Wir gestalten die Zukunft: Ein stärkeres Europa in einer stärkeren NATO – eine moderne Allianz. Die europäischen Verbündeten und Kanada übernehmen gemeinsam mit den Vereinigten Staaten mehr Verantwortung für die Verteidigung des Bündnisses. Die Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit der NATO beruht auf einer ausgewogenen Mischung aus nuklearen, konventionellen und Raketenabwehrfähigkeiten, ergänzt durch Fähigkeiten im Weltraum sowie im Cyberbereich.“
Der rumänische Präsident Nicușor Dan, der am Gipfel teilnahm, erklärte am Mittwoch, die Abschlusserklärung von Ankara belege, dass die Verbündeten ihre Zusagen bei den Verteidigungsausgaben eingehalten hätten. Eine gerechte Verteilung der Verantwortung innerhalb der Allianz werde die transatlantischen Beziehungen für Jahrzehnte stärken. Zugleich hob er hervor, dass Rumänien zu den Bündnisstaaten gehöre, die bei der gerechten Lastenteilung im Verteidigungsbereich bereits weit fortgeschritten seien.
Selbst der für seine Unberechenbarkeit bekannte US-Präsident Donald Trump lobte zum Abschluss den Geist der Zusammenarbeit und die Geschlossenheit des Gipfels.