Rückblick auf die Ereignisse der Woche 27.04.–1.05.2026
Misstrauensantrag +++ Gipfeltreffen der Drei-Meere-Initiative +++ Verteidigungspartnerschaft +++ Immunitätsverlust
Corina Cristea und Florin Lungu, 02.05.2026, 13:27
Teilnahme von Präsident Nicușor Dan am Gipfeltreffen der Drei-Meere-Initiative
Während seiner Teilnahme am Gipfeltreffen der Drei-Meere-Initiative in Kroatien erklärte Präsident Nicușor Dan, dass die Staaten der Region als ein einziger Markt funktionieren müssten und betonte, dass dem Transportwesen, der Energieversorgung und der digitalen Vernetzung Priorität eingeräumt werden müsse. Er bewertete das Format als sehr wichtig für die Wirtschaft und den Wohlstand der rumänischen Bevölkerung, rief zur Stärkung der transatlantischen Beziehungen auf und plädierte für die Konsolidierung des Drei-Meere-Formats auf administrativer Ebene. Am Rande des Gipfels unterzeichneten rumänische Vertreter zwei Absichtserklärungen zur Verbindung der Häfen von Constanța (Südosten) und Rijeka (Kroatien) bzw. zum Beitritt Rumäniens zum Infrastrukturfonds der Drei-Meere-Initiative. Die Absichtserklärung zwischen den beiden Häfen trägt zur Stärkung der regionalen Vernetzung und zur Stärkung der Rolle des Hafens von Constanța als strategischem Drehkreuz am Schwarzen Meer bei und erleichtert dessen Integration in europäische Transportkorridore sowie den Zugang zu internationalen Märkten. In Dubrovnik kündigte Präsident Nicușor Dan gleichzeitig eine künftige wirtschaftliche und finanzielle Partnerschaft mit der Weltbank für Investitionen im Nuklearbereich an. Er erklärte außerdem, dass er am Rande des Gipfels mit US-Energieminister Chris Wright über gemeinsame Prioritäten für die Zusammenarbeit im Energiesektor, von der Kernenergie bis hin zu Flüssigerdgas, gesprochen habe.
Rumänisch-amerikanische Partnerschaft im Verteidigungsbereich
Ebenfalls diese Woche führte das Staatsoberhaupt in Bukarest Gespräche mit dem US-Heeresminister Daniel P. Driscoll. „Es besteht die Notwendigkeit, die strategische Partnerschaft zwischen Rumänien und den USA zu vertiefen“, erklärte Präsident Nicușor Dan nach dem Treffen im Fernsehsender X. Er betonte, Bukarest sei bereit, mehr in die eigene Sicherheit und die der NATO zu investieren. Rumänien sei weiterhin der verlässlichste Partner und Verbündete der USA im Schwarzen Meer, wo Herausforderungen und Risiken zunehmen und die euro-atlantische Sicherheit beeinträchtigen, so der Präsident weiter. Der US-Vertreter sprach außerdem mit Außenministerin Oana Ţoiu, der zufolge die bilaterale Partnerschaft für Rumäniens Sicherheit unerlässlich sei, sowie mit Verteidigungsminister Radu Miruță, mit dem er eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit im Bereich Drohnen und deren Abwehrsysteme unterzeichnete.
Europaabgeordnete Diana Şoşoacă verliert Immunität
Das Europäische Parlament hat am Dienstag die Immunität der Europaabgeordneten Diana Iovanovici Şoşoacă für alle ihr in Rumänien vorgeworfenen Straftaten aufgehoben. Eine Ausnahme bildet eine Rede im Plenum des Europäischen Parlaments, in der sie den rumänischen Diktator Nicolae Ceaușescu lobte. Der Antrag wurde von der Generalstaatsanwaltschaft in Bukarest gestellt. Diana Şoşoacă wird unter anderem Legionärspropaganda, die Förderung des Personenkults um Kriegsverbrecher und die Holocaustleugnung vorgeworfen. Der Rechtsausschuss des Europäischen Parlaments hatte dem Antrag auf Aufhebung der Immunität bereits in der vergangenen Woche zugestimmt.