Das Jahr Constantin Brâncuși: auf den Spuren des Bildhauers im Kreis Gorj
Der Landkreis Gorj ist ein faszinierendes Reiseziel, in dem Geistigkeit, moderne Kunst und unberührte Natur in harmonischem Gleichgewicht aufeinandertreffen. Von den weltberühmten Werken des Bildhauers Constantin Brâncuși bis hin zu spektakulären Straßen, die bis in die Wolken führen, bietet Gorj unvergessliche Erlebnisse für jede Art von Touristen.
Daniel Onea, 08.02.2026, 15:00
Die Stadt Târgu Jiu liegt am Fuße der Berge, etwa 18 Kilometer entfernt, und stellt eine bedeutende touristische Attraktion im Südwesten Rumäniens dar. Ihr Name geht auf ihre ursprüngliche Funktion als Markt zurück – ein wichtiger Handelsplatz für Waren zwischen Drobeta Turnu-Severin, Siebenbürgen und der Donau. Erste Erwähnungen stammen aus dem Jahr 1406 unter dem Namen „Jiul“, nach dem Fluss, der die Stadt durchquert. Später gewann die Kleinstadt durch seine wirtschaftliche Bedeutung regionale Bekanntheit.
Im Jahr 2026 lässt sich über das touristische Gorj nicht sprechen, ohne die Route „Das Genie des Bauern Constantin Brâncuși und das kulturelle Erbe des Kreises Gorj“ zu erwähnen. Initiiert wurde das Projekt von Laura Dragu Popescu, Vorsitzende des Arbeitgeberverbands für Tourismus Gorj, Kennerin der lokalen Ressourcen und engagierte Förderin eines hochwertigen Tourismus. Die Route bietet eine Perspektive, die über Klischees hinausgeht, und lädt dazu ein, die Region auf einzigartige Weise zu entdecken – durch eine Verbindung von Geschichte, Spiritualität und Kunst:
„Zu den Sehenswürdigkeiten der Route zählen die Brâncuși-Achse mit den zentralen Werken dem Tisch des Schweigens (Masa Tăcerii), dem Tor des Kusses (Poarta sărutului) und der Unendlichkeitssäule (Coloana infinitului) sowie die Kirche der Heiligen Apostel Petrus und Paulus. Anschließend folgt die Heldenstraße, die zur Unendlichkeitssäule – der „Säule ohne Ende“ – führt. Weitere Stationen sind das Gedenkhaus Constantin Brâncuși in Hobița, die Klöster Polovragi und Tismana, die Sohodol-Schlucht, das Gedenkhaus Maria Apostol, das Kloster Lainici sowie das Museum der Volksarchitektur des Kreises Gorj in Curtișoara, wo ein Werkhaus der Familie Tătărăscu und das Mogoș-Haus aus Poiana bei Rovinari besichtigt werden können. Abschließend werden in Târgu Jiu das Gedenkhaus und das Mausoleum von Ecaterina Teodoroiu besucht.”
Ein eigenes Kapitel dieser Reise bildet das Kloster Tismana, ein Ort, der nicht nur durch sein hohes Alter beeindruckt, sondern auch durch seine besondere Verbindung zur Finanzgeschichte Rumäniens. Hier können Besucher den Ort entdecken, an dem während des Zweiten Weltkriegs der Schatz der Nationalbank Rumäniens aufbewahrt wurde – eine Erfolgsgeschichte in der Bewahrung des nationalen Erbes. Laura Dragu Popescu liefert hierzu nähere Details. „Das Kloster Tismana wurde vom Heiligen Nikodim gegründet. In unmittelbarer Nähe des Klosters befindet sich das Goldmuseum, ein Projekt, das mit Unterstützung der Nationalbank durchgeführt wurde. Es ist eine Reise zurück in die Geschichte – der Ort, an dem einst der Schatz Rumäniens während einer Zeit voller Leid für das rumänische Volk aufbewahrt wurde. Rund um das Kloster Tismana führen zudem sehr schöne Wanderwege von bis zu drei Stunden Dauer.
Die längste Route dauert drei Stunden und verläuft über den Bergkamm bis nach Cioclovina de Sus. Auf dem Weg zum Kloster kann man auf halber Strecke auch das Gedenkhaus von Constantin Brâncuși besichtigen, der im Landkreis Gorj geboren wurde.“ In Tismana schaffen Natur und Gastronomie eine besondere Atmosphäre. Für Touristen, die das Landleben auf authentische Weise erleben möchten, bieten lokale Feste und die Berglandschaften ausreichend Gründe für einen längeren Aufenthalt. Laura Dragu Popescu beschreibt die besondere Stimmung dieses Ortes, in dem kulinarische Traditionen nach wie vor eine zentrale Attraktion darstellen.
„In vielen alten Schriften suchen verliebte Paaren in Tismana den Mondaufgang. Man sagt, dass der Mond nirgendwo schöner aufgeht als hinter den Bergen rund um Tismana. Die Gastronomie in Tismana ist auch einzigartig. Zahlreiche Festivals finden hier statt, darunter das Forellenfestival, das stets am 25. März, zu Mariä Verkündigung, gefeiert wird. Ich empfehle zudem auch die markierten Bergwanderwegen in der Umgebung. Auf diesen Routen kann auch das Gedenkhaus ‚Constantin Brâncuși‘ besichtigt werden.“
Ein weiterer zentraler Bezugspunkt für den Geist der Region ist das Museum der Volksarchitektur in Curtișoara. Hier verschmilzt traditionelle Baukunst aus Holz und Stein mit dem kulturellen Gedächtnis großer Künstler. Besondere Exponate sind Casa Gheorghe Zamfir mit persönlichen Gegenständen des weltweit berühmten Panflötisten und ein traditionelles Haus aus der Region Gilort. Das Museum liegt nur etwa zehn Kilometer von Târgu Jiu entfernt; auf dem Weg befindet sich auch das Gedenkhaus Ecaterina Teodoroiu, und 18-20 Kilometer entfernt wartet die „Braut der Schlucht“ – das Kloster Lainici, eines der schönsten Klöster des Kreises.
2026 wurde in Rumänien zum „Jahr Constantin Brâncuși“ erklärt, um den 150. Geburtstag des berühmten Bildhauers aus Gorj zu feiern. Zahlreiche Ausstellungen, Konferenzen und Projekte, die seine Meisterwerke in den Vordergrund rücken, finden das ganze Jahr über statt. Der Kreis Gorj bleibt damit eine offene Einladung zur Entdeckung – ein Ort, an dem das Genie von Constantin Brâncuși der Schlüssel zu einem weit größeren kulturellen Universum ist.