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Fünf der schönsten Naturlandschaften in Rumänien

Dan Dinu ist Gründer der Organisation der Naturfotografen Rumäniens. Seine Sicht ist nicht die eines einfachen Besuchers, sondern die eines Erkunders, der seit Jahren die wilde, ursprüngliche Essenz der Orte sucht, die er durchstreift. Durch die Linse des Fotografen wird Rumänien zur Sammlung tiefgehender Naturerlebnisse – von der monumentalen Geologie der Donaukessel über die geheimnisvolle Wasserwelt der Westkarpaten, von den alpinen Symbolen des Königsteins über die pastorale Kultur Siebenbürgens bis hin zu den urtümlichen Ökosystemen des Maramureș – jedes dieser Gebiete erzählt eine eigene Geschichte.

Foto Mariana Chirita
Foto Mariana Chirita

, 04.01.2026, 17:00

Die Reise beginnt dort, wo die Kraft des Wassers auf die majestätischen Berge trifft: im Naturpark Eisernes Tor. An den sogenannten Donaukesseln nimmt die Landschaft geradezu monumentale Formen an. Der etwa 40-minütige Aufstieg zum Aussichtspunkt auf dem Ciucarul Mare wird mit einem atemberaubenden Panorama belohnt. Dan Dinu beschreibt dieses Schauspiel als ein ergreifendes geologisches Schauspiel, das bekannteren europäischen Landschaften ebenbürtig sei.

„Was sich dort am Eisernen Tor abspielt, ist etwas absolut Magisches. Die Donau trifft auf die Karpaten. Wir wissen, dass die Donau im Schwarzwald entspringt. Aber weniger bekannt ist, dass sie schon bei Wien einmal auf das Karpatengebirge trifft. Hier begegnen sich beide erneut und formen eine Landschaft von unglaublicher Schönheit – zugleich einzigartig für Rumänien. Dieser Ort ist beinahe vergleichbar mit den norwegischen Fjorden. Es ist ein wirklich spektakulärer Punkt. Und ich glaube, jeder, der hierherkommt, spürt etwas Besonderes bei dieser magischen Begegnung zwischen Donau und Karpaten“.

Von den Donaukesseln führt die Reise weiter ins steinerne Herz der Westkarpaten – in die Region Padiș, die durch die weitläufigsten Karstphänomene Südosteuropas geprägt ist. Besonders eindrucksvoll ist das Karstgebiet der Ponor-Burgen, die so wirkt, als stammte sie aus einer anderen Welt. Fasziniert zeigt sich Dan Dinu von der Dynamik des Wassers in dieser unterirdischen Welt – ein beinahe magischer Kreislauf, in dem Quellen auftauchen und wieder verschwinden und dabei unaufhörlich den Fels formen.

„Der Nationalpark Apuseni ist spannend, weil er die größte Karstlandschaft in Südosteuropa umfasst. Besonders faszinierend ist das Gebiet der Ponor-Burgen, wo sich durch den Einsturz riesiger Höhlen gewaltige Dolinen gebildet haben, die eine ungemein interessante Landschaft schaffen. In der Region Padiș verschwindet das Wasser vielfach in den Untergrund und tritt an anderer Stelle wieder hervor – bei Izbucul Ponor, in der Ponor-Lichtung, in den Ponor-Burgen oder in den Galbena-Schluchten. Wenn man diesem Kreislauf folgt, begreift man, wie großartig und schöpferisch die Natur ist – auch wenn das Ergebnis erst nach Zehntausenden von Jahren sichtbar wird“, so Dan Dinu.

Die nächste Etappe führt in den Nationalpark Königstein – das symbol-trächtige Schutzgebiet der rumänischen Alpenflora und -fauna. Auf den Kalkkämmen wachsen Edelweiß und Alpenmohn, zwischen den Felsen klettern die Gämse. Besonders schätzt Dan Dinu die Zugänglichkeit dieses Naturparadieses und empfiehlt die Route von Plaiul Foii zum sogenannten Grohotiș-Hang. Sie ermögliche einen Blick auf die ganze Erhabenheit des Massivs, ohne alpine Erfahrung zu erfordern.

„Am einfachsten taucht man in die Welt der Bergkämme im Nationalpark Königstein ein. Das Schöne ist: Hier wird nicht gejagt, und die Touristen sind achtsamer. Die Gämsen sind zutraulich und lassen sich gut beobachten. Neben dem Edelweiß findet man hier auch den Gelben Alpenmohn, der nur auf Schutthalden wächst, und die Königstein-Nelke, eine Blume, die ausschließlich in diesem Gebirge vorkommt“.

Von der rauen Felswelt geht es weiter zu den sanften Hügeln Siebenbürgens. Im Hârtibaci-Hochland entfaltet sich eine Kulturlandschaft von europäischer Bedeutung. Was zunächst wie gewöhnlich wirkt, ist in Wahrheit einer der wichtigsten Schätze, den Rumänien dank nachhaltiger, traditioneller Landwirtschaft bewahrt, klärt Fotograf Dinu auf:

„Diese Wiesen erscheinen uns vielleicht banal, weil wir sie oft sehen. Doch kaum jemand weiß, dass sie zu den am stärksten gefährdeten Landschaften Europas gehören – vor allem wegen ihrer Pflanzenvielfalt. In vielen Ländern sind sie verschwunden, während es sie bei uns noch gibt, weil hier vielerorts noch traditionell gewirtschaftet wird. Diese Wiesen sind überhaupt erst durch menschliche Pflege entstanden – und bleiben nur erhalten, wenn sie mit Sensen oder kleinen Maschinen gemäht werden. Nur so bleibt ihre außergewöhnliche Artenvielfalt bestehen“, .

Zum Schluss führt die Reise in einen Ort, an dem die Zeit stillzustehen scheint: in einen Urwald von seltener Pracht, nahe Strâmbu-Băiuț im Maramureș. Rumänien beherbergt rund 65 Prozent der noch verbliebenen Urwälder der Europäischen Union. Hier offenbart sich die erstaunliche Komplexität eines funktionierenden Ökosystems.

„Ich habe dort einen der beeindruckendsten Urwälder Rumäniens gesehen. Alles daran ist überwältigend – von den Jahrhunderte alten Bäumen über den Geruch von Erde, Pilzen und Feuchtigkeit, bis hin zu der Vielfalt, die man dort wahrnimmt. Zwischen uralten Buchen und riesigen Tannen herrscht ein lebendiger Austausch – über das Myzel im Boden, über die Pilze. Ein schönes Sprichwort sagt: Totes Holz, lebendiger Wald. Denn ohne dieses Totholz kann ein Wald nicht leben – es ist die Grundlage des gesamten Nahrungsnetzes in einem solchen Ökosystem“, meint Dinu.

 

 

Maramureş (Sursa foto: visitmaramures.ro)
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