Die Honigroute des Banats
Die „Honigroute des Banats“ ist ein neues, innovatives Projekt für Öko- und Gesundheitstourismus. Ziel ist es, den regionalen Tourismus, traditionelle Imkereikultur und die gesundheitlichen Vorteile von Bienenprodukten bekannter zu machen – insbesondere die sogenannte Apitherapie, also die Inhalation von natürlichen Bienenstock-Aerosolen. Gleichzeitig lädt die Region mit ihren vielfältigen Attraktionen zu einem längeren Aufenthalt ein.
Daniel Onea und Sorin Georgescu, 30.11.2025, 17:30
Entwickelt wurde die außergewöhnliche Route in einer Partnerschaft zwischen der Universität für Lebenswissenschaften „König Michael I.“ in Timișoara (Temeswar), der Regionalentwicklungsagentur in Pančevo (Serbien) sowie den Imkerverbänden der Landkreise Timiș und Caraș-Severin in Rumänien. Hintergründe zum Konzept erläutert Silvia Păturică, Professorin an der Universität für Lebenswissenschaften in Temeswar:
„Diese Honigroute des Banats ist eigentlich ein Netzwerk authentischer Imkereien, in denen Apitherapie direkt am Bienenstock möglich ist. Wir planen mobile Trailer mit spezieller Ausstattung, die diese Form der Therapie ermöglichen. Alle Bienenprodukte entlang der Route werden in einem neuen Labor der Fakultät für Bioingenieurswesen tierischer Ressourcen geprüft, um hohe Qualitätsstandards und echte gesundheitliche Vorteile zu garantieren. Gemeinsam mit unseren Partnern, den Imkervereinen aus Timiș und Caraș-Severin, organisieren wir außerdem Veranstaltungen und Seminare, die den Konsum von Bienenprodukten und den Gesundheitstourismus fördern.“
Die touristische Erfahrung ist direkt und sinnlich – und die gesundheitlichen Effekte vielfältig. Wie genau die Aerosoltherapie funktioniert, erklärt Ida Șuță, Vizepräsidentin des Imkerverbands Caraș-Severin und Timiș:
„An jedem Multifunktions-Trailer werden mehrere Imker ihre Produkte präsentieren. Die Idee ist, Honigprodukte zu verkaufen und gleichzeitig die Möglichkeit zur Inhalation von Bienenstockluft zu bieten. Es handelt sich im Grunde um das Einatmen von Luft aus dem Bienenstock – nicht unbedingt Aerosolen im technischen Sinn. In den Geräten werden Bienen, Waben, Pollen und Propolis sein, sogar Bienengift, wobei wir keine Gifttherapie anbieten. Die Besucher können dem Treiben der Bienen zusehen und über eine Einwegmaske die warme Stockluft einatmen. Diese enthält ätherische Öle des Propolis, den Duft verschiedenster Blütenpollen und natürlich das Aroma von Honig – alles Elemente mit wohltuender Wirkung.“
Das Projekt, das ein Budget von 800 000 Euro umfasst, sieht die Installation von 21 Apitherapie-Containern für natürliche Aerosolbehandlungen vor und beinhaltet zudem die Entwicklung einer Website. Dort finden Besucher Imkereien, die Führungen, Produktverkostungen und natürliche Therapien anbieten. Die Honigroute des Banats wird im kommenden Frühjahr offiziell starten – und sie ist nicht nur ein Ort des Wohlbefindens, sondern auch ein idealer Ausgangspunkt, um die kulturellen und natürlichen Schätze der Region zu entdecken. Einmal im Banater Bergland angekommen, lohnt sich ein Abstecher in die spektakuläre Almaschtal-Region. Der Fotograf und Touristiker Claudiu Vatau führt uns durch die Gegend:
„Im Almasch-Tal liegt das einzige vollständig erhaltene böhmische Dorf der Region – Ravensca. Die alte tschechische Sprache ist hier nahezu unverändert geblieben, ohne serbische Einflüsse wie im Donautal, und auch Traditionen und Bräuche haben die Zeit überdauert. Das Dorf liegt abgeschieden auf einem Hügel. An klaren Tagen sieht man von dort bis zur Donau – und man erlebt einen der schönsten Sonnenuntergänge des Almasch-Tals.“
Ein weiteres Highlight im Almaschtal ist europaweit einzigartig: das Wassermühlen-Ensemble im Dorf Eftimie Murgu, früher Rudăria genannt. Claudiu Vatau mit weiteren Einzelheiten:
„In den Gebirgsschluchten des Almaschtals befindet sich das größte Mühlenreservat Südosteuropas: 22 traditionelle Wassermühlen. Einige stehen in den Höfen der Einheimischen und sind noch in Betrieb, andere können besichtigt werden. Besucher – ob aus dem In- oder Ausland – erleben, wie Mais und das für die Region typische weiße Maismehl gemahlen werden. Jede Mühle wird dabei von 15 bis 16 Familien gepflegt und betrieben, die ihr Auskommen mit dem Mahlen der Körner verdienen.“
Neben diesen Sehenswürdigkeiten ist das Banater Bergland eine lebendige Region voller Kulturveranstaltungen und spannender Geschichten, wie der Reiseführer und Fotograf Claudiu Vatau bestätigt:
„Rund um Anina, Oravița, die Donauklamm, die tschechischen Dörfer und das Nera-Tal finden zahlreiche Events statt, darunter Festivals mit internationaler Ausrichtung. Es gibt Kunsthandwerker, Holzschnitzer und kulinarische Spezialitäten. In Rudăria werden im Sommer Festmahle organisiert, und es gibt auch das Fliederfest. Zudem ist die Banater Semmeringbahn ein echtes Unikat: die älteste Gebirgsbahn Rumäniens. Sie verbindet Anina (auf deutsch: Steierdorf) und Oravița (auf deutsch: Orawitz ) auf 34 Kilometern voller Tunnel, Viadukte und traumhafter Aussichten. Jede Jahreszeit bietet ihren eigenen Zauber – vom frischen Grün im Frühling über die bunten Herbstfarben bis hin zur Winterlandschaft.“
So präsentiert sich die „Honigroute des Banats“ als vielschichtige Erfahrung, die Gesundheit, Tradition und Entdeckerlust miteinander verbindet. Ab 2026 sind Besucher eingeladen, diese innovative Route zu erkunden – und von hier aus die ganze Vielfalt des Banats zu entdecken. Von den therapeutischen Bienenstöcken über die großartigen Landschaften des Almasch-Tals bis zur beeindruckenden Semmeringbahn: Die Region ist reich an Erlebnissen und verspricht unvergessliche Tage.