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Holz-Recycling: Althergebrachte Haushaltsgegenstände liebevoll restauriert

Dekorationen für die Wohnung, Aussteuertruhen, Schmuckkästchen, traditionelle Spiegel, Wandregale und viele andere sorgfältig gepflegte Gegenstände – damit beschäftigen sich seit einiger Zeit zwei ehemalige Juristen.

Holz-Recycling: Althergebrachte Haushaltsgegenstände liebevoll restauriert
Holz-Recycling: Althergebrachte Haushaltsgegenstände liebevoll restauriert

, 24.08.2017, 17:30

20 Jahre lang arbeiteten Dana und Vlad Budăi aus Neamţ als Juristen. Eines Tages beschlossen sie, ihrem Herz zu folgen. Und starteten ein neues Leben. Wie es zu einer so radikalen Änderung in ihren Leben kam, erzählte uns Vlad Budăi:



Unsere Geschichte ist keineswegs originell. In letzter Zeit hat sich ein Trend entwickelt, dem viele folgen — die Leute wollen die Traditionen wiederentdecken. Es ist eine Rückkehr zu den Wurzeln, wir suchen nach unserer Herkunft. Meine Frau erbte ein Haus von ihren Gro‎ßeltern. Und so kamen wir auf den Gedanken, unseren Beruf aufzugeben und etwas Neues anzufangen. Das von meiner Frau geerbte Haus liegt im Kreis Neamţ, bei Tarcău. Es ist ein altes Haus, es wurde irgendwann um 1890 gebaut. Wir beschlossen, das Haus zu sanieren und neu einzurichten. Bei diesem Unterfangen fanden wir im Dachboden, im Keller, im Schuppen zahlreiche alte Gegenstände, Möbelstücke, Haushaltsgegenstände, landwirtschaftliches Werkzeug — alles, was ihre Gro‎ßeltern im und um das Haus aufbewahrten. Wir dachten, es sei schade, all das wegzuschmei‎ßen. Und beschlossen, die gefundenen Gegenstände und Werkzeuge zu reparieren und zu pflegen. Wir wollten sie weiter aufbewahren, in Erinnerung an die Gro‎ßeltern meiner Frau.“




Die zwei ehemaligen Rechtsberater spezialisierten sich mit der Zeit auf die Restauration alter volkstümlicher Gegenstände. Sie lernten aus der Erfahrung der Einheimischen, der Bauern vor Ort, so Vlad Mihai Budăi:



Wir unterhielten uns zunächst mit den Nachbarn unserer Gro‎ßeltern — Enkel- und Patenkinder –, die immer schon dort gewohnt hatten. Sie beschäftigten sich mit der Forstwirtschaft, der Bienenhaltung, der Weinherstellung. Sie kannten sich sehr gut mit sämtlichen Tätigkeiten aus, die üblicherweise in einem Haushalt ausgeführt werden, wie z.B Nähen oder Flechten. Sie teilten gerne ihre Erfahrungen mit uns. Ursprünglich war es schlicht ein Hobby für uns. Wir rissen zwei Schuppen nieder und es blieb viel Holz übrig. Da dachten wir, wir könnten das Holz wiederverwerten. Es war sehr altes Holz und wir wollten versuchen, selber etwas daraus zu basteln. Zuerst versuchten wir ein paar Bücherregale daraus zu machen. Im Dachboden hatten wir nämlich auch viele alte Bücher gefunden. Zuerst war es wie gesagt nur ein Hobby. Eine Beschäftigung, die uns entspannen lie‎ß. Die Gro‎ßeltern meiner Frau beschäftigten sich auch mit der Bienenhaltung. Daher versuchten wir auch einen Bienenstock zu reparieren. Wir schafften es, einen sehr stark beschädigten Bienenstock zu retten. Das Holz war verrottet, doch wir arbeiteten viel daran, bis wir das gewünschte Ergebnis erzielten. Wir versuchten Arbeit und Spa‎ß zu kombinieren. Der Schritt von einem einfachen Hobby bis zu einem eigenen Geschäft war dann irgendwie selbstverständlich. Wir versuchen damit der Gemeinschaft, in der wir uns angesiedelt haben, zu zeigen, wie wichtig Traditionen sind. Und dass es sich lohnt, Traditionen und Bräuche zu bewahren und diese weiter zu übermitteln. Damit sie nicht verloren gehen.“




Wir fragten Vlad Budăi, was für Gegenstände sie restauriert haben:



Wir retteten erstmals mehrere Aussteuertruhen vor dem Verfaulen sowie mehrere Truhen, in denen Getreide oder Mehl gelagert wurden. Wir renovierten einen Webstuhl, mit dem sie die Tücher und Teppiche herstellten, die sie an die Wand hängten oder auf den Lehm- oder Holzboden legten. Wir haben den älteren Leuten vor Ort gezeigt, dass Traditionen wiederbelebt werden können. Demzufolge haben sie angefangen, neue Ziertücher mit alten Vorlagen wieder zu weben.“




Nachdem es die Stimmung im Gro‎ßelternhaus nachgestellt hatte, begann das Ehepaar Budăi eine faszinierende Reise durch die Welt der Handwerkerschaft. Die Liebe für das Schöne wurde durch den Wunsch gesteigert, jegliche Holzverschwendung zu vermeiden und demnach den Wald zu schützen. Dazu Budăi:



Wir stellten schnell fest, dass in der Umgebung nur noch wenig Wert auf Holz gelegt wurde. Die Umwelt wurde in keiner Weise geschont. Wir bemerkten, dass es kaum eine umweltschonende Ausbildung der Menschen gab. Die Einheimischen schützten den Wald überhaupt nicht. Der Tarcău-Becken ist wohlbekannt in der Umgebung. Die gleichnamige Ortschaft erstreckt sich auf eine gro‎ße Oberfläche. Dennoch war die Verschwendung verhältnismä‎ßig gro‎ß — stellten wir betrübt fest. Es wird so viel über das grüne Gold gesprochen, das erhalten werden soll. Die Wälder müssen geschützt werden, hei‎ßt es immer. Dennoch gelangt eine gro‎ße Menge des rumänischen Holzes ins Ausland. Aus diesem Grund besuchten wir mehrere Holzfabriken und Forstbetriebe und baten die Verantwortlichen, das Holz, das sie nicht mehr verwenden, für uns aufzuheben. Denn wir können es gut einsetzen, es mit Leben füllen. Wir schaffen gerne Gegenstände aus Holz. Sie sind nützlich und erfüllen zugleich einen dekorativen Zweck.“




Das Ehepaar Budăi ist der Ansicht, mit der Sanierung des Gro‎ßelternhauses habe es einen wertvollen Schatz gefunden: das alte Holz, das vom Haus oder von alten Möbelstücken stammte, Seil, Sackstoffe und viele andere Materialien, die sonst in Vergessenheit geraten wären. Und sie beschlossen, ein Geschäft zu gründen. Eine Art Fabrik für altes geheimnisvolles Zeug. Der Wert ihrer Initiative wurde in der Tat anerkannt, so Vlad Budăi. Er erzählte uns mehr über das jüngste Projekt:



Derzeit arbeiten wir an einem Projekt zusammen mit dem Kultur- und Tourismuszentrum Golia in Iaşi. Es geht um ein Projekt, bei dem die Stube einer Prinzessin in der Moldau nachgestellt werden soll. Eigentlich geht es um das Schlafzimmer, in dem die untreuen Prinzessinnen eingesperrt wurden. Sie mussten in dem Zimmer ihr ganzes Leben lang verbringen und so für ihre Untreue bü‎ßen. Wir werden die betreffende Stube möblieren. Ein Teil der Möbelstücke bringen wir, einen anderen Teil werden wir nachstellen. Wir werden uns bemühen, die Klosterstimmung der damaligen Zeit ins Leben zu rufen.“




Eine nennenswerte Initiative, die an vergangene Zeiten träumen lässt und Ruhe einflö‎ßt.

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