Hörerpostsendung 22.02.2026
Heute mit Zuschriften von unseren Hörern Thorsten Brandenburg und Lutz Winkler.
Sorin Georgescu, 22.02.2026, 17:30
Liebe Freunde, herzlich willkommen zur Hörerpostsendung von RRI! Auch an diesem letzten, in Bukarest verschneiten Februarsonntag begrüßt Sie S.G.
Nach längerer Zeit meldete sich bei uns Thorsten Brandenburg (aus München), der unseren Sender seit langer, langer Zeit hört und zudem durch seine frühere Tätigkeit als Tontechniker bei Radio Free Europe ein Kenner Osteuropas und insbesondere mit Rumänien vertraut ist. Folgende Zeilen schickte er uns per E-Mail:
Liebes Team von RRI,
nach längerer Pause will ich mich heute wieder einmal hinsetzen, und Ihnen eine Mail schreiben. Wegen Krankheit war ich zuletzt ans Bett gebunden, und ich hatte wieder einmal viel Zeit zum Radiohören. Leider komme ich immer weniger dazu. Mit Interesse und Freude höre ich aber immer noch häufig Ihre Sendungen, die immer etwas Neues für mich beinhalten. Und das obwohl ich ja RRI schon seit 45 Jahren höre! Manchmal kann ich kaum glauben, wie schnell die Zeit vergangen ist. Ich weiß noch, als ich Anfang der 1980er Jahre aus der Schule gekommen war, und ein Brief aus Bukarest auf meinem Bett gelegen hatte! Es war übrigens eine der ersten QSL-Karten, die ich bekommen habe. Nun, nochmals 45 Jahre werden es realistisch gesehen bei mir nicht mehr werden, aber ich hoffe, dass es noch lange Sendungen aus Bukarest geben wird!
Interessant für mich als Jazzfreund war übrigens auch die gestrige Musiksendung, die mir einige Anspieltipps gegeben hat!
Bis zum nächsten Mal wieder herzliche Grüße aus München!
Ihr Hörer
Thorsten Brandenburg
Lieber Herr Brandenburg, herzlichen Dank für Ihre Zeilen! 45 Jahre – das ist schon eine eigene Radiobiografie! Und wenn ein Kollege vom Fach uns so lange begleitet, freut uns das ganz besonders. Dass Sie uns all die Jahre treu geblieben sind und selbst heute noch Neues entdecken – das nehmen wir gern als Ansporn. Gerade von jemandem, der weiß, wie viel Arbeit und Herzblut in einem guten Programm steckt. Und was die Zeit betrifft: Radio misst man nicht in Jahrzehnten, sondern in Begegnungen. Wir freuen uns auf viele weitere davon – gern auch mit Jazz im Hintergrund. Gute Besserung und herzliche Grüße nach München!
Von München geht’s weiter nach Schmitten im Taunus, wo unser Hörer Lutz Winkler zu Hause ist. Er schickte uns nebst einem Empfangsbericht seinen monatlichen Brief:
Liebe Freunde der deutschen Redaktion in Bukarest,
Das Wetter war bisher sehr winterlich, große Schneefälle waren zum Glück selten. Aber die Temperaturen lagen fast immer unter 0 Grad und es war einfach nur kalt. Zum Glück werden die Tage jetzt länger und die Hoffnung auf den Frühling gebe ich einfach nicht auf.
In der Reihe Pro Memoria berichteten Sie sehr ausführlich über die rumänische Außenpolitik zu Zeiten des Umbruchs und der Entkolonialisierung auf dem afrikanischen Kontinent. Rumänien scheint da wohl schon einen anderen Weg gegangen zu sein als die sowjetischen Machthaber und die DDR. In der DDR wurde der Kontinent wohl eher als Ressourcenlieferant in Form von Rohstoffen oder Menschen gesehen. Die DDR lieferte Maschinen, und die „befreundeten afrikanische Staaten“ bezahlten in Rohstofflieferungen, oder in dem diese Staaten billige Arbeitskräfte in die DDR schickten, um den Mangel an Arbeitskräften zu kompensieren. Die Unterbringung dieser Menschen war in sogenannten Arbeiterwohnheimen. Ein Kontakt zur Bevölkerung war nicht gewünscht, was natürlich nicht immer klappte. Besonders schlimm war die Situation nach der politischen Wende: Am liebsten sollten die Menschen einfach zurück in ihre Länder gehen – immer noch gibt es Auseinandersetzungen um Renten und Entschädigungen mit Deutschland. Wirklich eine Schande.
Wie jeden Winter hatte wir wieder im Garten Besuch von einem Reh, welches einen Eibenstrauch seit Jahren abknabbert. Die Pflanze ist noch genauso groß, wie wir sie vor mehr als 20 Jahren eingepflanzt haben. Im Sommer treibe ich das Reh wieder aus, und dann wird die Pflanze im Winter regelmäßig wieder abgefressen. Dieses Jahr ist es mir gelungen, ein Foto vom Übeltäter zu machen.
Ich möchten den Hörerbrief nun schließen. Ich wünsche allen Mitarbeitern der deutschen Redaktion in Bukarest alles Gute und bleiben Sie bitte gesund.
Viele Grüße aus Deutschland!
Ihr Hörer
Lutz Winkler
Lieber Herr Winkler, vielen Dank für Ihren Februar-Brief! Ihre Gedanken zur Sendung „Pro Memoria“ haben wir mit Interesse gelesen. Wer selbst die Zeit der Wende erlebt hat, hört solche Themen natürlich mit einem besonderen Ohr. Und ja – Arbeitsmigration, Erwartungen, Realität – das sind Fragen, die viele Länder immer wieder beschäftigen. Auch in Rumänien arbeiten inzwischen viele Menschen aus Asien, auf Baustellen, als Haushaltshelfer, im Handel oder in der Gastronomie. Es klappt vieles gut, manches weniger reibungslos. Die Debatten darüber sind hier genauso lebendig wie anderswo. Wir danken Ihnen für Ihre Treue und die ausführlichen Zeilen – und wünschen einen baldigen Frühling im Taunus.
Ein kurzes Feedback zum Emfpang erhielten wir von Ralf Witte (aus Berlin):
Klasse Empfang in West-Berlin! S9 + 25dB in UKW Qualität (Sendung von 6:25 bis 7:00 Uhr verfolgt). Empfangsgerät war ein Icom 725 mit einer CB Black Pirat 5/8 Antenne. Wir würden uns über eine QSL-Karte freuen.
Vielen Dank für das Feedback, lieber Herr Witte. Leider wissen wir noch nicht ob und wann wir neue QSL-Karten bekommen. Wenn überhaupt, dann werden sie wie im letzten Jahr in elektronischer Form sein, das Budget für gedruckte Karten wurde uns schon seit mehreren Jahren gestrichen. Wenn Sie wünschen, kann ich Ihnen eine virtuelle QSL-Karte aus dem Bestand des vergangenen Jahres zusenden. Viele Grüße nach Berlin!
Weitere Empfangsberichte erhielten wir von Daniele Colciago (Italien) und Josef Robl (Österreich).
Liebe Freunde, das war’s für heute – nächsten Sonntag übernimmt Kollege Alex Gröblacher das Ruder im Funkbriefkasten. Mich hören uns an dieser Programm-Stelle erst im Juni wieder. Danke fürs Zuhören und einen angenehmen Restsonntag!