Rückblick auf die Ereignisse der Woche 30.03.–03.04.2026
Themen: Kraftstoffkrise; Staatshaushalt verabschiedet; Unterredungen in Bukarest; Gestohlene rumänische Artefakte zurückgeführt; Mircea Lucescu tritt als Coach der Nationalelf zurück
Roxana Vasile und Sorin Georgescu, 04.04.2026, 17:30
Krisensituation auf dem rumänischen Kraftstoffmarkt
Seit dem 1. April gilt in Rumänien offiziell eine Krisensituation auf dem Kraftstoffmarkt. Auslöser ist der Krieg im Nahen Osten. Grundlage ist eine Eilverordnung der Regierung. Demnach müssen Unternehmen, die Kraftstoffe produzieren, importieren oder vertreiben, bis Ende Juni ihre Gewinnmargen auf dem durchschnittlichen Niveau des Vorjahres halten. Ziel sei es, Spekulationen einzudämmen, so die Regierung. Für denselben Zeitraum wird auch der Anteil von Biokraftstoffen im Benzin deutlich reduziert – von 8 auf 2 Prozent. Zudem dürfen Diesel und Rohöl nur noch mit Genehmigung der zuständigen Ministerien exportiert werden.
Da diese Maßnahmen die Preise bislang nur leicht gesenkt haben, hat die Regierung nachgesteuert. Künftig dürfen die Preise an den Tankstellen nur noch einmal täglich angepasst werden. Außerdem wird die Verbrauchsteuer auf Diesel gesenkt. Die Behörden wollen die Wirkung der Maßnahmen regelmäßig überprüfen.
Rumänien hat endlich einen Haushalt
Nach monatelangen politischen Auseinandersetzungen ist der Staatshaushalt für 2026 nun in Kraft. Verzögerungen hatten sich durch Streitigkeiten und durch – letztlich abgewiesene – Klagen vor dem Verfassungsgericht ergeben. Finanzminister Alexandru Nazare spricht von einem wichtigen Signal. Trotz globaler Unsicherheiten und wirtschaftlichen Drucks halte Rumänien an seinen Verpflichtungen fest. Ziel seien Haushaltskonsolidierung und wirtschaftliche Stabilität. Der Haushalt basiert auf vorsichtigen Vorgaben: ein Defizit von 6,2 Prozent, ein Wirtschaftswachstum von einem Prozent und eine Inflationsrate von 6,5 Prozent bis Jahresende.
Zusätzlichen Druck bringt jedoch ein Urteil in Brüssel. Rumänien muss 600 Millionen Euro an den Pharmakonzern Pfizer zahlen. Grund sind 29 Millionen bestellte, aber nicht mehr abgenommene Covid-Impfstoff-Dosen. Das Unternehmen wirft der Regierung ein widersprüchliches Verhalten bei der Vertragsumsetzung vor.
Unterredungen in Bukarest
Der proeuropäische Premierminister der Republik Moldau, Alexandru Munteanu, war in dieser Woche zu Gast in Bukarest. Im Mittelpunkt standen Gespräche über Sicherheit, Stabilität und wirtschaftliche Entwicklung in Südosteuropa. Treffen mit Präsident Nicușor Dan und Premierminister Ilie Bolojan dienten der Vertiefung der bilateralen Zusammenarbeit. Besondere Schwerpunkte: Energie, Infrastruktur und europäische Integration.
Parallel dazu wurde in Bukarest ein neues Projekt zur effizienteren Nutzung europäischer Fördermittel vorgestellt. Es soll deren Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung und Kreislaufwirtschaft besser erfassen. An der Präsentation nahm auch die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Roxana Mînzatu, teil. EU-Kommissar Apostolos Tzitzikostas führte Gespräche über Verkehrsprojekte und wirtschaftliche Vernetzung.
Zudem erhielt Rumänien eine weitere wichtige Zustimmung im OECD-Beitrittsprozess. Es ist die 24. von insgesamt 25 erforderlichen Bewertungen.
Gestohlene rumänische Artefakte zurückgeführt
Wichtige Kulturgüter sind nach Rumänien zurückgekehrt. Ein 2 500 Jahre alter Goldhelm und zwei antike Armreifen wurden wiedergefunden. Die Artefakte waren im vergangenen Jahr aus dem Drents-Museum im niederländischen Assen gestohlen worden. Hinweise von inhaftierten Verdächtigen führten nun zur Wiederbeschaffung. Die drei Tatverdächtigen sind niederländische Staatsbürger. Ihre Gerichtsverfahren beginnen Mitte April.
Die Kunstschätze stammen aus der Zeit des antiken Dakiens. Der sogenannte Helm von Coțofenești zählt zu den bedeutendsten archäologischen Funden Rumäniens. Nach dem dritten gestohlenen Goldarmreif wird weiterhin gefahndet. Die Exponate gehören dem Nationalen Geschichtsmuseum in Bukarest. Zuvor hatten die Niederlande bereits Entschädigungen gezahlt. Diese sollen nun – abhängig vom Zustand der zurückgegebenen Objekte – teilweise zurückerstattet werden.
Mircea Lucescu nicht mehr Nationaltrainer
Mircea Lucescu ist nicht länger Trainer der rumänischen Fußballnationalmannschaft. Das teilte der rumänische Fußballverband mit. Auslöser war die 0:1-Niederlage gegen die Türkei im Playoff-Halbfinale zur Weltmeisterschaft. Nach dem verpassten Einzug erlitt Lucescu zudem einen medizinischen Notfall und wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Mit seinem Rücktritt endet seine zweite Amtszeit als Nationaltrainer.
Bereits in den 1980er Jahren hatte er die rumänische Auswahl zur Europameisterschaft 1984 geführt – der ersten Teilnahme des Landes an einem solchen Turnier. Mit 80 Jahren blickt Lucescu auf eine mehr als 60-jährige Karriere zurück. Er gilt als einer der erfolgreichsten rumänischen Trainer – mit Stationen im In- und Ausland sowie bei den Nationalteams Rumäniens und der Türkei.