Horezu – die Keramikhauptstadt Rumäniens
Horezu, eine Stadt mit reicher kultureller Tradition, erstmals 1487 erwähnt, hat sich im Laufe der Zeit als bedeutendes Tourismus- und Handwerkszentrum etabliert.
Ana-Maria Cononovici und Sorin Georgescu, 14.04.2026, 17:45
Heute laden wir Sie ein, einen Ort mit reicher kultureller Tradition zu entdecken, der sich im Herzen des Kreises Vâlcea (in der Kleinen Walachei) befindet: Horezu. Etwa 220 Kilometer von Bukarest entfernt, präsentiert sich Horezu seinen Besuchern als Region voller Volksbräuche, traditioneller Handwerkskunst und Geschichte. Die Stadt hat sich zu einem wichtigen touristischen und handwerklichen Zentrum entwickelt und ist vor allem für ihre einzigartige Keramik sowie ihr historisches Erbe bekannt.
Ion Paloși, Besitzer einer Pension und einer Keramikwerkstatt vor Ort, verrät, was man in Horezu alles entdecken kann:
„Horezu ist die Hauptstadt der Keramik in Rumänien. Jeder hat vom Hahn von Horezu gehört – dem Symbol der örtlichen Keramikkunst, das seit 2014 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Touristisch gesehen lohnt sich ein Besuch, denn wer einmal in Horezu ist, findet zahlreiche Sehenswürdigkeiten: Klöster wie Arnota (10 Kilometer entfernt), Bistrița (8 Kilometer), Dintr-un Lemn oder Polovragi. Außerdem gibt es Höhlen wie die Polovragi-Höhle, die Frauenhöhle oder die Höhle Grigore Decapolitul bei Bistrița. Für Wanderfreunde bieten sich zahlreiche Routen im Nationalpark Buila-Vânturarița an, der nur 10 bis 12 Kilometer entfernt liegt. Sehenswert sind auch die Landhäuser von Măldărești. Etwa 60 Kilometer entfernt befindet sich zudem der Brâncuși-Komplex. Ein besonderes Highlight der Region sind die Keramikwerkstätten: Touristen können sie besuchen, selbst Hand anlegen und eigene Objekte gestalten. Vor allem für Gruppen werden Vorführungen organisiert – auch Kinder können mitmachen und ihr eigenes Gefäß formen. Die Begeisterung ist groß, und viele nehmen ihre selbst gestalteten Stücke als persönliche Erinnerung mit nach Hause.“
Als Stadt mit reicher kultureller Tradition bewahrt Horezu auch heute noch die klassische Form des Jahrmarkts – ein Ereignis, bei dem Produkte präsentiert, verkauft und gekauft werden und das zu festen Terminen am Ortsrand stattfindet. So wird am ersten Sonntag im Juni der berühmte Keramikmarkt von Horezu veranstaltet, der Töpfer aus dem ganzen Land zusammenbringt, die hier ihre Werke präsentieren.
Geschichtsinteressierte Reisende können in nur drei Kilometern Entfernung die Landhäuser (rum. cule) von Măldărești besichtigen – historische Gebäude, die typisch für die Region Oltenien (Kleine Walachei) sind. Sie stammen aus dem 18. Jahrhundert und zeichnen sich durch ihre traditionelle Architektur mit charakteristischen dekorativen Elementen aus. Ursprünglich dienten sie Cule als befestigte Wohnhäuser mit Verteidigungsfunktion, in denen lokale Grundbesitzer oder Kleinadelige und ihre Familien während kriegerischer Auseinandersetzungen Schutz fanden.
Eine weitere bedeutende Attraktion ist das Museum für Sandsteinkonkretionen, nur sieben Kilometer von Horezu entfernt. Dort können Besucher außergewöhnliche Steinformationen bestaunen, die sogenannten „wachsenden“ oder „lebenden Steine“. Ein Besuch bietet ein faszinierendes Erlebnis für alle Altersgruppen – und das beste daran ist: Der Eintritt ist frei.
Und auch die Gaumenfreude kommt in Horezu nicht zu kurz. Die gastfreundlichen Einheimischen haben in den letzten Jahren zahlreiche Pensionen eröffnet. Hier können Besucher übernachten, traditionelle Spezialitäten genießen und sogar Töpferkurse besuchen.