Rumänien auf Platz 3 beim Eurovision Song Contest 2026
Die rumänische Pop-Sängerin Alexandra Căpitănescu belegte im Finale des Musikwettbewerbs Eurovision Song Contest 2026 am vergangenen Samstag den 3. Platz und stellte damit die besten Ergebnisse Rumäniens aus den Jahren 2005 und 2010 ein.
Sorin Iordan und Sorin Georgescu, 18.05.2026, 16:44
Rumänien errang bei der diesjährigen Ausgabe des Eurovision Song Contest den 3. Platz. Das Lied „Choke Me“, interpretiert von Alexandra Căpitănescu zusammen mit ihrer Poprock-Band, erreichte 296 Punkte und stellte damit die Leistungen von Luminița Anghel und der Band Sistem aus dem Jahr 2005 sowie des Duos Paula Seling – Ovi aus dem Jahr 2010 ein. Außerdem belegte „Choke Me“ beim Publikumsvoting den 2. Platz.
Der Wettbewerb, der in der österreichischen Hauptstadt Wien stattfand, wurde von der bulgarischen Vertreterin Dara mit dem Lied „Bangaranga“ gewonnen, das vom rumänischen Musiker Cristian Tarcea produziert wurde, der unter dem Künstlernamen Monoir bekannt ist. Die Nachbarn Rumäniens erreichten insgesamt 516 Punkte und lagen damit vor dem israelischen Vertreter Noam Bettan, dessen Lied „Michelle“ 343 Punkte erhielt.
Die rumänische Delegation kehrte am Sonntagnachmittag nach Bukarest zurück und wurde am internationalen Flughafen „Henri Coandă“ von zahlreichen Fans empfangen. Alexandra Căpitănescu dankte in einer Live-Übertragung im rumänischen öffentlich-rechtlichen Fernsehen allen Anwesenden und Unterstützern:
„Ich möchte euch allen ganz herzlich dafür danken, dass ihr hier seid. Einige von euch waren von Anfang an dabei, als uns noch niemand kannte und wir darum kämpfen mussten, überhaupt wahrgenommen zu werden. Es war eine unglaublich schöne, aber auch sehr schwierige Erfahrung. Jetzt freue ich mich, dass wir den 3. Platz erreicht haben und beim Publikum auf Platz 2 gelandet sind. Das Publikum liegt immer richtig. Deshalb danken wir euch noch einmal! Ich habe großes Glück, Teil eines so wunderbaren Teams zu sein. Vor allem danke ich den Jungs und Mädels aus der Band: Bogdan, Matei, Luca, Thomas, Daria. So viele Menschen zu Hause haben uns unterstützt. Rumänien hat heute gezeigt, dass es ein geeintes Volk sein kann, das seine Talente unterstützt. Wir danken der Musikindustrie und den Künstlern, die uns unterstützt und sich in den Social Media für uns stark gemacht haben. Ebenso sind wir für alle Festivals dankbar, auf denen wir auftreten durften! Vielen, vielen Dank!“
Der europäische Wettbewerb, der in diesem Jahr sein 70-jähriges Jubiläum feierte, verlief nicht ohne Kontroversen. Spanien, Irland, die Niederlande, Island und Slowenien boykottierten die Veranstaltung aus Protest gegen die Teilnahme Israels. Die Begründung lautete, Israel würde den blutigen Konflikt im Gazastreifen fortsetzen.
Ein weiteres heiß diskutiertes Thema – zumindest auf regionaler Ebene – war die Art und Weise, wie die Jury aus der Republik Moldau die Darbietung der rumänischen Vertreterin bewertete. Alexandras Lied erhielt von der Jury in Chișinău lediglich 3 Punkte, während das moldauische Publikum ihr die vollen 12 Punkte gab. Darüber erregten sich einige Gemüter in beiden Ländern, obwohl schon seit Jahren immer wieder die Rede davon war, dass man beim Voting der Tendenz entgegentreten sollte, nach sprachlichen und kulturellen Gemeinsamkeiten oder Nachbarschafts- und Freundschaftsbeziehungen abzustimmen. Umgekehrt vergab die Jury in Bukarest 12 Punkte an das Lied „Viva, Moldova!“ von Satoshi, während das rumänische Publikum 10 Punkte vergab. Am Ende belegte die Republik Moldau den 8. Platz im Wettbewerb.
Der Eurovision Song Contest wird jährlich von der Europäischen Rundfunkunion (EBU) organisiert, dem größten Zusammenschluss öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten Europas. Das rumänische Fernsehen überträgt seit 1993 den Wettbewerb. Neben dem bislang dreimal erreichten dritten Platz gelang Rumänien auch 2006 ein Platz unter den ersten fünf, als Mihai Trăistarius Lied „Tornero“ den 4. Platz belegte. Traditionell richtet das Siegerland den Wettbewerb im folgenden Jahr aus, sodass der Eurovision Song Contest 2027 im Nachbarland Bulgarien stattfinden wird.