Nachrichten 19.05.2026
Die wichtigsten Meldungen des Tages
Newsroom, 19.05.2026, 18:17
Präsident Nicușor Dan hat am Montag Gespräche mit den im Parlament vertretenen Parteien geführt. Ziel der Unterredungen ist, einen Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten zu bestimmen, nachdem das Kabinett Bolojan durch ein Misstrauensvotum gestürzt worden war. Nach den Gesprächen kündigte der Staatschef weitere Konsultationen an, bis eine stabile prowestliche Mehrheit gebildet werde. Die Sozialdemokraten lehnen eine neue Regierung unter Ilie Bolojan ab. Die nationalistische AUR erklärte sich bereit, die Regierung zu übernehmen, brachte aber auch vorgezogene Neuwahlen ins Gespräch. Die Liberalen wollen nicht länger gemeinsam mit der PSD regieren, während die USR angekündigt hat, in die Opposition zu gehen, falls die Sozialdemokraten eine parlamentarische Mehrheit bilden. Der Demokratische Verband der Ungarn in Rumänien plädiert für die Wiederherstellung der früheren Regierungskoalition.
Die Ratingagentur Fitch warnt Rumänien vor Risiken durch politische Instabilität, Verzögerungen bei den Reformen im Rahmen des nationalen Aufbau- und Resilienzplans sowie durch externen Druck auf die Wirtschaft. Finanzminister Alexandru Nazare erklärte, die kommenden Monate seien entscheidend. Laut Fitch liegt das Hauptrisiko weniger in der kurzfristigen Haushaltslage als vielmehr in der fehlenden Vorhersehbarkeit der Finanzstrategie ab 2027. Der nächste Bericht der Agentur zu Rumänien soll im Juli vorgelegt werden.
Die rumänische Nationalbank erwartet, dass die Inflation auch im zweiten Quartal weiter steigt und danach bis Jahresende auf etwa 5,5 Prozent sinkt – ein höherer Wert als in der vorherigen Prognose. Das erklärte Notenbankchef Mugur Isărescu bei der Vorstellung des Inflationsberichts. Die Entwicklung hänge sowohl von der Lage in der Straße von Hormus als auch von der politischen Stabilität in Rumänien ab. Zum Wechselkurs des Leu sagte Isărescu, die Nationalbank habe zuletzt deutlich weniger am Devisenmarkt eingegriffen als im April und Mai vergangenen Jahres. Das derzeitige Niveau erscheine ausgeglichen. Zugleich hob er die Bedeutung von Investitionen hervor, insbesondere aus EU-Mitteln, die das Wirtschaftswachstum positiv beeinflussen könnten. Nach den jüngsten Statistikdaten lag die Jahresinflation im April bei 10,7 Prozent – dem höchsten Stand der vergangenen Monate.
Rumänien ist im Ranking der attraktivsten Investitionsstandorte Europas aufgestiegen und zählt gemeinsam mit Polen zu den interessantesten Märkten der Region für internationale Investoren. Das geht aus der geht aus der weltweiten CEO-Studie der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers für 2026 hervor. Rumänien verbesserte sich europaweit von Platz 13 auf Platz 9 und weltweit von Rang 33 auf 28. Mehr als die Hälfte der weltweit befragten Unternehmenschefs plant in diesem Jahr eine internationale Expansion. Rumänien liegt damit vor Ländern wie Portugal, der Schweiz, Belgien und Griechenland. Zwischen 2014 und 2024 verdoppelten sich die ausländischen Direktinvestitionen von 62 auf 125 Milliarden Euro. Laut Analyse muss Rumänien in mehreren Bereichen weiter aufholen. Mittelfristig sollen vor allem der OECD-Beitritt und die Umsetzung des nationalen Aufbauplans die Attraktivität der Wirtschaft stärken.
Im Jahr des 150. Geburtstags des Bildhauers Constantin Brâncuși wurde bei Christie’s in New York ein neuer Rekord erzielt. Die Skulptur „Danaide“ aus dem Jahr 1913 wurde am Montagabend für 107,5 Millionen Dollar versteigert und ist damit die zweitteuerste Skulptur, die jemals bei einer Auktion verkauft wurde. Der bisherige Rekord für ein Werk von Brâncuși lag bei 71,2 Millionen Dollar für „Young Sophisticated Girl“, das 2018 versteigert wurde. Für Aufmerksamkeit rund um die Auktion sorgte auch Schauspielerin Nicole Kidman, die in einem kurzen Video mit der Skulptur „Danaide“ zu sehen war.
Der Film „Fjord“ des rumänischen Regisseurs Cristian Mungiu ist am Montagabend bei den Filmfestspielen in Cannes mit zwölf Minuten Standing Ovations gefeiert worden. Unter den Gästen waren Sharon Stone, Carla Bruni, Demi Moore und Stellan Skarsgård. „Fjord“ mit dem rumänischstämmigen US-Schauspieler Sebastian Stan und der Norwegerin Renate Reinsve ist Mungius siebter Film im Wettbewerb von Cannes. 2007 gewann er die Goldene Palme für „4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage“, 2012 den Preis für das beste Drehbuch und 2016 den Regiepreis.
Für den Großteil Rumäniens gilt bis Samstagmorgen eine Wetterwarnung wegen atmosphärischer Instabilität, ergiebiger Niederschläge und starken Windes. Nach Angaben des Wetterdienstes kommt es vor allem in der Osthälfte des Landes zu Schauern, Gewittern, Windböen und vereinzelt Hagel. Örtlich werden Niederschlagsmengen von bis zu 50 Litern pro Quadratmeter erwartet. Der Wind frischt besonders im Osten sowie am Donnerstag und Freitag auch im Westen und Zentrum des Landes auf. Heute wird es in den meisten Regionen warm und wechselhaft, in Bukarest klettern die Thermometer auf bis zu 23 Grad.